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06.07.2011

WSI-Tarifarchiv zieht Zwischenbilanz

Tarife steigen jahresbezogen um durchschnittlich 2,0 Prozent

Die Tarifabschlüsse im 1. Halbjahr 2011 liegen deutlich über denen des Vorjahres. In vielen Bereichen wurden wieder dauerhafte Tarifsteigerungen vereinbart, nachdem im vergangenen Jahr Pauschalzahlungen eine große Bedeutung hatten. In einer Reihe von Branchen wurden für dieses Jahr Tarifsteigerungen von 3 Prozent und mehr vereinbart. In der chemischen Industrie wurde eine Tariferhöhung von 4,1 Prozent bei einer Laufzeit von 15 Monaten vereinbart. Im Durchschnitt beträgt die Gesamtlaufzeit der Abschlüsse fast 23 Monate. Dies ergibt sich aus der aktuellen Halbjahresbilanz, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung vorlegt.

Rechnet man die diesjährigen Tarifabschlüsse für rund 4,5 Mio. Beschäftigte mit ihren unterschiedlichen Laufzeiten auf das Jahr um, dann ergibt sich eine vorläufige jahresbezogene Tarifsteigerung gegenüber 2010 von nominal 2,3 Prozent. Für die 7,8 Mio. Beschäftigten mit länger laufenden Abschlüssen aus dem Vorjahr ergibt sich für 2011 dagegen eine jahresbezogene Tarifsteigerung von 1,8 Prozent. Insgesamt errechnet sich aus diesen Daten für das Jahr 2011 für 12,3 Mio. Beschäftigte eine durchschnittliche nominale Tarifsteigerung von 2,0 Prozent. Diese Tarifsteigerung ist also von den niedrigeren Abschlüssen des vergangenen Jahres mitbestimmt.

„Diese vorläufige Tarifbilanz stimmt insgesamt nur verhalten optimistisch“ sagt Dr. Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs, „die Tarifsteigerungen sind zwar er-kennbar höher ausgefallen als im Vorjahr, aber sie werden durch den unerwartet starken Anstieg der Verbraucherpreise größtenteils wieder aufgezehrt.“ In einigen Wirtschaftsbereichen werde, auf das ganze Jahr gerechnet, eine Sicherung der realen Tarifeinkommen voraussichtlich nicht gelingen.

Allerdings lieferten Quartalsdaten des Statistischen Bundesamtes Hinweise darauf, dass die Brutto-Effektivlöhne 2011 erstmals seit Jahren stärker ansteigen könnten als die Tarifeinkommen. Hintergrund sind durch die gute Konjunktur steigende Arbeitszeiten und außertarifliche Bonuszahlungen in manchen Unternehmen. Sollte sich der konjunkturelle Aufschwung im kommenden Jahr, wie von vielen Instituten prognostiziert, fortsetzen, könne es zu einem weiteren Erstarken der Tarifentwicklung kommen, so Bispinck. Unter anderem, weil die höheren Abschlüsse aus 2011 auch ins Folgejahr wirken und 2012 in wichtigen industriellen Leitbranchen Tarifrunden anstehen.

Weitere Informationen:

R. Bispinck/WSI-Tarifarchiv: Tarifpolitischer Halbjahresbericht 2011 (pdf), Informationen zur Tarifpolitik, Juli 2011.

Die Pressemitteilung mit Tabellen (pdf)

Kontakt:

Dr. Reinhard Bispinck
Leiter WSI-Tarifarchiv

Rainer Jung
Leiter der Pressestelle 


Pressemitteilung mit Tabellen (pdf)

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