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10.05.2011

Ausbildungsvergütungen zwischen 332 und 1.339 Euro

WSI-Tarifarchiv: Regionale Unterschiede bis zu 388 € im Monat

Die tariflich geregelten Ausbildungsvergütungen fallen je nach Branche und Ausbildungsjahr sehr unterschiedlich aus. Sie variieren von 332 Euro im privaten Verkehrsgewerbe Thüringen im 1. Ausbildungsjahr bis zu 1.339 Euro im Bauhauptgewerbe West im 4. Ausbildungsjahr. Dies geht aus einer Auswertung von Tarifverträgen in ausgewählten Wirtschaftszweigen und Tarifbereichen hervor, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf vorgelegt hat. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausbildungsvergütungen überwiegend zwischen gut einem Prozent (öffentlicher Dienst) und rund sieben Prozent (Eisen- und Stahlindustrie NRW). In einigen Tarifbereichen wurden keine Steigerungen vereinbart.

Innerhalb der Branchen gibt es zum Teil bundesweit einheitliche Ausbildungsvergütungen, es bestehen aber auch beträchtliche regionale Unterschiede (Stand: 1.5.2011). „Die aktuellen Ausbildungsvergütungen zeigen ähnliche Differenzierungen wie die Tariflöhne und -gehälter“, sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck. „Neben bundeseinheitlichen Tarifverträgen gibt es solche mit starken regionalen Unterschieden, häufig verbunden mit einem West-Ost-, aber auch mit einem Süd-Nord-Gefälle“.

Legt man das 3. Ausbildungsjahr zugrunde, reichen die regionalen Differenzen bei den Vergütungen je nach Wirtschaftszweig von 78 bis zu 388 € im Monat:

Geringe Unterschiede
In der Metall- und Elektroindustrie fallen die regionalen Unterschiede mit bis zu 78 € relativ gering aus: Die tariflichen Ausbildungsvergütungen reichen von 884 € in Nordrhein-Westfalen bis zu 962 € in Baden-Württemberg.

In der chemischen Industrie sind die Abstände mit bis zu 81 € etwas größer: Im Osten beträgt die Ausbildungsvergütung 855 €, im Westen reicht sie von 853 € in Schleswig-Holstein bis zu 934 € im Bezirk Nordrhein.

Mittlere Unterschiede
In der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Berlin/Brandenburg erhalten die Auszubildenden 613 €, in Baden-Württemberg dagegen 799 € (Stand: 30.4.2011).

Im Einzelhandel liegt die maximale Spanne bei 171 €: In Mecklenburg-Vorpommern beträgt die Vergütung 672 €, in Hamburg dagegen 843€.

Im Groß- und Außenhandel werden in Mecklenburg-Vorpommern 681 € gezahlt, in Hessen dagegen 850 €.

Große Unterschiede
In der Textilindustrie reichen die Vergütungen von 648 € im Osten bis zu 878 € in Hessen (ab 18 J.).

Im Hotel- und Gaststättengewerbe sind die Abstände ähnlich: Auf den ostfriesischen Nordseeinseln gibt es 507 €, in Bayern dagegen 770 €.

Im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe bekommen die (gewerblichen) Auszubildenden in Thüringen 442 €, die (kaufmännischen) Auszubildenden in Hamburg haben Anspruch auf 830 €.

West/Ost
In manchen Tarifbereichen gibt es im Wesentlichen eine Differenzierung zwischen West und Ost, so z.B. im Bauhauptgewerbe. Die gewerblichen Auszubildenden erhalten im Westen 1.227 €, im Osten 950 € (ab 1.6.) Für Hamburg und Berlin gibt es Sonderregelungen.

Einheitliche Vergütungen
Bundesweit einheitliche tarifliche Ausbildungsvergütungen gibt es u. a. bei Banken (905 €) und Versicherungen (927 €), in der Druckindustrie (937 €), in der Papierverarbeitung (876 €) sowie bei der Deutschen Bahn (810 €), der Deutschen Post (817 €), der Deutschen Telekom (800/840 € je nach Ausbildungsberuf) und im öffentlichen Dienst (Bund, Gemeinden: 795 €, Länder: 813 €).

Das WSI-Tarifarchiv in der Hans-Böckler-Stiftung bietet zu den Ausbildungsvergütungen einen Online-Service an: Für 26 Wirtschaftszweige und Tarifbereiche können die tariflichen Ausbildungsvergütungen gegliedert nach Ausbildungsjahren abgerufen werden. Dabei werden auch die Unterschiede nach Bundesländern und Regionen sowie zwischen gewerblichen und kaufmännischen Auszubildenden aufgezeigt. Der Service ist kostenlos, die Daten werden ständig aktualisiert.

Weitere Informationen:

unter Tarifliche Ausbildungsvergütungen - alle Branchen

Kontakt:

Dr. Reinhard Bispinck
Leiter des WSI-Tarifarchivs 

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

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