WSI GenderDatenPortal: Rente

Durchschnittlicher Rentenzahlbetrag von Frauen und Männern 2016

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Frauen erhalten niedrigere Renten als Männer, ausgenommen hiervon sind Hinterbliebenenrenten. Die durchschnittliche Rentenzahlung bei Altersrenten lag 2016 bei Frauen mit ca. 685 Euro bei fast 60 Prozent der durchschnittlichen Rentenzahlung an Männer. Beim Zugang in die Altersrente sind die Unterschiede etwas geringer – hier liegen die Frauenrenten im Vergleich zur Rente der Männer bei 67 Prozent. Dies geht zum einen auf höhere Renten der Frauen bei Eintritt in den Rentenbezug, zum anderen aber auch auf niedrigere Renten der Männer beim Zugang in die Rente zurück. Die leichte Annäherung der Rentenniveaus von Frauen und Männern im Zeitverlauf vollzieht sich folglich aktuell von beiden Seiten. Allerdings ist die Differenz von rund 337 Euro (im Bestand: 487 Euro) dennoch erheblich. Bei der Rente wegen Erwerbsunfähigkeit ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern vergleichsweise gering, aber auch hier beziehen Frauen etwas niedrigere Leistungen als Männer. Bei der Altersrente für Frauen erhalten die Rentnerinnen einen durchschnittlich deutlich höheren Betrag als bei der Rente wegen Alters. Allerdings erreichen die Renten für Frauen nicht annähernd den Betrag, den Männer bei der Altersrente erhalten. Nur im Fall der Hinterbliebenenrenten (Witwer- und Witwenrenten) schneiden Frauen besser ab. Hier bekommen sie mehr als doppelt so hohe Beträge wie Witwer.

Diese Unterschiede lassen sich aus den Erwerbsbiografien von Frauen und Männern erklären. So haben Frauen tendenziell kürzere Beitragszeiten und durchschnittlich niedrigere Erwerbseinkommen, was sich kumulierend in niedrigeren Renten widerspiegelt.

Die Witwenrenten der Frauen sind tendenziell höher als die der Männer, weil erstens die der Berechnung zugrunde liegenden Renten der verstorbenen Ehemänner höher sind und zweitens niedrigere eigene Renten in Anrechnung kommen als bei Männern. Dies ist auch die Erklärung dafür, dass Witwer umgekehrt niedrigere Beträge aus der Hinterbliebenenrente schöpfen können: die niedrigeren Renten der verstorbenen Ehefrauen und das höhere eigene Renteneinkommen, das angerechnet wird. Personen mit höheren eigenen Einkommen (tendenziell Männer) können so unter Umständen nur eine gekürzte oder auch gar keine Witwen-/Witwerrente beanspruchen.

Frauen in Ostdeutschland erhalten höhere Renten als Frauen in Westdeutschland. Dies ist eine Folge der kontinuierlicheren und umfangreicheren Erwerbsbeteiligung der Frauen in Ostdeutschland. Dennoch sind auch ihre Altersrenten niedriger als die der ostdeutschen Männer. Die Unterschiede bei den Zahlbeträgen sind aber längst nicht so stark ausgeprägt wie in Westdeutschland. Während die Altersrenten der Frauen in Westdeutschland in etwa nur halb so hoch sind wie die der Männer, erreichen die ostdeutschen Altersrentnerinnen immerhin 76 Prozent der Rentenhöhe der Männer.

Bearbeitung: Dr. Peter Sopp, Dr. Alexandra Wagner

 

Literatur

BMAS (o. J.): Ergänzender Bericht der Bundesregierung zum Rentenversicherungsbericht 2016 gemäß § 154 Abs. 2 SGB VI (Alterssicherungsbericht 2016), Berlin.

BMAS (o. J.): Bericht der Bundesregierung über die gesetzliche Rentenversicherung, insbesondere über die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben, der Nachhaltigkeitsrücklage sowie des jeweils erforderlichen Beitragssatzes in den künftigen 15 Kalenderjahren gemäß § 154 Abs. 1 und 3 SGB VI (Rentenversicherungsbericht 2016)

Statistik der Deutschen Rentenversicherung: Statistikband Rentenzugang (jährlich), Berlin.

Statistik der Deutschen Rentenversicherung: Statistikband Rentenbestand (jährlich), Berlin.

Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de

Statistik der Deutschen Rentenversicherung: Glossar http://forschung.deutscherentenversicherung.de/ForschPortalWeb/ressource?key=glossar

Tabellen zu den Grafiken

 

 


 

 


 

 

Methodische Anmerkungen

Grundlage der Statistik sind ausschließlich die Verwaltungsvorgänge zu den laufenden Renten sowie die wegen Zusammentreffen von Renten und Einkommen nicht zur Auszahlung kommenden Renten (sogenannte Nullrenten) bei allen 16 Rentenversicherungsträgern. Zeitpunkt der Erhebung ist jeweils der 31. Dezember.

Die Rechtsgrundlage der Statistik ist § 79 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch. Diese wurde zuletzt durch die Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Statistik in der Rentenversicherung (RSVwV) am 5.12.2007 präzisiert.

Die folgenden Erläuterungen basieren auf den Angaben im Glossar der Deutschen Rentenversicherung. (1)

Gesetzliche Rentenversicherung
Die gesetzliche Rentenversicherung ist die Pflichtversicherung für alle Arbeitnehmer/innen und für bestimmte Gruppen von Selbstständigen und andere Personengruppen. Das Recht der gesetzlichen Rentenversicherung wird im Wesentlichen im Sechsten Buch des Sozialgesetzbuchs geregelt.

Rentenbestand
Der Rentenbestand weist alle Bezieher/innen von Renten im jeweiligen Erhebungsjahr aus.

Rentenzugang
Als Rentenzugänge eines Berichtsjahres werden nur solche Zugänge gezählt, in denen der aktuelle Rentenbeginn im Berichtsjahr liegt.

Rentenzahlbetrag
Der Rentenzahlbetrag berücksichtigt, dass die Rentner/innen regelmäßig noch Aufwendungen für die Kranken- und Pflegeversicherung zu tragen haben. Beim Rentenzahlbetrag handelt es sich in gewisser Weise um ein Nettokonzept vor Steuern.

Versichertenrente
Versichertenrenten sind Renten, die auf Basis eigener Versicherungsleistungen gezahlt werden. Zu den Versichertenrenten gehören die Rente wegen Alters und die Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.

Rente wegen Alters / Regelaltersgrenze
Als Regelaltersrente ist die Altersrente mit der Regelaltersgrenze vorgesehen, die ab 2012 vom 65. auf das 67. Lebensjahr bis 2029 angehoben wird. Bei den anderen Altersrenten vor Vollendung des 65. Lebensjahres wird eine schrittweise Anhebung der Altersgrenzen vorgenommen. Die besonderen Alters-Rentenarten „Rente für Frauen“ und „Renten wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeit “ wurden von 2000 – 2011 mit deutlich anwachsenden Abschlägen versehen und dann für die Geburtsjahrgänge ab 1952 abgeschafft.

Anspruch auf eine Rente wegen Alters besteht vor Erreichen der Regelaltersgrenze nur, wenn die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Die Altersrenten können als Vollrenten oder Teilrenten beansprucht werden. Dabei gelten bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres unterschiedliche Hinzuverdienstgrenzen (§ 34 SGB VI).

Altersrente für besonders langjährig Versicherte
Sie erhält, wer das 65. Lebensjahr vollendet und eine Wartezeit von 45 Jahren erfüllt hat (§ 38 SGB VI). Diese Rente ist aufgrund des RV-Leistungsverbesserungsgesetzes ab 01.07.2014 in einem Übergangszeitraum abschlagsfrei ab 63 Jahren statt mit 65 Jahren möglich. Für alle nach 1963 geborenen Versicherten gilt wieder die Altersgrenze von 65 Jahren.

Altersrente für langjährig Versicherte
Sie erhält vorzeitig, wer das 63. Lebensjahr vollendet, die Berufstätigkeit aufgegeben oder eingeschränkt und die Wartezeit von 35 Jahren (420 Monate) erfüllt hat. Altersrente für schwerbehinderte Menschen Sie ist vorzeitig an mindestens 60-jährige schwerbehinderte Menschen (Grad der Behinderung mindestens 50 %) zu leisten, wenn die Berufstätigkeit aufgegeben oder eingeschränkt und die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt ist (§§ 37, 236 a SGB VI). Ab 2012 erfolgt eine stufenweise Anhebung der Altersgrenze von 60 auf 62 Jahre.

Altersrente wegen Arbeitslosigkeit
Sie erhält vorzeitig frühestens mit 60 Jahren, wer vor 1952 geboren und im Zeitpunkt des Rentenbeginns arbeitslos ist, außerdem nach Vollendung des Lebensalters von 58 Jahren und sechs Monaten insgesamt insgesamt 52 Wochen arbeitslos war, in den letzten zehn Jahren für acht Jahre (96 Monate) Pflichtbeiträge gezahlt und die Wartezeit von 15 Jahren (180 Monate) erfüllt hat (§ 237 SGB VI). Ab 2006 wurde die Möglichkeit der vorzeitigen Inanspruchnahme der Rente schrittweise vom 60. Lebensjahr auf das 63. Lebensjahr angehoben (Anlage 19 zum SGB VI). Sofern die Berufstätigkeit nicht völlig aufgegeben ist, müssen bestimmte Hinzuverdienstgrenzen eingehalten werden.

Altersrente nach Altersteilzeitarbeit
Sie erhält vorzeitig frühestens mit 60 Jahren (ab 2006 schrittweise Anhebung auf frühestens 63 Jahre), wer vor 1952 geboren ist, 24 Kalendermonate Altersteilzeitarbeit im Sinne des Altersteilzeitgesetzes (AtG) zurückgelegt hat, sofern er in den letzten zehn Jahren für acht Jahre (96 Monate) Pflichtbeiträge gezahlt und die Wartezeit von 15 Jahren (180 Monate) erfüllt hat (§ 237 SGB VI). Sofern die Berufstätigkeit nicht völlig aufgegeben ist, müssen bestimmte Hinzuverdienstgrenzen eingehalten werden.

Altersrente für Frauen
Sie ist vorzeitig frühestens mit 60 Jahren zu zahlen, wenn die Versicherte vor 1952 geboren ist, nach Vollendung des 40. Lebensjahres über zehn Jahre (also mindestens 121 Monate) Pflichtbeiträge gezahlt, die Berufstätigkeit aufgegeben oder eingeschränkt und die Wartezeit von 15 Jahren (180 Monate) erfüllt hat (§ 237 a SGB VI). Die Altersrenten können als Vollrenten oder Teilrenten beansprucht werden. Dabei gelten bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres unterschiedliche Hinzuverdienstgrenzen (§ 34 SGB VI).

Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden geleistet wegen

  • Berufsunfähigkeit
  • Erwerbsunfähigkeit
  • teilweiser Erwerbsminderung
  • voller Erwerbsminderung
  • als Rente für Bergleute


Rente wegen Todes

Renten wegen Todes sind die Witwen- und Witwerrente, die Erziehungsrente und die Waisenrente.

Witwenrente / Witwerrente
Anspruch auf Witwenrente hat die Witwe nach dem Tod des versicherten Ehemannes, wenn die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt ist. Eigenes Einkommen der Witwe kann auf die Witwenrente angerechnet werden. Bis Dezember 1985 wurde eine Witwerrente nur gewährt, wenn die verstorbene Ehefrau den Unterhalt ihrer Familie vor ihrem Tod überwiegend bestritten hatte und die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt war. Seit 1986 erhält der Witwer eine Rente unter den gleichen Bedingungen wie eine Witwe.

Erziehungsrente
Anspruch auf Erziehungsrente haben Versicherte, wenn ihr geschiedener Ehegatte verstorben ist, sie ein eigenes oder ein Kind des geschiedenen Ehegatten erziehen, nicht wieder geheiratet haben und bis zum Tod des geschiedenen Ehegatten die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben. Für die Erziehungsrente bestehen in den neuen und alten Bundesländern unterschiedliche Regelungen. Eigenes Einkommen wird angerechnet, sofern ein Freibetrag überschritten wird.

Waisenrente
Die Waisenrente erhalten nach dem Tod des/der Versicherten seine/ihre Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, wenn die allgemeine Wartezeit erfüllt ist. Bei Schul- und Berufsausbildung oder bei Gebrechlichkeit ist die Zahlung bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres möglich. Eigenes Einkommen eines über 18 Jahre alten Kindes wird angerechnet. Es werden in unterschiedlicher Höhe Halb- und Vollwaisenrenten bezahlt.

 


(1) vgl. Statistik der Deutschen Rentenversicherung. Glossar: forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortalWeb/ressource?key=glossar

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