Mein Arbeitsplatz

Vom Glück zu helfen

Sadia Abdullai-Muhammed, 26, macht eine Ausbildung zur Gesundheits- und Pflegeassistentin bei der gemeinnützigen GmbH „Beruf und Integration Elbinseln“. Sie ist vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen.


Hamburg-Wilhelmburg, Industriestraße 17 „Eigentlich entspricht es nicht meiner Tradition, alte Menschen in einer Einrichtung zu pflegen. In Ghana leben wir mit unseren älteren Familienmitgliedern zu Hause unter einem Dach. Wir essen mit ihnen und kümmern uns um sie bis sie sterben. Im Altenheim beziehe ich Betten, wasche alte Menschen und wechsle gelegentlich Einlagen. Eigentlich braucht man am Morgen eine halbe Stunde für jede Person. Wir haben nur zehn bis 15 Minuten. Das reicht nicht zum Reden, manchmal nicht mal zum Duschen. 

Die Ausbildung in den Unterrichtsräumen der gemeinnützigen GmbH war die erste von drei Stationen auf meinem Weg zur Pflegeassistentin, danach kommen Einsätze in einer Ambulanz und im Krankenhaus. Das Foto wurde in den Übungsräumen von BI Elbinseln aufgenommen, dem Träger der überbetrieblichen Ausbildung. Dort bekommen wir den fachpraktischen Unterricht. Mittlerweile bin ich in der zweiten Station, einem ambulanten Pflegedienst. 

Am liebsten mag ich mit den alten Menschen reden, sie haben so viel erlebt und gemacht. Es macht mich glücklich, wenn ich helfen kann. Bei der Suche nach dem Ausbildungsplatz hat mir das Frauenzentrum Flaks in Hamburg-Altona geholfen. Für die Ausbildung habe ich meinen Hauptschulabschluss aus Ghana anerkennen lassen. 

Am liebsten möchte ich nach der Ausbildung noch das Fachabitur machen und eine Fachhochschule besuchen. Aber zuerst muss ich die Zwischenprüfung bestehen. Dafür schreiben wir eine Patientenbiografie, aber wir haben viel zu wenig Zeit, um die alten Menschen richtig kennenzulernen. Das bedauere ich sehr.

Nach Deutschland kam ich der Liebe wegen. Mein Mann kommt aus Togo und arbeitet in Hamburg. Wir haben inzwischen zwei Söhne, zwei und vier Jahre alt. Sie gehen in den Kindergarten. Im Mai will ich sie ihren Großeltern vorstellen. Das wird auch für mich der erste Besuch in Ghana nach fünf Jahren Deutschland.“

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