Gestärkte Betriebsräte

Rudolph, Wolfgang / Wassermann, Wolfram

Trendreport Betriebsratswahlen 2006. Reihe: Arbeitspapier, Bd. 137.
Düssseldorf:  2007, 44 Seiten


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Kurzbeschreibung:


Für das Wahljahr 2006 wurde der nunmehr dritte "Trendreport Betriebsrätewahlen" erstellt. Ziel war, durch eine zeitnahe Erhebung und Auswertung von Wahlergebnissen unmittelbar nach Abschluss des offiziellen Wahlzeitraums aktuelle Strukturdaten über Betriebsräte und Belegschaften der öffentlichen Debatte zur Verfügung zu stellen. Die Untersuchung wurde vom Büro für Sozialforschung in Kassel durchgeführt, die Hans-Böckler-Stiftung förderte sowohl die zwei vorhergehenden wie auch das aktuelle Forschungsvorhaben. Grundlage der Analyse bildeten die Wahlergebnisse aus einer Zufallsauswahl von 20.000 Betrieben, in denen zwischen März und Mai 2006 ein Betriebsrat gewählt wurde. Genutzt wurde Rohdaten, die von den Gewerkschaften IG Metall, ver.di, IG BAU und IG BCE erhoben wurden. Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Studie, dass in der Betriebsratswahl 2006 sowohl die Repräsentanz als auch die Arbeitsmöglichkeiten der Betriebsräte gestärkt wurden. Wichtige Innovationen aus der Reform des Betriebsverfassungsgesetzes von 2001 wurden erneut bestätigt. So lag mit 81 Prozent die Wahlbeteiligung über der des Vorwahljahres. Das 2001 eingeführte vereinfachte Wahlverfahren gewann weiter an Akzeptanz - bereits mehr als 60% der Betriebe in der Größengruppe von 51 bis 100 Beschäftigten machten von diesem Verfahren Gebrauch. Gegenüber 2002 hat sich auch die Anwendung der neuen Freistellungsregelungen weitgehend stabilisiert. Während diese in größeren Betrieben auf breiter Grundlage angewendet und nahezu vollständig ausgeschöpft werden, finden sich noch Defizite bei der Um-setzung innerhalb der Gruppe von Betrieben, die seit der Wahl von 2002 erstmalig über eine Freistellungsregelung verfügt - zwischen 200 und 300 Beschäftigten. In 2006 waren deutlich mehr Leiharbeitnehmer am Wahlprozess beteiligt, als noch bei der Wahl in 2002. Ihr Anteil am Wahlvolk, der sich in der Aufnahme in die Wählerverzeichnisse ausdrückt, hat sich seitdem verdoppelt. Auch die Repräsentanz von Frauen und Angestellten in den Betriebsräten ist weiter gestiegen. Nicht überraschend hat sich der gewerkschaftliche Organisationsgrad unter den BR-Mitgliedern im Rahmen des Trends verhalten, der bereits seit vielen Wahlperioden anhält - er sinkt weiterhin leicht ab, befindet sich aber nach wie vor auf hohem Niveau.



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