Kurzauswertungen

Mobile Endgeräte - Handy, Smartphone, Blackberry und Tablet

Ausgewertet: 41 Vereinbarungen aus den Jahren 1996 bis 2013


Nur wenige der ausgewerteten Betriebs- und Dienstvereinbarungen erfassen bereits die Möglichkeiten und Risiken der neuen Generation von Smartphones und Tablets. Das Telefonieren tritt bei diesen Geräten geradezu in den Hintergrund. Smartphones und kleine Tablets stellen heute Minicomputer mit Touchbildschirm dar, die

- E-Mails empfangen und senden,

- Kontakte verwalten,

- Verbindungen zum Internet herstellen,

- an sozialen Netzwerken teilnehmen lassen,

- Nachrichten aus aller Welt aktuell bereithalten,

- den Terminkalender stets synchronisieren,

- Aufgabenlisten führen,

- an Aufgaben erinnern,

- Projekte steuern,

- jede Menge Spiele und anderes zur Ablenkung anbieten und

- über Verwaltungssoftware (MDM - Mobile Device Managementsystem) jederzeit ortbar und per Echtzeitkontrolle steuerbar sind.

Einige ältere Vereinbarungen beschränken sich auf die Handy-Nutzung und dabei im Wesentlichen auf die Problematik privater Telefongespräche. Besonders deutlich wird dies, wenn Regelungen lediglich als Anlage zu einer vorhandenen Vereinbarung für Telefonanlagen geschaffen wurden. In neueren Vereinbarungen werden Teilaspekte der vorgenannten Nutzungen abgebildet. Notwendige Regelungen bestehen jedoch nur ansatzweise.

Der Datenschutz im Sinne des Schutzes der persönlichen Daten der Beschäftigten ist meist umfassend geregelt. Auch der Schutz der Unternehmensdaten wird in den Vereinbarungen aufgegriffen. Ein Standardregelungspunkt ist der Schutz vor arbeitsrechtlichen oder strafrechtlichen Sanktionen, Datenmissbrauch und Auswertungen in solchen Fällen. Der Schutz der Daten Dritter findet sich lediglich als pauschale Verpflichtung der Beschäftigten: „Die Rechte Dritter sind zu beachten“. Es wird jedoch nicht ausgelotet, wo die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrechten liegt.

Internetzugänge werden - wenn überhaupt - unter Kostengesichtspunkten, Risiken des Datenverlustes und Schutzvorkehrungen gegen Schadsoftware, thematisiert. Die Nutzung der verschiedensten Apps auf den Smartphones und Tablets spielt bisher keine Rolle. Nur selten werden Möglichkeiten und Risiken des Zugangs zu sozialen Netzwerken im Internet dargestellt. Die Probleme, die privat auf dienstliche Geräte geladene Apps verursachen können - von der Schadsoftware bis zum Ausspionieren - , ist in den Vereinbarungen nicht erkannt worden.

Bisher nicht geregelt sind die Fragen der Ergonomie. Sie betreffen insbesondere Geräte mit kleinen Bildschirmen, mit denen E-Mails und andere Anwendungen bearbeitet werden. Gesundheitsschutz hinsichtlich Strahlungsrisiken wird zwar durchaus thematisiert, nicht jedoch der Schutz vor Überlastungen (insbesondere der Augen), Verspannungen oder Haltungsschäden. Erkennbar sind erste Ansätze, die eine Ausweitung der Arbeitszeit oder eine Rufbereitschaft „durch die Hintertür“ verhindern sollen. Die datenschutzrechtlichen Fragen sowie die zur Verhaltens- und Leistungskontrolle durch die zur Verwaltung der Geräte eingesetzte Software (MDM) bleiben unbeantwortet.

Insgesamt weisen die vorliegenden Vereinbarungen einen großen Aktualisierungsbedarf auf. Mobile Geräte werden in den Vereinbarungen bisher kaum als Arbeitsmittel mit umfassenden Einsatzmöglichkeiten wahrgenommen.


zurück

Login

Melden Sie sich an, um Ihre Merkliste anzeigen zu können

RegistrierenPasswort vergessen?

X

Hinweis zur Nutzung von Cookies auf dieser Website

Diese Website benutzt Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Die Nutzung der Cookies können Sie in Ihren Browser-Einstellungen ändern. Wir benutzen außerdem Tracking-Cookies der Tracking-Tools Matomo und Webtrekk. Diese werden nur gesetzt, wenn Sie auf den „Einverstanden“-Button klicken. Solange Sie dies nicht tun, nutzen Sie die Website und Ihre Angebote, ohne dass die genannten Tracking-Tools aktiviert werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Einverstanden