Auswertungen

Restrukturierung

Ausgewertet: 146 betriebliche Vereinbarungen und Tarifverträge der Jahre 1988 bis 2011


Restrukturierung ist in der globalisierten Wirtschaft eine ständige Herausforderung für das Management, für Beschäftigte und ihre Interessenvertretungen. Nicht selten haben Betriebsräte in ihrer langjährigen Betriebsratspraxis eine Vielzahl von Restrukturierungen erlebt.

Die ausgewerteten 146 Vereinbarungen lassen sich grob in drei Gruppen zusammenfassen:

a) Die vorausschauenden Vereinbarungen werden ohne konkreten Restrukturierungsanlass geschlossen. Es handelt sich vor allem um Vereinbarungen auf europäischer bzw. internationaler Konzernebene. Dabei orientieren sich diese Vereinbarungen sehr stark an den Vorgaben bzw. Empfehlungen der EU-Kommission zur Voraberkennung und Steuerung des wirtschaftlichen Wandels. Einige wenige Rahmenvereinbarungen versuchen die Vorgehensweise bei geplanten Restrukturierungen im Unternehmen oder Konzern zu vereinheitlichen und sollen bei Bedarf durch die örtlichen Betriebsräte durch konkretisierende Vereinbarungen ausgefüllt werden.

b) Bei der zweiten Gruppe von Vereinbarungen handelt es sich um solche, die im Vorfeld von geplanten Restrukturierungsmaßnahmen getroffen werden. Dabei stehen der gesamte Planungsprozess der Restrukturierung, die Beteiligung des Betriebsrats, Information, Einbeziehung der Beschäftigten und Schutzbestimmungen für die Beschäftigten im Vordergrund. Das Rollenverständnis vieler Betriebsräte, die solche Prozess begleitenden Vereinbarungen abgeschlossen haben, orientiert sich stark an der Rolle des Betriebsrats als Co-Manager. In den mit einigen Betriebsräten geführten vertiefenden Interviews wurde auch betont, dass Regelungen zur Beschäftigungs- und Einkommenssicherung eine wichtige Voraussetzung für ein solches Rollenverständnis sind und dass dies auch dem Management bewusst ist. Beschäftigungs- und Einkommenssicherung war für einige der interviewten Betriebsräte auch eine unabdingbare Voraussetzung für das erfolgreiche Einbeziehen der Beschäftigten in den gesamten Restrukturierungsprozess.

c) Bei der dritten Gruppe von Vereinbarungen handelt es sich um umsetzungsorientierte Vereinbarungen. Fast ausschließlich werden Interessenausgleiche und Sozialpläne im Rahmen von Betriebsänderungen abgeschlossen. Die klassischen Regelungsinstrumente sind Abfindung, Versetzung, Transfermaßnahmen, aber auch beschäftigungssichernde und -fördernde Maßnahmen.

In jüngster Zeit finden sich auch Regelungen, um die Beschäftigungsfähigkeit („employability“) und berufliche Mobilität zu fördern. Ebenso gewinnt auch das Thema Gesundheitsschutz im Zusammenhang mit Restrukturierung an Bedeutung, wenn auch immer noch in zu geringem Maße.


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