Auswertungen

Personalbeurteilung

Ausgewertet: 127 Vereinbarungen der Jahre 1993 bis 2010


Beurteilungsverfahren gehören in der betrieblichen und behördlichen Praxis zu den weit verbreiteten personalwirtschaftlichen Instrumenten. Sie werden mit unterschiedlichen Zielen verbunden: Personalentscheidungen, Ermittlung von Zulagen, Verbesserung der Zusammenarbeit sowie Förderung und Entwicklung von Beschäftigten.
Bei den Verfahren zur Personalbeurteilung haben Betriebs- und Personalräte umfangreiche Mitbestimmungsrechte (z.B. § 94 Abs. 2 BetrVG).

Die Analyse der 127 vorliegenden Betriebs- und Dienstvereinbarungen hat eine große Spannbreite der Regelungsaspekte ergeben.

Regelungen allgemeiner Beurteilungsverfahren stellen immer noch das in der Wissenschaft heftig kritisierte Leitbild von der objektiven Beurteilung in den Vordergrund, insbesondere im öffentlichen Dienst. Dies äußert sich vor allem darin, dass feste Beurteilungskriterien und Skalierungen vorgegeben werden. In einer Vielzahl von Systemen müssen die Einzelbewertungen sogar in einem Gesamturteil zusammengefasst werden. Diese Elemente sollen die Bezugspunkte der Beurteilungen vereinheitlichen und „verobjektivieren“ nach dem Motto: „So bist du“. Es handelt sich jedoch um eine Illusion, denn subjektive Werturteile von Menschen über Menschen werden auf diese Weise nicht ausgeschlossen, sondern erfasst. Eine quasi naturwissenschaftliche Messung von Konstruktionen wie Leistung oder Verhalten ist selbst bei einer umfassenden, detaillierten Verfahrensgestaltung nicht möglich.

Ein Teil der untersuchten Verfahren wendet sich wohl als Folge dieser Debatte einem anderen Leitbild von Beurteilung zu: Subjektivität wird als unvermeidbar anerkannt. Entsprechend soll die Führungskraft der Mitarbeiterin bzw. dem Mitarbeiter „nur“ ein Feedback geben. Das Motto lautet dann: „So sehe ich dich“. Im Mittelpunkt stehen nicht zwanghaft vereinheitlichte Kriterien und Skalierungen, sondern eher der konstruktive Austausch in einer Dialogsituation (Mitarbeitergespräch). Allerdings dominiert das Objektivitätsleitbild auch hier in den untersuchten Systemen noch immer deutlich.
In der Auswertung werden die unterschiedlichen Verfahrenselemente zu den Zielen, den unterschiedlichen Konzepten, den Beurteilungsvorgängen und den Rahmenbedingungen herausgearbeitet.

Praktische Hinweise auf der Basis der Analyse bieten Hilfestellung zur Problemlösung, zur Beeinflussung der Prozesse durch die Betriebs- bzw. Personalräte sowie zur Entwicklung einer eigenen Vereinbarung.


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