Kurzauswertungen

Assessment-Center

Ausgewertet: 15 betriebliche Vereinbarungen aus den Jahren 1992 bis 2005


In einem Assessment-Center (AC) werden Teilnehmende bei unterschiedlichen Einzel- oder Gruppenaufgaben beobachtet und mit Hilfe einer Vielzahl von Anforderungskriterien bewertet.
Zahlreiche Varianten und Einsatzformen zeigen, dass der AC in Betrieben an Bedeutung gewonnen hat. So haben sich z. B. AC zur Auswahl von Beschäftigten, zur Analyse ihrer Eignung, Stärken und Schwächen und zur Analyse von Lernerfolgen bzw. der Effizienz von Qualifizierungsmaßnahmen in der betrieblichen Praxis etabliert. Die Qualität der eingesetzten AC-Verfahren hängt entscheidend davon ab, inwieweit das Verfahren objektiv, transparent ist und belastbare Ergebnisse (Validität) bringt.

Die vorliegende Auswertung von Betriebs- und Dienstvereinbarungen zeigt, wie die Betriebsparteien die einzelnen Prozessschritte eines AC von der Vorbereitung über die Durchführung bis zur Umsetzung und Nachbereitung regeln.
Besondere Berücksichtigung finden dabei die Darstellung und Normierung von Anforderungsprofilen, Bewertungskriterien und der Durchführung des Verfahrens. Teilnehmende im Vorfeld eines AC-Verfahrens zu informieren und über ihre Rechte aufzuklären, kommt hingegen oftmals zu kurz. Dies ist ein Widerspruch zur Forderung nach Transparenz und beeinflusst gleichzeitig die Objektivität und Validität der Ergebnisse von AC.

Ebenfalls stark vernachlässigt wird in den untersuchten Vereinbarungen die geschlechtsneutrale Gestaltung des AC-Verfahrens. Dies mag auf die Unkenntnis der Betriebsparteien über die Grundsätze der allgemeinen Gleichbehandlung nach Grundgesetz und Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zurückzuführen sein. Allerdings sind auch nahezu alle untersuchten Vereinbarungen vor Inkrafttreten des AGG im Jahr 2006 abgeschlossen worden.

AC-Verfahren verursachen für die Organisationen einen hohen Zeit- und Kostenaufwand. Aktuelle Tendenzen zeigen daher, dass die AC-Verfahren sparsamer gestaltet werden. Die Zahl der Beobachtenden, Teilnehmenden und Übungen werden reduziert. Hinzu kommt der zunehmende Einsatz von computergestützten Verfahren und Multimedia-Anwendungen.

Die steigende Anzahl der ins Ausland entsandten Beschäftigten erfordert zukünftig eine Internationalisierung von AC-Verfahren. Allerdings fehlt es einigen Vereinbarungen an Regelungen zur Weiterentwicklung des Instruments und zur Lösung von Konflikten.

Interessenvertretungen haben Einflusspotenziale bei der Mitgestaltung des AC-Konzepts. Die Kurzauswertung mit praktischen Hinweisen bietet Hilfestellung zur Problemlösung, zur Einflussnahme der Interessenvertretung und zur Gestaltung einer eigenen Vereinbarung.


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