Kurzauswertungen

Umgang mit Nichtraucherschutz im Betrieb

Ausgewertet wurden 64 betriebliche Vereinbarungen aus den Jahren 1991 bis 2009


Die Regulierung von Rauchverboten und Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz hat eine lange Tradition. Seit 2002 wird Nichtraucherschutz in der Arbeitsstättenverordnung und zusätzlich in Nichtraucherschutzgesetzen verankert. Dennoch ergibt sich neuer und eher höherer Regelungsbedarf, da die gesetzlichen Bestimmungen ausfüllungsbedürftig blieben und zahlreiche Mitbestimmungstatbestände erfüllt sind. Mitbestimmung der Interessenvertretung greift nicht nur hinsichtlich des Gesundheitsschutzes, sondern auch bezüglich Fragen der Ordnung im Betrieb, der Arbeitszeit- und Pausenregelungen und mitunter selbst des Datenschutzes.

Betriebliche Vereinbarungen zum Nichtraucherschutz entschärfen zwar die Konflikte zwischen nichtrauchenden und rauchenden Beschäftigten. Raucher und Raucherinnen müssen teilweise aber größere Auflagen in Kauf nehmen.

In der vorliegenden Auswertung wurden 64 Betriebs- und Dienstvereinbarungen zum Nichtraucherschutz ausgewertet. 55 dieser Vereinbarungen wurden nach 2002 - und damit nach Erlass spezieller gesetzlicher Bestimmungen - abgeschlossen. Quer durch sehr unterschiedliche Branchen aus produzierendem Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Bildung zeigten sich ähnliche Regelungsmuster. Strenge Rauchverbote sind z. T. gesetzlich vorgegeben, um Anlagen und Produktion zu schützen und Kontaminationen, Explosionen und Brände zu vermeiden. Unabhängig davon bilden weitgehende Rauchverbote zum Nichtraucherschutz vielfach den Kern der Vereinbarungen. Betriebliche Vereinbarungen klären im Detail Fragen örtlich wie zeitlich beschränkter Rauchgelegenheiten. Sie sind durchweg dem toleranten Miteinander von rauchenden und nichtrauchenden Beschäftigten verpflichtet und bemüht, Konflikte zu entschärfen.

Die ausgewerteten Vereinbarungen regeln die Abgrenzung, Markierung und Ausstattung von Raucherbereichen, die Begrenzung bzw. Nichtvergütung von Rauchpausen, den Umgang mit rauchenden Kunden, Fremdfirmenangehörigen etc. sowie den Umgang mit Konflikten. Verantwortliche werden hinsichtlich der Durchsetzung in die Pflicht genommen. Bisweilen drohen ernste arbeitsrechtliche Konsequenzen bei Verstößen – bis hin zur Übernahme von Reinigungskosten. Andererseits werden vielfach Hilfen zur Rauchentwöhnung angeboten.

Konflikte ergeben sich durch den verschärften Zwang zum Nacharbeiten der Rauchpausen. In dieser Debatte um bezahlte bzw. nicht bezahlte Rauchpausen, bleiben häufig die positiven betrieblichen kommunikativen Aspekte gemeinsamer Kurzpausen unberücksichtigt. Unterschwellige Strategien, um Arbeitskraft und Arbeitszeit in der Auseinandersetzung um Nichtraucherschutz zu intensivieren, wird bislang insofern wenig Widerstand entgegengesetzt.


zurück

Login

Melden Sie sich an, um Ihre Merkliste anzeigen zu können

RegistrierenPasswort vergessen?

X

Hinweis zur Nutzung von Cookies auf dieser Website

Dieses Portal verwendet Cookies zur Optimierung der Browserfunktion. Die Cookie-Einstellungen für diese Website sind auf „alle Cookies zulassen“ festgelegt. Wenn Sie fortsetzen bzw. diesen Hinweis schließen, ohne Ihre Einstellungen zu ändern, stimmen Sie diesen zu.



Mehr Informationen zu Cookies