Auswertungen

Betriebliche Weiterbildung

Ausgewertet: 504 Betriebs- und Dienstvereinbarungen aus 46 Branchen aus den Jahren 2004 bis 2011.


Die Analyse der Vereinbarungen zeigt deutlich, dass sich ein Trend fortsetzt, der bereits 2005 thematisiert wurde: Weiterbildung wird nicht mehr als Thema an sich, sondern vor allem im Kontext anderer betrieblicher Themen geregelt.

Die Themen Weiterbildung und lebenslanges Lernen haben seit Jahren in Medien, Politik, Gewerkschaften und Verbänden Konjunktur. Nicht zuletzt zeichnen sich sind immer deutlicher Folgen des demographischen Wandels für die langfristige Sicherung des Fachkräftebedarfs der Unternehmen ab. Deshalb herrscht weitgehend Konsens darüber, dass „Lernen, ein Leben lang“ ein Muss ist, um individuell beruflich anpassungsfähig zu bleiben. Betriebliche Weiterbildung ist gleichbedeutend mit beruflicher Teilhabe und Entwicklung. Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, ihre Innovationsfähigkeit und die Weiterentwicklung der Volkswirtschaft sind hiervon berührt.
Im Laufe der Zeit haben sich Themen und Formen angebotener Weiterbildung verändert. Neben rein fachlichen Qualifikationen geht es vermehrt um methodische und personale Kompetenzen, neben traditionelle Vermittlungsformen in Kursen, Seminaren und Veranstaltungen treten verstärkt arbeitsplatznahe Formen wie E-Learning, Coaching oder Job Rotation. Qualifizierung wird „entformalisiert“, Arbeiten und Lernen gehen ineinander über.
Weiterbildung steht deutlicher im Zusammenhang mit betrieblichen Änderungsprozessen und Restrukturierungen, wird Teil der betrieblichen Organisationsentwicklung. Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund weltweit sich wandelnder Wettbewerbsbedingungen der Unternehmen: Standort- und Kostenkonkurrenz, der Zwang zu innovativen und wettbewerbsfähigen Produkten, verstärkte Kundenorientierung und immer höhere Anforderungen an die Quali-tätssicherung erfordern zunehmend neue und breitere Kompetenzen.

Im untersuchten Material nehmen einen sehr großen Raum die Vereinbarungen zum Mitarbeitergespräch ein. Sie sind besonders als Instrument zur Qualifizierungsbedarfsfeststellung und Bildungsplanung von großer Bedeutung.
Während Regelungen zu Schulungen bei Einführung neuer Hard- oder Software ebenfalls prominent im Vereinbarungsbestand vertreten sind, spielen, anders als in der vorangegangenen Studie aus dem Jahr 2005, solche zum allgemeinen Umgang mit dem Computer und dem Internet bzw. der E-Mail-Funktion kaum noch eine Rolle. Möglicherweise gehört der sichere Umgang mit Computer, Browser und elektronischer Post inzwischen zu den grundlegenden Arbeitstechniken, wie Lesen und Schreiben.
Deutlich zugenommen haben dagegen Regelungen zur Bescheinigung und Zertifizierung von Qualifizierungsmaßnahmen, zur Evaluation der Maßnahmen und zur Qualitätssicherung des Weiterbildungsangebots. Ebenfalls vermehrt finden sich Regelungen zu Form und Inhalt so genannter „Qualifizierungsvereinbarungen“. Sie werden vorzugsweise bei längeren Qualifizierungsmaßnahmen zwischen weiterbildungswilligen Beschäftigten und dem Arbeitgeber abgeschlossen. Diese Qualifizierungsvereinbarungen legen Rechte und Pflichten beider Seiten fest, z.B. die Finanzierung der Maßnahme in Form von Zeit und Geld und enthalten oft auch eine Rückzahlungsklausel bei vorzeitigem Verlassen des Unternehmens.



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