Auswertungen

Teilzeitarbeit

Ausgewertet: 107 Vereinbarungen, davon 25 Vereinbarungen abgeschlossen vor dem Jahr 2001


Die Ziele vieler Vereinbarungen orientieren sich an unterschiedlichen Interessen: Einerseits werden Beschäftigtenwünsche erfüllt und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, andererseits sollen Arbeitsplätze abgebaut und Kosten verringert werden.
Betriebe, die Wünsche der Beschäftigten im Blick haben, bieten vielfältige Teilzeitmodelle und flexible Wahlmöglichkeiten an. Hauptsächlich geht es dabei um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch darum mit Ersatzeinstellungen die Beschäftigung zu fördern.
Aber nur selten gehen die vereinbarten Regelungen über gesetzliche Bestimmungen hinaus. Teilzeit wird ermöglicht, wenn die betrieblichen Belange dies zulassen.

Vereinbarungen mit der Intention, durch Teilzeit Personal abzubauen oder betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, ermöglichen Beschäftigten den einfachen Einstieg in Teilzeit und verknüpfen dies mit besonderen Anreizen. Die Betriebe nutzen die Flexibilität und behalten sich vor, je nach Auftragslage auch zusätzliche Arbeitsleistung abzurufen, so dass Teilzeitbeschäftigte zeitweise mit Mehrarbeit rechnen müssen.

Die umfangreiche Regelungspraxis zeigt insgesamt deutlich positive Effekte von Teilzeit. Betriebe und Dienststellen können auf die demografische Entwicklung reagieren: So planen sie mit der Teilzeit Ersatzeinstellungen und verbinden dies mit einer Verjüngung der Belegschaft und der Sicherung von qualifiziertem Nachwuchs. Beschäftigten mit familiären Verpflichtungen wird häufiger ein vorrangiger Anspruch auf Teilzeit eingeräumt. Außerdem gibt es für Rückkehrwillige aus der Elternzeit das Angebot von Teilzeitarbeitsplätzen. Leider wird die Rückkehr in Vollzeit nicht ebenso ermöglicht.

Regelungen zu Entlohnung, Urlaub und anderen materiellen und sozialen Leistungen werden meist anteilig in Relation zu Vollzeitbeschäftigten getroffen, manchmal auch darüber hinausgehend.

Mit der Verabschiedung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Vereinbarungen deutlich verändert. Dies spiegelt sich auch in den Vereinbarungen wider, denn sie nehmen die gesetzlichen Gestaltungsanforderungen auf, präzisieren sie oder regeln sie teilweise vorteilhafter. Für einen Anspruch auf Teilzeit wird aber nur in einem einzigen Fall über das Gesetz hinausgehender Rechtsanspruch vereinbart. Häufiger sind vorausschauend Verfahrensweisen zur Beilegung von möglichen Konflikten vereinbart, wenn z. B. betriebliche Belange der Teilzeit entgegenstehen. Um willkürlichen Entscheidungen bei der Bewilligung von Teilzeitwünschen entgegenzuwirken, haben einzelne Vereinbarungen mögliche Ablehnungsgründe bereits konkretisiert.

Fehlende Teilzeitmöglichkeiten für Führungskräfte sind oft eine Ursache für den geringen Frauenanteil in Führungspositionen, obwohl das Gesetz einen Anspruch von Führungskräften auf Teilzeit festlegt. Eine Vereinbarung konkretisiert, wie dies für Leitungsfunktionen in Teilzeit organisiert und damit der gesetzliche Anspruch praktisch eingelöst werden kann.

Teilzeit als geringfügige Beschäftigung wird in den meisten Vereinbarungen ausgeschlossen oder nur auf Beschäftigtenwunsch hin zugelassen. Wenige Vereinbarungen tragen einer prekären Beschäftigungssituation insofern Rechnung, als sie die gesetzlichen Rechte hinsichtlich Entlohnung, bezahltem Urlaub oder Lohnfortzahlung bei Krankheit besonders festschreiben. Vor dem Hintergrund, dass geringfügig Beschäftigte Gefahr laufen, dass gesetzlich zustehende Leistungen vorenthalten werden, sind solche Regelungen sehr hilfreich.

Einige Beschäftigtenvertretungen haben auch Beteiligungsmöglichkeiten über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus erreicht, so z. B. Informations-, Beratungs- und Mitbestimmungsrechte bei der Umwandlung von Vollzeit- in Teilzeitstellen und bei der Besetzung von Stellen, oder bei der Beteiligung am Antragsverfahren und der Bewilligung oder Ablehnung. In die Vereinbarungen haben die Betriebs- und Personalräte auch Kontrollmöglichkeiten einbezogen. Mit ihnen können Maßnahmen, die für die betriebliche Umsetzung von Teilzeitarbeit vorgesehen wurden, verfolgt, bewertet und verbessert werden.



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