Auswertungen

Zeitwirtschaftssysteme

Ausgewertet: 163 betriebliche Vereinbarungen aus den Jahren 1988 bis 2009


Zeitwirtschaftssysteme sind Weiterentwicklungen der früheren computergestützten Arbeitszeiterfassungssysteme. Heute sind sie weitaus leistungsfähiger und unterstützen das betriebliche Zeitmanagement im Zusammenspiel mit der vernetzten Informations- und Kommunikationstechnik in Betrieben und Verwaltungen jeder Größenordnung. Sie bilden betriebliche Arbeitszeit- und Schichtarbeitsmodelle ab, unterstützen die Personaleinsatzplanung sowie das Personalcontrolling und viele arbeitszeitbezogene und zeitwirtschaftliche internen Abläufe (Workflows).

Seit den 70er Jahren können Arbeitnehmervertretungen die Einsatzbedingungen von Arbeitszeiterfassungssystemen in Betrieben und Verwaltungen mitbestimmen. So verhinderten oder begrenzten sie z. B. Auswertungen von personenbezogenen Zeitdaten zur Verhaltens- und Leistungskontrolle und sichern den Beschäftigten Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte. Das hat bis heute nicht an Aktualität verloren, doch kommen neue Anforderungen an die betrieblichen Regelungen hinzu.

Zunehmend fordern die Beschäftigten eine manipulationssichere Dokumentation ihrer Arbeitszeiten, während Arbeitgeber mehrheitlich die Arbeitszeitorientierung durch Zielvereinbarungen ablösen und in diesem Zuge die Zeiterfassung zugunsten der so genannten Vertrauensarbeitszeit abschaffen möchten. Beschäftigte im Schichtdienst erwarten vom Einsatz moderner Planungssoftware, dass die Einsatzplanung und damit ihre Arbeitsbedingungen optimiert werden. Damit einhergehend fordern Arbeitnehmervertretungen von den Zeitwirtschaftssystemen, dass sie die geltenden rechtlichen Grundlagen der Arbeitszeitgestaltung bei Arbeitszeitplanung, -dokumentation und -abrechnung berücksichtigen.

Aktuelle Betriebs- und Dienstvereinbarungen greifen die modernen Tendenzen in Technik und Anwendung auf. Sie stellen Grundsätze und Regeln für die Arbeitszeit- und die Schichtplangestaltung und für die Workflow-Prozesse auf. Sie zielen auf bessere Arbeits(zeit)bedingungen durch angepasste, mitarbeiterorientierte Einsatzplanung und eine stärkere Beachtung der rechtlichen und tariflichen Bestimmungen. In jüngerer Zeit finden sich zunehmend Beispiele, in denen Betriebs- und Personalräte selbst Nutzen aus den installierten Zeitwirtschaftssystemen ziehen. Dementsprechend enthalten einige Vereinbarungen Regelungen, die auch Auswertungen, Statistiken und Kennzahlen für die Arbeitnehmervertretung definieren, z. B. ob Höchstarbeitszeiten, Ruhezeiten und Pausen eingehalten oder Mehrarbeit entsprechend § 16 ArbZG dokumentiert wird. Über eigene Zugriffsberechtigungen können einige Betriebs- und Personalräte auf die Systeme und damit auf gesicherte zeitwirtschaftliche Daten zugreifen. Zeitwirtschaftssysteme sind durchaus auch im Sinne des
Betriebs-/Personalrates und dessen gesetzlichen Auftrags einsetzbar.


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