Auswertungen

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Ausgewertet: 127 Vereinbarungen aus den Jahren 2001 bis 2010


Das Eingliederungsmanagement gilt seit 2004 für alle Betriebe. Beschäftigten muss Hilfe und Unterstützung zu Teil werden, wenn sie jährlich sechs Wochen und länger arbeitsunfähig sind. Neue Arbeitsunfähigkeit soll auf diesem Weg möglichst vermieden und der Arbeitsplatz gesichert werden. Bei der betrieblichen Umsetzung dieser Aufgabe bestand anfänglich Unsicherheit. Mittlerweile liegen rechtliche Einschätzungen und Entscheidungen sowie sachgerechte und in der Praxis erprobte Konzepte vor. Auf dieser Basis konnten in vielen Betrieben und Verwaltungen Arbeitgeber und betriebliche Interessenvertretungen gemeinsam betriebsspezifische Verfahren und Regelungen entwickeln.

Die vorliegenden Vereinbarungen kommen gleichermaßen aus der privaten Wirtschaft wie der öffentlichen Verwaltung. Häufig werden die in Theorie und Praxis entwickelten Verfahren aufgegriffen und das BEM als verbindliches betriebliches Verfahren eingerichtet. Integriert wird auch ein Einzelfallmanagement, das ebenfalls vorgegebene Arbeitsschritte, Verfahren und Instrumente beinhaltet.

Das BEM soll in die Unternehmenskultur und das Gesundheitsmanagement integriert werden. So betonen es die Vereinbarungen. Vielfach vorgesehen sind Prüfungen darüber, inwieweit die Arbeitsbedingungen mitursächlich für die Erkrankungen sind oder sich nachteilig auf den Verlauf von Erkrankungen auswirken. In dem Zusammenhang werden Gefährdungsbeurteilungen herangezogen oder auch neu durchgeführt. Neu im SGB IX ist die Stärkung der Selbstbestimmung der Betroffenen. Eindeutige und umfassende Regelungen zur Freiwilligkeit werden für den gesamten Prozessablauf getroffen.

Die Mitbestimmungsrechte von Betriebs- und Personalräten werden kontrovers diskutiert. Die Vereinbarungen zeigen in dieser Frage allerdings, dass durch den Abschluss von Dienstvereinbarungen Fakten geschaffen wurden. Teils werden weit reichende Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte von Betriebs- und Personalräten festgeschrieben.

Der Datenschutz ist der sensibelste Bereich des BEM. Es gibt Datenschutzkonzepte, die abgestimmt auf die unterschiedliche Art von Daten Vorgaben zum Umgang machen. Aber insgesamt fehlen in den Betriebsvereinbarungen derart konkrete Regelungen nicht selten. Teilweise werden nur allgemeine Hinweise auf die Sicherstellung des gesetzlichen Datenschutzes aufgenommen.

Recht selten ist in den Vereinbarungen auch die Ausstattung mit erforderlichen Ressourcen (Weiterbildung, Freistellung, Finanzen) geregelt.


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