Erwerbstätigkeit

Minijobs als Nebentätigkeit 2004-2017

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In Deutschland übt fast jede/r zwölfte sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer/in zusätzlich einen Minijob als Nebentätigkeit aus: Im Jahr 2017 betraf dies mehr als 2,7 Mio. Beschäftigte (Jahresdurchschnittswert). Frauen stellen mit mehr als 1,5 Mio. einen im Vergleich zu Männern (1,2 Mio.) etwas höheren Anteil an dieser Beschäftigtengruppe. Die größere Bedeutung von Neben-Minijobs für Frauen wird auch deutlich, wenn man Neben-Minijobber/innen jeweils in Bezug zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten setzt: Einen zusätzlichen Minijob übt jede zehnte abhängig beschäftigte Frau aus (10 Prozent), aber nicht einmal jeder vierzehnte Mann (7 Prozent).(1)

 

Innerhalb des Beobachtungszeitraums 2004 bis 2017 hat sich die Zahl der Neben- Minijobber/innen – bei Frauen wie Männern – fast verdoppelt (Grafik 1).(2)Bei Frauen stieg die Anzahl von 777.000 auf 1,53 Mio. und bei Männern von 652.000 auf 1,21 Mio. Neben-Minijobber/innen. Besonders deutlich wird diese Zunahme, wenn man sie mit der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Zeitverlauf vergleicht (Grafik 4):

  • Von 2004 bis 2017 hat sich die Zahl der Frauen mit Mini-Nebenjob fast verdoppelt (97 Prozent), während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im gleichen Zeitraum „nur“ um 25 Prozent angestiegen ist.
  • Bei Männern ist die Zahl der Minijobber (mit 85 Prozent) zwar in etwas geringerem Umfang gestiegen, aber der prozentuale Anstieg war bei ihnen – ähnlich wie bei den Frauen – rund viermal größer als unter sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (19 Prozent).

 

Trotz der leicht unterschiedlichen Anstiege der Neben-Minijobs unter Frauen und Männern, hat sich der Frauenanteil an dieser Beschäftigtengruppe zwischen 2004 (54,4 Prozent) und 2017 (55,8 Prozent) kaum verändert (vgl. Tabelle 1).


Im regionalen Vergleich fällt zunächst auf, dass Minijobs als Nebentätigkeit in Westdeutschland wesentlich häufiger auftreten als in Ostdeutschland: Fast jede/r zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Westdeutschland übt zusätzlich noch einen Minijob aus. In Ostdeutschland ist der Anteil mit 4 Prozent deutlich niedriger.(3)

„Bei Frauen mit Zweitjob fällt zudem in Westdeutschland ein ausgeprägtes Süd-Nord- Gefälle auf.“(4)

Zwischen 2004 und 2017 ergibt sich in West- und Ostdeutschland ein jeweils ähnlich starker Anstieg der Neben-Minijobs– und zwar sowohl für Frauen als auch für Männer. Frauen in Ostdeutschland stellen mit 59 Prozent im Jahr 2017 einen etwas höheren Anteil an den Neben-Minijobber/innen als Frauen in Westdeutschland (56 Prozent) (vgl. Tabellen 2 und 3).

 

Für die Einschätzung der Bedeutung von Minijobs als Nebentätigkeit ist es wichtig, zwischen den Geschlechtern zu differenzieren, denn Frauen und Männer nehmen aus unterschiedlichen Gründen einen Neben-Minijob an. Auf Basis der repräsentativen Längsschnittdaten des Sozio-ökonomischen Panels konnten Schmidt und Voss(5) mit ihren Analysen belegen: 

  • Für Männer ist der Neben-Minijob zumeist ein Zuverdienst, denn die Mehrheit dieser Männer zählt zu den Beschäftigten mit überdurchschnittlichen Einkommen.
  • Der umgekehrte Zusammenhang gilt bei den Frauen, denn in der Mehrheit sind es Frauen mit geringen Einkommen, die einen zusätzlichen Minijob – neben ihrer Haupttätigkeit – ausüben. Frauen nehmen eine solche Nebentätigkeit vor allem auf, um ihre Existenzgrundlage abzusichern. Die finanzielle Notwendigkeit zur Ausübung eines Neben-Minijobs ergibt sich bei den meisten Frauen aus einer unfrei- willigen Teilzeit und den daraus resultierenden niedrigen Einkünften.(6)

 

Auslöser für die Notwendigkeit eines zusätzlichen Minijobs ist bei Frauen häufig eine Trennung, da sie dann nicht (länger) über einen Partner oder eine Partnerin abgesichert sind: Im Vergleich zu verheirateten Frauen üben geschiedene und getrenntlebende Frauen mehr als dreimal so häufig einen Neben-Minijob aus.(7)

 

 

 

Bearbeitung: Dietmar Hobler, Svenja Pfahl, Linda Hentschel

 

 

Literatur

 

Bundesagentur für Arbeit (2018): Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit ge- ringfügig entlohntem Nebenjob, Arbeitsmarkt kompakt, Nürnberg. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Personen-gruppen/generische-Publikationen/Mehrfachbeschaeftigte.pdf,
letzter Zugriff: 15.10.2018.

Klinger, Sabine / Weber, Enzo (2017): Zweitbeschäftigungen in Deutschland: Immer mehr Menschen haben einen Nebenjob. IAB-Kurzbericht 22/2017, http://doku.iab.de/kurzber/2017/kb2217.pdf, letzter Zugriff: 15.10.2018.

Körner, Thomas / Meinken, Holger / Puch, Katharina (2013): Wer sind die ausschließlich geringfügig Beschäftigten? Eine Analyse nach sozialer Lebenslage, in: Wirtschaft und Statistik, 01/2013, Seiten 42-61.
https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Monatsausgaben/Wista- Januar2013.pdf?blob=publicationFile, letzter Zugriff: 15.10.2018.

Schmidt, Tanja / Voss, Dorothea (2014): Arbeitsmarkt- und geschlechtsdifferentielle Einflussfaktoren für die Ausübung einer geringfügigen Nebenbeschäftigung, in: Industrielle Beziehungen, Jg. 21, Heft 1, Seiten 36-57.

Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2018): Statistik erklärt, Arbeitsmarkt und Grundsicherung für Arbeitssuchende in Zahlen, Nürnberg, https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Kurzinformationen/ Generische-Publikationen/Statistik-erklaert/Statistik-erklaert.pdf,
letzter Zugriff: 15.10.2018.

Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2017): Statistik der sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigung. Version 7.7. Grundlagen: Qualitätsbericht. Nürnberg. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Qualitaetsberichte/Generische-Publikationen/Qualitaetsbericht-Statistik-Beschaeftigung.pdf, letzter Zugriff 15.10.2018.

Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2015): Methodenbericht. Beschäftigungsstatistik Revision 2014, zweite überarbeitete Fassung, Nürnberg, https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Methodenberichte/Beschaeftigungsstatistik/Generische-Publikationen/Methodenbericht-Beschaefti-gungsstatistik-Revision-2014.pdf, letzter Zugriff: 15.10.2018.

Voss, Dorothea / Schmidt, Tanja (2014): Wenn ein Job zum Leben nicht reicht. Mini- Zweitjobs: Für Frauen ein Muss – für Männer ein Zuverdienst. In: DGB frau geht vor, 03/2014, Seiten 12-14. Website: http://frauen.dgb.de/frau-geht-vor, letzter Zugriff: 15.10.2018.

 

 


(1) Diese Angaben beruhen auf den Jahresdurchschnittswerten, die auf Basis der der Monatsangaben zu den sozialver- sicherungspflichtig Beschäftigten – mit bzw. ohne Minijob – berechnet wurden (siehe methodische Anmerkungen).

(2) Der starke Anstieg dürfte vorwiegend darauf zurückzuführen sein, dass im Zuge der Arbeitsmarktreform 2003 auch die Möglichkeit geschaffen wurde, dass sozialversicherungspflichtig Beschäftigte neben ihrer Haupttätigkeit einen Minijob ausüben dürfen, der zumeist frei von Steuerabgaben und Sozialversicherungsbeträgen ist. Vgl. dazu: Körner, Thomas / Meinken, Holger / Puch, Katharina (2013): Wer sind die ausschließlich geringfügig Beschäftigten? Eine Analyse nach sozialer Lebenslage. 

(3) Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2018): Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit geringfügig entlohntem Nebenjob, Arbeitsmarkt kompakt, Nürnberg, Seite 9.

(4) Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2018): Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit geringfügig entlohntem Nebenjob, Arbeitsmarkt kompakt, Nürnberg, Seite 16.

(5) Vgl. Schmidt, Tanja / Voss, Dorothea (2014): Arbeitsmarkt- und geschlechtsdifferentielle Einflussfaktoren für die Ausübung einer geringfügigen Nebenbeschäftigung.

(6) Zu vergleichbaren Befunden gelangen auch Klinger und Weber in ihrer Untersuchung von Zweitbeschäftigungen in Deutschland auf Basis einer Stichprobe aus der IAB-Beschäftigtenhistorik (für das Jahr 2014): Beschäftigte üben einen Minijob als Nebenjob dann mit höherer Wahrscheinlichkeit aus, wenn sie in ihrer Haupttätigkeit teilzeitbeschäftigt sind und/oder wenn sie eine niedrig bezahlte Tätigkeit ausüben. Vgl. Klinger, Sabine /Weber, Enzo (2017): Zweitbeschäftigun- gen in Deutschland: Immer mehr Menschen haben einen Nebenjob.

(7) Vgl. Voss, Dorothea / Schmidt, Tanja (2014): Wenn ein Job zum Leben nicht reicht. Mini-Zweitjobs: Für Frauen ein Muss – für Männer ein Zuverdienst.

Datentabellen zu den Grafiken

 

 


 

 


 

 



Methodische Anmerkungen

 

Die vorliegenden Analysen basieren auf den Daten der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Deren Schwerpunkte sind die Berichterstattung über die sozialversicherungspflichtigen und die geringfügig Beschäftigten.

Die Beschäftigungsstatistik basiert auf den Angaben, die die Arbeitgeber/innen seit 1999 – gemäß der Datenerfassungs- und Übermittlungsordnung (DEÜV) – für alle Arbeitnehmer/innen, die kranken- oder rentenversicherungspflichtig sind, oder der Versicherungspflicht nach dem SGB III unterliegen, an die Träger der Sozialversicherung weitergeben müssen. Das Meldeverfahren verlangt von den Arbeitgeber/innen Angaben zu ihren Arbeitnehmer/innen (Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Ausbildung, ausgeübte Tätigkeit, Stellung im Betrieb, Wohnort) sowie zum Betrieb.

Die Beschäftigungsstatistik stellt damit keine Primärerhebung dar, denn die Daten werden aus dem Verwaltungsprozess zur Sozialversicherung gewonnen. Die Qualität dieser Sekundärdaten für statistische Zwecke wird als sehr gut eingeschätzt. Als wichtigste Gründe dafür werden genannt:

  • Die Beschäftigungsstatistik ist eine Totalerhebung aller sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten in Deutschland.
  • Die Auskunftspflicht der Arbeitgeber/innen über ihre sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigten garantiert weitgehend vollständige und aussage- fähige Angaben.
  • Die Erhebung der Daten erfolgt als mehrstufiges Verwaltungsverfahren, bei dem die Arbeitgeber/innen ihre Daten zunächst an die Krankenkassen melden. Von diesen werden sie an die Rentenversicherungsträger und schließlich an die Bundesagentur für Arbeit weitergegeben. Die gemeldeten Angaben bieten gute Kontrollmöglichkeiten und werden durch die Krankenkassen und die Rentenversicherung mehrfach auf inhaltliche Richtigkeit überprüft.

In der Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit werden Erwerbstätigkeit und Beschäftigung nach dem Inlandskonzept (auch Arbeitsortkonzept genannt) erhoben. Danach gehören Einpendler/innen, die in Deutschland arbeiten, ihren Wohnsitz aber im Ausland haben, zu den Erwerbstätigen bzw. Beschäftigten in Deutschland, während Auspendler/innen nicht mitgezählt werden.(1)

In der Statistik der geringfügig Beschäftigten werden alle Beschäftigten gezählt, die eine oder mehrere geringfügige Beschäftigung/-en ausüben, und deren Gesamt- verdienst unterhalb der Verdienstobergrenze von 400 Euro bzw. 450 Euro (seit 01.01.2013) liegt.(2)Entsprechend der möglichen Bedeutung der geringfügigen Beschäftigung für den/die Arbeitnehmer/in wird in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit unterschieden zwischen:

a) den ausschließlich geringfügig Beschäftigten, und
b) den Arbeitnehmer/innen, die neben einer sozialversicherungspflichtigen (Haupt-) Tätigkeit noch im Nebenjob geringfügig beschäftigt sind.(3)

Für die ausschließlich geringfügig Beschäftigten liegen Daten ab dem zweiten Quartal 1999 vor, und für die im Nebenjob geringfügig Beschäftigten ab dem zweiten Quartal 2003.

Die Daten der Beschäftigungsstatistik wurden im Jahr 2014 einer grundlegenden Revision unterzogen. Dabei konnte auf der Basis einer verbesserten Datenaufbereitung der Beschäftigungsstatus genauer bestimmt werden. Zudem wurden die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um einige Gruppen erweitert: Zu ihnen zählen nun auch die Beschäftigten in Werkstätten für Behinderte und seit 2012 auch alle Personen, die einen Bundesfreiwilligendienst leisten. Beide Veränderungen bewirkten so gravierende Abweichungen der revidierten gegenüber den früheren Daten, dass für die Daten der Zeitreihe eine rückwirkende Revision erforderlich wurde.(4)

Das Ausmaß der Veränderung wird ersichtlich, wenn man die revidierten gegenüber den alten Daten am Stichtag 30.06.2013 vergleicht:(5)

  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt nun um 1,2 Prozent höher. Der wichtigste Grund dafür ist die Erweiterung um die beiden oben genannten Beschäftigungsgruppen.
  • Demgegenüber sinkt die Zahl der im Nebenjob geringfügig Beschäftigten um 11,3 Prozent, während die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten um 5,1 Prozent ansteigt. Diese beiden Veränderungen sind ausschließlich auf die verbesserte Datenaufbereitung zurückzuführen.

Die vorliegenden Zeitreihen basieren auf den revidierten Daten.

Die Ergebnisse für die einzelnen Jahre stellen echte Durchschnittswerte dar, die auf der Basis der Monatsangaben berechnet wurden. Für die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wird in vielen Publikationen auf die Angaben zum Ende des zweiten Quartals (Stichtag: 30. Juni) zurückgegriffen, weil diese Daten als annähernd repräsentativ für die echten Jahresdurchschnittswerte gelten. „Die repräsentative Verwendung des Juni-Stichtags für das gesamte Jahr ist allerdings nicht für alle Beschäftigungsarten gleichermaßen geeignet. Bei den geringfügig Beschäftigten weichen Juni- und Jahresdurchschnittswert viel deutlicher voneinander ab; zudem unterliegt diese Abweichung größeren relativen Schwankungen. Für eine trendmäßige Beurteilung der geringfügigen Beschäftigung ist daher der „echte“ Jahresdurchschnittswert als analytische Größe zu bevorzugen.“(6)

Wie eigene Analysen ergaben, fallen die Abweichungen für Frauen und Männer dar- über hinaus unterschiedlich stark aus. Für geschlechterspezifische Analysen der geringfügigen und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sind die echten Jahresdurchschnittswerte daher unbedingt vorzuziehen.

 

 

 


(1) Alle inhaltlichen Angaben sind folgender Publikation entnommen: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2016):Statistik der sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigung. Version 7.7., Grundlage: Qualitätsbericht, Nürnberg.

(2) Demgegenüber sind Personen, die als einzige Tätigkeit eine kurzfristige Beschäftigung ausüben, nicht versicherungs- pflichtig und werden daher auch nicht in der Beschäftigungsstatistik erfasst.

(3) Vgl. Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2016): Statistik der sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigung, Version 7.7, Grundlage: Qualitätsbericht, Nürnberg.

(4) Vgl. Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2015): Methodenbericht. Beschäftigungsstatistik Revision 2014, Nürnberg.

(5) a. a. O.

(6) Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2017): Statistik erklärt, Arbeitsmarkt und Grundsicherung für Arbeitssuchende in Zahlen, Nürnberg, Seite 67.

 

Geringfügige Beschäftigung (Minijobs)
Seit April 2003 gilt das Zweite Gesetz für moderne Dienstleistung am Arbeitsmarkt, in dem auch die geringfügige Beschäftigung (Minijobs) neu geregelt wurde. Es sind zwei Arten von geringfügiger Beschäftigung zu unterscheiden:

  • Geringfügig entlohnte Beschäftigung: „Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung (§ 14 SGB IV) regelmäßig im Monat die Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreitet. Die Geringfügigkeitsgrenze beträgt bis einschließlich zum 31. Dezember 2012 400 Euro und ab dem 1. Januar 2013 450 Euro.“(1)
  • Kurzfristige Beschäftigung: „Eine kurzfristige Beschäftigung liegt nach § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV vor, wenn die Beschäftigung für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die innerhalb eines Kalenderjahres auf nicht mehr als zwei Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage (im Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2018: 3 Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage) nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist.“(2)

„Werden von derselben Person mehrere geringfügige Beschäftigungen (geringfügig entlohnte oder kurzfristige Beschäftigungen) oder geringfügig entlohnte Beschäftigungen und nicht geringfügige Beschäftigungen ausgeübt, so sind sie zusammenzurechnen (§ 8 Abs. 2 SGB IV). (…) In der Statistik der geringfügig Beschäftigten wer- den Beschäftigte gezählt, die nur eine oder mehrere geringfügige Beschäftigungen ausüben, die sich – auch bei einer Zusammenrechnung – in den Grenzen des § 8 Abs. 1 SGB IV bewegen.“(3)

 


(1) Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2017): Statistik der sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigung.
Version 7.7, Grundlagen: Qualitätsbericht, Nürnberg Seite 7.

(2) a.a.O.

(3) a. a. O., Seite 7 f

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