Erwerbstätigkeit

Befristete Beschäftigung nach Altersgruppen 1991-2015

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Frauen arbeiten häufiger in befristeten Beschäftigungsverhältnissen als Männer. Innerhalb des Beobachtungszeitraums von 1991 bis 2015 fällt der Anteil an befristeter Beschäftigung unter Frauen in fast jedem Jahr und in fast allen Altersgruppen etwas höher aus als unter Männern.

Im Jahr 2015 hatten 8 Prozent der abhängig beschäftigten Frauen und etwas mehr als 7 Prozent der Männer einen befristeten Arbeitsvertrag. Über den gesamten Betrachtungszeitraum, und besonders in den Jahren 2004 bis 2011, ist der Anteil an befristeten Beschäftigungsverhältnissen bei beiden Geschlechtern stark angestiegen. Seit 2011 sind die Befristungsquoten bei Frauen wie Männern und in allen Altersgruppen allerdings wieder leicht rückläufig.

Der Anteil befristeter Beschäftigung variiert sehr stark mit dem Alter der Beschäftigten. Insbesondere Jüngere, vor allem die 15- bis 24-Jährigen, aber auch die 25- bis 34-Jährigen, arbeiten häufig befristet. Auch die Veränderung der befristeten Beschäftigung im Zeitverlauf fällt in Deutschland für die einzelnen Altersgruppen sehr unterschiedlich aus:

15- bis 24-Jährige

Die jüngste Beschäftigtengruppe weist die höchsten Anteile an Befristungen auf, obwohl hierbei keine Personen berücksichtigt werden, die in einer schulischen, beruflichen oder universitären Ausbildung sind. Die Befristungsquote ist im Beobachtungszeitraum stark angestiegen: 1991 arbeitete nur jede achte Frau und jeder elfte Mann in einem befristeten Beschäftigungsverhältnis. Besonders hohe Befristungsquoten wiesen die jüngeren Beschäftigten in den Jahren zwischen 2005 und 2011 auf, in denen annähernd jede/r Dritte dieser Altersgruppe nur einen befristeten Arbeitsvertrag hatte. Trotz eines starken Rückgangs der Befristungsquoten nach 2011 war im Jahr 2015 immer noch jede vierte Frau (24 Prozent) und jeder fünfte Mann (22 Prozent) zwischen 15 und 24 Jahren befristet beschäftigt.

25- bis 34-Jährige

Zwischen 1991 und 2015 hat sich der Anteil an befristeter Beschäftigung bei beiden Geschlechtern fast verdoppelt: Bei den Frauen stieg der Anteil von 8 auf 14 Prozent und bei den Männern von 7 auf 14 Prozent.

35- bis 44-Jährige
und 45- bis 54-Jährige
In beiden Altersgruppen befinden sich Frauen durchweg etwas häufiger in befristeten Beschäftigungsverhältnissen als Männer. Allerdings fällt der Anteil der Befristungen in diesen Altersgruppen für Frauen – und besonders für Männer – deutlich geringer aus als unter den jüngeren Beschäftigten.

55- bis 64-Jährige
Die ältesten Beschäftigten weisen fast durchgängig eine besonders niedrige Quote an Befristungen auf, die für Frauen wie Männer bei 5 Prozent oder darunter liegt.


Bearbeitung: Dietmar Hobler, Svenja Pfahl, Sandra Horvath


Literatur

Statistisches Bundesamt (2015): Mikrozensus. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland, 2014. Fachserie 1 Reihe 4.1.1.

Statistisches Bundesamt (2012): Methodeninformation. Mikrozensus und Arbeitskräfteerhebung: Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit ab dem Jahr 2011.

Datentabelle zu den Grafiken

 



Methodische Anmerkungen

Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf Analysen des Statistischen Bundesamtes, die auf Anfrage zur Verfügung gestellt wurden. Als Datenbasis wurde dazu der Mikrozensus genutzt.

Der Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes ist eine laufende, amtliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt in Deutschland. Die Erhebung wird auf der Basis einer 1-Prozent-Haushaltsstichprobe jährlich durchgeführt. Der Mikrozensus liefert u. a. Daten zur Bevölkerungsentwicklung, zu Haushalten und Familien, zur Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit sowie zu Beruf, Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Erwerbstätigen. Die Grundgesamtheit ist die Wohnbevölkerung in Deutschland, damit werden Personen ohne festen Wohnsitz nicht berücksichtigt. (1) Ausgewählte Ergebnisse des Mikrozensus werden regelmäßig in den Fachserien des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht.

Die Grundgesamtheit der vorliegenden Analysen umfasst die zivilen abhängig Beschäftigten, aber keine Zeit- und Berufssoldat/innen oder Grundwehr- und Zivildienstleistende. Zudem wurden alle Personen ausgeschlossen, die sich in schulischer, beruflicher oder universitärer Ausbildung befinden, weil Ausbildungsverträge zumeist befristet sind und Studierende und Schüler/innen oftmals nur befristet beschäftigt werden. Würde man diese Gruppen in die Untersuchung einbeziehen, so läge der Anteil der befristeten Beschäftigungsverhältnisse bei der jüngsten Altersgruppe noch deutlich höher.

Die Frage nach der Befristung der aktuell ausgeübten Tätigkeit wird im Mikrozensus allen erwerbstätigen Personen gestellt, außer den Selbstständigen und den unbezahlt mithelfenden Familienangehörigen. Neben der Dauer der Befristung werden dabei auch mögliche Gründe für eine Befristung erhoben.

Bei den Zeitreihen zur Befristung ist zu berücksichtigen, dass die Daten für den Mikrozensus bis einschließlich 2004 jeweils in einer festen Berichtswoche, zumeist im April, erhoben wurden. Mit der Erhebung 2005 wurde der Rhythmus auf das Prinzip der Unterjährigkeit umgestellt. Seither werden die Daten kontinuierlich und gleichmäßig über alle Kalenderwochen des Jahres verteilt erhoben. (2)

Durch die kontinuierliche Erhebung werden saisonale Beschäftigungen stärker erfasst. Diese methodische Umstellung dürfte ein Grund dafür sein, dass der Anteil der befristeten Beschäftigung zwischen 2004 und 2005 stark gestiegen ist (vgl. Datentabelle zu den Grafiken).

Die Ergebnisse ab 2011 sind nur eingeschränkt vergleichbar mit den Ergebnissen aus den Jahren davor. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Ergebnisse des Mikrozensus ab dem Jahr 2011 auf einen neuen Hochrechnungsrahmen umgestellt wurden. „Grundlage hierfür sind die aktuellen Eckzahlen der laufenden Bevölkerungsfortschreibung, die auf den Daten des Zensus 2011 (Stichtag 09.05.2011) basieren.“ (3) Eine Veränderung durch diese Umstellung zeigt sich „in erster Linie in einem Niveaueffekt, der zu einem Bruch in der Zeitreihe bei den absoluten Werten führt. Auf die Berechnung von
Quoten hat die Umstellung des Hochrechnungsrahmens dagegen nur einen geringen Einfluss.“ (4) Dennoch können sich auch für einige Quoten deutliche Brüche zwischen 2010 und 2011 ergeben.

Zudem wird ab 2011 den Fragen zur Erwerbstätigkeit eine neue Filterfrage zum sogenannten Hauptstatus vorgeschaltet. Personen mit geringfügiger Beschäftigung werden dadurch nun besser erfasst als zuvor.

Allerdings treten die stärksten Veränderungen der Befristungsquote erst nach 2011 auf, sodass diese Veränderungen nicht allein methodisch bedingt sein können.

 


(1) Vgl. Statistisches Bundesamt (2014): Mikrozensus. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland, Fachserie 1 Reihe 4.1.1, S. 5.

(2) a. a. O.

(3) Vgl. Statistisches Bundesamt (2014): Mikrozensus. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland, Fachserie 1 Reihe 4.1.1, S. 6.

(4) a. a. O.

Befristung:

Eine befristete Beschäftigung beinhaltet die Vereinbarung, dass das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Datum oder mit einem bestimmten Ereignis ohne Kündigung endet. Im Fragebogen des Mikrozensus werden alle Arbeitnehmer/innen und Beamte/
Beamtinnen gefragt: „Ist Ihr Arbeitsvertrag, Ihre Tätigkeit befristet? Ein Ausbildungsvertrag gilt als befristet.“ (1)

Abhängig Beschäftigte:

„Abhängig Beschäftigte sind Beamte /-innen, Angestellte, Arbeiter /-innen sowie Auszubildende, die ihre Haupttätigkeit auf vertraglicher Basis für einen Arbeitgeber in einem abhängigen Arbeitsverhältnis ausüben und hierfür eine Vergütung (Arbeitnehmerentgelt: Lohn bzw. Gehalt) erhalten. Ein Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist gegeben, wenn zwischen beiden ein förmlicher oder auch formloser Vertrag besteht, der normalerweise von beiden Parteien freiwillig abgeschlossen worden ist und demzufolge der Arbeitnehmer für den Arbeitgeber gegen eine Geld- oder Sachvergütung arbeitet. Als abhängig Beschäftigte gelten auch Personen, die vorübergehend nicht arbeiten, sofern sie formell mit ihrem Arbeitsplatz verbunden sind (z. B. Urlauber, Kranke, Streikende, Ausgesperrte, Mutterschafts- und Elternurlauber, Schlechtwettergeldempfänger usw.).“ (2)

 


(1) Statistisches Bundesamt (2015): Fachserie 1, Reihe 4.1.1, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland, S. 178.

(2) a. a. O., S. 7.

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