Bildung

Höchster beruflicher Abschluss der 30- bis 39-Jährigen 1991-2015

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Frauen zwischen 30 und 39 Jahren sind im Jahr 2015 beruflich genauso gut qualifiziert wie die gleichaltrigen Männer. Nachdem die Frauen in den letzten beiden Jahrzehnten bei der beruflichen Ausbildung stark aufgeholt haben, liegen sie beim beruflichen Qualifikationsniveau nunmehr gleichauf.

  • Frauen in dieser Altersgruppe haben 2015 etwas häufiger eine Hochschulausbildung abgeschlossen als gleichaltrige Männer (27 gegenüber knapp 26 Prozent).
  • Einen Fachschulabschluss haben 10 Prozent der Frauen und 8 Prozent der Männer.
  • Der nach wie vor häufigste berufliche Abschluss ist bei beiden Geschlechtern eine Lehr- oder Berufsausbildung: Rund 46 Prozent der Frauen und die Hälfte der Männer haben eine Lehre absolviert.
  • Auch beim Anteil der Personen ohne Ausbildungsabschluss finden sich kaum geschlechtsspezifische Unterschiede: 16 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer im Alter von 30 bis 39 Jahren haben (noch) keine Ausbildung beendet.

Von 1991 bis 2015 stieg das berufliche Bildungsniveau der 30- bis 39-Jährigen in Deutschland stark an, insbesondere bei den Frauen, sodass nur noch geringe geschlechtsspezifische Unterschiede festzustellen sind.

Der enorme Anstieg des Bildungsniveaus lässt sich für Frauen exemplarisch am Anteil der akademischen Abschlüsse beobachten: 2015 hat ein fast dreimal so hoher Anteil der Frauen einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss wie noch 1991. Auch bei den Männern ist in den letzten 20 Jahren der Anteil an Akademikern gestiegen, allerdings nur um etwa ein Drittel.

Der Abschluss einer Lehre oder einer Berufsfachschule blieb für beide Geschlechter über die letzten beiden Jahrzehnte die häufigste und damit wichtigste berufliche Qualifikation: In allen Jahren haben etwa die Hälfte der Frauen und Männer einen Berufsfachschul- oder Lehrabschluss. In den letzten Jahren ist allerdings ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Deutlich gesunken ist hingegen der Anteil der Frauen, die keinen Ausbildungsabschluss haben: Noch 1991 war jede vierte Frau ohne beruflichen Abschluss, 2015 nur noch jede sechste Frau. Dagegen ist der Anteil der Männer ohne beruflichen Abschluss im gleichen Zeitraum in etwa konstant geblieben und liegt 2015 knapp über jenem der Frauen.

Der Zeitvergleich zwischen 1991 und 2015 belegt das starke Abschmelzen der geschlechtsspezifischen Unterschiede infolge der Bildungsexpansion, von der die Frauen stärker profitieren. Junge Frauen haben die jungen Männer inzwischen nicht nur bei den schulischen, sondern auch bei den beruflichen Abschlüssen eingeholt.


Bearbeitung: Dietmar Hobler, Svenja Pfahl, Sandra Horvath


Literatur

Statistisches Bundesamt (2016): Bildungsstand der Bevölkerung.

Statistisches Bundesamt (2016): Fachserie 1, Reihe 4.1.1, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland.

Datentabelle zur Grafik


 

Methodische Anmerkungen

Grundlage der Analysen sind die Daten des Mikrozensus. Der Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes ist eine laufende, amtliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt in Deutschland. Sie wird auf der Basis einer 1-Prozent-Haushaltsstichprobe jährlich durchgeführt. Der Mikrozensus stellt u. a. Daten zur Bevölkerungsentwicklung, zu Haushalten und Familien, zur Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit sowie zu Beruf, Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Erwerbstätigen zur Verfügung. Die Grundgesamtheit ist die Wohnbevölkerung in Deutschland, damit werden Personen ohne festen Wohnsitz nicht berücksichtigt. Ausgewählte Ergebnisse des Mikrozensus werden regelmäßig in den Fachserien des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht.(1)

Der berufliche Bildungsabschluss wurde im Mikrozensus bis einschließlich 1995 als letzter Abschluss, seit 1996 jedoch als höchster Bildungsabschluss erfasst. Die Daten bis 1995 und seit 1996 sind damit nicht vollständig vergleichbar. Da der letzte berufliche Bildungsabschluss bei den meisten Frauen und Männern jedoch auch der höchste berufliche Abschluss ist, fallen die mit der veränderten Frageformulierung einhergehenden Abweichungen kaum ins Gewicht. Die Ergebnisse können daher auch über das Jahr 1995 hinaus als Zeitreihe interpretiert werden. Dies gilt umso mehr als in den vorliegenden Analysen primär der allgemeine Trend einer Zunahme der höherer Bildungsabschlüsse im Vordergrund steht.

Bei der Interpretation der Zeitreihe sind Veränderungen in einzelnen Jahren zu berücksichtigen: In den früheren Erhebungen (1991, 1995 und auch 2000) war die Frage nach dem höchsten (bzw. letzten) beruflichen Bildungsabschluss für die Teilnehmer/innen teilweise noch freiwillig, daher kam es in diesen Jahren zu höheren Ausfällen. In den Ergebnistabellen für die Mikrozensen 1991 und 1995 wurde zudem nicht unterschieden, ob die Befragten keine Angaben machten oder ob sie keinen beruflichen Bildungsabschluss hatten.

Im Jahr 2015 erfolgte die Hochrechnung der Ergebnisse anhand aktueller Eckzahlen der laufenden Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Daten vom Zensus 2011.(2)



(1) Vgl. Statistisches Bundesamt (2016): Fachserie 1, Reihe 4.1.1, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland.

(2) Vgl. Statistisches Bundesamt (2016): Bildungsstand der Bevölkerung.

Hochschulabschluss:
Der Hochschulabschluss umfasst „Personen, die das Studium an Universitäten, Gesamthochschulen, Fernuniversitäten, technischen Hochschulen und pädagogischen sowie theologischen und Kunst- und Musikhochschulen abgeschlossen haben.“(1) Zu den Hochschulabschlüssen werden hier Bachelor-, Master- und Diplomabschlüsse sowie Promotionen gezählt. Ab 2015 zählt zu dieser Kategorie auch der Fachhochschulabschluss.

„Der Bachelor ist an Hochschulen der erste akademische Grad, der nach Abschluss eines wissenschaftlichen Studiums vergeben wird. Er hat den Stellenwert eines akademischen Abschlusses, der die Studierenden nach einer Regelstudienzeit von sechs bis acht Semestern für den Arbeitsmarkt qualifiziert.“(2)

„Der Master wird nach einem zwei- bis viersemestrigen Vollzeitstudium oder berufsbegleitendem Studium verliehen. Studienvoraussetzung ist ein Bachelor oder ein Abschluss in einem traditionellen, einstufigen akademischen Studiengang (Magister, Diplom, Erstes Staatsexamen in Rechtswissenschaften oder Lehramtsstudium, Abschluss in Medizin). Ein Mastergrad entspricht dem Diplom, Magister oder Staatsexamen und eröffnet die Möglichkeit zur Promotion.“(3)

„Die Promotion oder Doktorprüfung setzt in der Regel eine andere erste akademische Abschlussprüfung voraus, kann aber auch in einigen Fällen der erste Abschluss sein.“(4)

Fachhochschulabschluss:
„Den Fachhochschulabschluss (auch Ingenieurschulabschluss) haben Personen, die das Studium an Fachhochschulen abgeschlossen haben. Weiterhin sind hier auch die früheren Ausbildungsgänge an Höheren Fachschulen für Sozialwesen, Sozialpädagogik, Wirtschaft usw. und an Polytechniken sowie den früheren Ingenieurschulen nachgewiesen.“(5) Zu den Fachhochschulabschlüssen werden hier auch die Abschlüsse einer Verwaltungsfachhochschule gezählt: „Den Abschluss einer Verwaltungsfachhochschule haben Personen, die eine verwaltungsinterne Fachhochschule für den gehobenen nichttechnischen Dienst abgeschlossen haben.“(6)

Seit 2015 wird vom Statistischen Bundesamt nicht mehr nach Hochschul- und Fachhochschulabschluss unterschieden. Ab diesem Jahr umfasst die Kategorie Hochschulabschluss auch Abschlüsse, die an einer Fachhochschule bzw. Hochschule (FH) für angewandte Wissenschaften erworben wurden.

Fachschulabschluss:
Als Fachschulabschluss gelten hier die Abschlüsse einer Ausbildung zum/zur Meister/in oder Techniker/in oder gleichwertige Fachschulabschlüsse, die Abschlüsse an Schulen des Gesundheitswesens sowie die Abschlüsse an einer Fachschule in der ehemaligen DDR. „Unter Meister-/Technikerausbildung oder gleichwertiger Fachschulabschluss fällt neben beruflicher Fortbildung u. a. auch die Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher an Fachschulen.“(7)

„Der Abschluss einer einjährigen Schule des Gesundheitswesens qualifiziert zu medizinischen Hilfsberufen wie Krankenpflegehelfer oder Rettungsassistent. Der Abschluss einer zwei- oder dreijährigen Schule des Gesundheitswesens befähigt z. B. zu Berufen wie Medizinisch-Technischer Assistent oder Krankenschwester/-pfleger.“(8)

Einen Abschluss einer Fachschule in der ehemaligen DDR „haben Personen erworben, die dort eine Fach- und Ingenieurschule, z. B. für Grundschullehrer/-innen, Ökonomen/-innen, Bibliothekare/-innen oder in den Bereichen Werbung und Gestaltung abgeschlossen haben.“(9)

Lehre / Berufsausbildung:
Diese Kategorie umfasst eine abgeschlossene Lehre/Berufsausbildung im dualen System, berufsqualifizierende Abschlüsse an Berufsfachschulen und den Vorbereitungsdienst für den mittleren Dienst in der öffentlichen Verwaltung. Zudem werden hierunter vom Statistischen Bundesamt auch Anlernausbildungen gefasst (440.000 Personen im Jahr 2012 in Deutschland).

„Eine Berufsausbildung im dualen System kann nach mindestens 2 Jahren Dauer erfolgreich abgeschlossen werden. Die Ausbildung findet dabei gleichzeitig in den Ausbildungsbetrieben und den Berufsschulen statt.“(10)

„Der berufsqualifizierende Abschluss an einer Berufsfachschule, Kollegschule wird erworben durch das Abschlusszeugnis einer Berufsfachschule für Berufe, für die nur eine schulische Berufsausbildung möglich ist, z. B. Höhere Handelsschule. Auch gibt es an Berufsfachschulen berufsqualifizierende Abschlüsse in Ausbildungsberufen nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HWO). Hier findet die Ausbildung dann überwiegend an der Schule statt. In Nordrhein-Westfalen waren berufsqualifizierende Abschlüsse auch an Kollegschulen möglich.“(11)

„Beim Vorbereitungsdienst für den mittleren Dienst in der öffentlichen Verwaltung handelt es sich um die Beamtenausbildung, überwiegend in den Bereichen Verwaltung, Polizei, Finanzverwaltung und Justizverwaltung. Der Abschluss erfolgt nach zweijähriger Ausbildung.“(12)

Kein beruflicher Abschluss:
Diese Kategorie umfasst alle Personen, die keinen beruflichen Abschluss erworben haben. Auch Personen, die lediglich ein Berufsvorbereitungsjahr oder ein berufliches Praktikum absolviert haben, werden dazu gezählt. Diese beiden Abschlüsse gelten nicht als berufsqualifizierend. „Das Berufsvorbereitungsjahr (in einigen Bundesländern Berufsgrundschule) bereitet Jugendliche ohne Ausbildung auf eine berufliche Ausbildung vor.“(13) „Als berufliches Praktikum gilt eine mindestens einjährige praktische Ausbildung im Betrieb (z. B. Technisches Praktikum).“(14)

 


(1) Statistisches Bundesamt (2016): Bildungsstand der Bevölkerung, S. 152.

(2) a.a.O., S. 150.

(3) a.a.O., S. 152.

(4) a.a.O., S. 153.

(5) a.a.O., S. 151.

(6) a.a.O., S. 153.

(7) a.a.O., S. 152.

(8) a.a.O., S. 153.

(9) a.a.O., S. 152.

(10) a.a.O., S. 152.

(11) a.a.O., S. 151.

(12) a.a.O., S. 154.

(13) a.a.O., S. 151.

(14) a.a.O., S. 150.

 

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