Bildung

Höchster Schulabschluss nach MIgrationshintergrund und Alter 2012

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Junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund (im Alter von 20 bis 29 Jahren) erreichen in Deutschland ein geringeres schulisches Bildungsniveau als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund. In beiden Gruppen schneiden die Frauen jeweils besser ab als die Männer.

Sowohl bei Frauen als auch bei Männern beider Gruppen ist das Abitur bzw. die Fachhochschulreife der häufigste Schulabschluss:

  • Bei den jungen Menschen ohne Migrationshintergrund hat sogar eine Mehrheit der Frauen einen dieser beiden Abschlüsse; bei den Männern sind es 43 Prozent. Ebenfalls fast die Hälfte der Frauen und immerhin 39 Prozent der Männer mit Migrationshintergrund erlangten die Fach- bzw. Hochschulreife.

Einen Realschulabschluss haben in beiden Gruppen dagegen deutlich weniger Frauen und Männer:

  • Jeweils ein Drittel der Frauen und Männer ohne Migrationshintergrund und sogar nur ein Viertel der Frauen und Männer mit Migrationshintergrund haben die Mittlere Reife.

Bei den Hauptschulabschlüssen zeigen sich noch größere Unterschiede:

  • Nur jede achte Frau und jeder fünfte Mann ohne Migrationshintergrund haben den niedrigsten möglichen Schulabschluss erzielt. Bei den jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund trifft dies auf ein Fünftel der Frauen und mehr als ein Viertel der Männer zu.

Ohne Schulabschluss bleibt unter den 20- bis 29-Jährigen nur eine kleine Minderheit:

  • Weniger als drei Prozent der Frauen und Männer ohne Migrationshintergrund, aber immerhin noch sechs Prozent der Frauen und Männer mit Migrationshintergrund verfügen über keinen Schulabschluss.

Der Vergleich nach Altersgruppen belegt, dass das schulische Bildungsniveau in allen Gruppen stark angestiegen ist:

  • Ein starkes Indiz für das gestiegene Bildungsniveau der Frauen und Männer mit Migrationshintergrund ist, dass sich der Anteil der Personen ohne Schulabschluss für die jüngste gegenüber der ältesten hier verglichenen Altersgruppe mehr als halbierte.
  • Im Vergleich zu den Männern bestätigt sich erneut das bessere Abschneiden der Frauen – ohne oder mit Migrationshintergrund. Denn bei ihnen wächst der Anteil derjenigen mit Abitur, während der Anteil mit einem Hauptschulabschluss stärker zurückgeht als bei den Männern.

Insgesamt zeigt sich, dass junge Erwachsene mit Migrationshintergrund in Deutschland inzwischen in der großen Mehrheit einen Realschulabschluss, die Fachhochschulreife oder das Abitur erreichen. Im Vergleich zu den jungen Erwachsenen ohne Migrationshintergrund weisen sie aber noch ein etwas geringeres schulisches Bildungsniveau auf. In beiden Gruppen erlangen junge Frauen deutlich häufiger einen höheren schulischen Abschluss als die Männer. Unabhängig vom Migrationshintergrund bestehen somit geschlechtsspezifische Unterschiede – mit leichten Vorteilen für die Frauen.

Einen starken Anstieg des schulischen Bildungsniveaus bei allen Gruppen belegt der Vergleich der Altersgruppen, wobei die Frauen abermals besser abschneiden als die Männer.

 

Bearbeitung: Dietmar Hobler, Svenja Pfahl, Manja Taggeselle

 

Literatur

Statistisches Bundesamt (2013): Bildungsstand der Bevölkerung.

Statistisches Bundesamt (2013): Fachserie 1, Reihe 4.1.1, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland

Datentabelle zu den Grafiken

 

Methodische Anmerkungen

Grundlage der Analysen sind die Daten des Mikrozensus. Der Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes ist eine laufende, amtliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt in Deutschland. Sie wird auf der Basis einer 1-Prozent-Haushaltsstichprobe jährlich durchgeführt. Der Mikrozensus stellt u.a. Daten zur Bevölkerungsentwicklung, zu Haushalten und Familien, zur Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit sowie zu Beruf, Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Erwerbstätigen zur Verfügung. Die Grundgesamtheit ist die Wohnbevölkerung in Deutschland, damit werden Personen ohne festen Wohnsitz nicht berücksichtigt. Ausgewählte Ergebnisse des Mikrozensus werden regelmäßig in den Fachserien des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht. (1)

Die Ergebnisse basieren auf den Angaben zu den Schulabschlüssen von Personen in den Altersgruppen 20 bis 29 und 30 bis 39 Jahre. Alle Personen, die sich zum Zeitpunkt der Befragung noch in der Schulausbildung befanden, wurden bei den Analysen nicht berücksichtigt.

 


(1) Vgl. Statistisches Bundesamt (2013): Fachserie 1, Reihe 4.1.1, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland.

Personen mit Migrationshintergrund:
Zu den Personen mit Migrationshintergrund zählen: (a) Ausländer/innen, d. h. Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, (b) Personen, die nach 1949 in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind, (c) in Deutschland geborene eingebürgerte Ausländer/innen sowie (d) in Deutschland Geborene mit deutscher Staatsangehörigkeit mit mindestens einem zugezogenen oder als Ausländer/ in in Deutschland geborenem Elternteil.(1)

Abitur (allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife):
„Das Abitur erlangt man in der Regel als Abschluss eines Gymnasiums, einer Integrierten Gesamtschule, eines Abendgymnasiums oder eines Kollegs. Dieser Abschluss konnte in der ehemaligen DDR auch durch den Besuch der Erweiterten Oberschule erlangt werden. Auch durch den Abschluss eines beruflichen Gymnasiums, einer Berufsfachschule, Berufsoberschule/Technische Oberschule oder einer Fachakademie kann das Abitur (Allgemeine oder Fachgebundene Hochschulreife) erworben werden. Darüber hinaus war dieser Abschluss in Nordrhein-Westfalen zusätzlich an Kollegschulen möglich. In der ehemaligen DDR konnte dieser Abschluss an Fachschulen im Anschluss an eine Berufsausbildung sowie in der Berufsausbildung mit Abitur erworben werden.“(2)

Fachhochschulreife:
„Die Fachhochschulreife kann erworben werden durch den Abschluss einer Fachoberschule, an einem beruflichen Gymnasium (Duale Oberschule), an einer Berufsfachschule (Sekundarschule), an einer Berufsoberschule/ technische Oberschule, an einer Fachschule oder an einer Fachakademie. Auch wird die Fachhochschulreife erworben mit erfolgreichem Abschluss der zwölften Klasse des (neunjährigen) Gymnasiums bzw. erfolgreichem Besuch des ersten Schuljahres der Qualifikationsphase bei G8-Gymnasien. In Nordrhein-Westfalen konnte die Fachhochschulreife auch an Kollegschulen erworben werden.“(3)

Realschulabschluss:
Diese Kategorie umfasst den Realschulabschluss (Mittlere Reife) oder einen gleichwertigen Abschluss sowie den Abschluss der allgemeinbildenden Polytechnischen Oberschule der ehemaligen DDR.

„Der Realschulabschluss (Mittlere Reife) wird erreicht mit einem Abschlusszeugnis der Realschule, der Abendrealschule, eines Realschulzweiges an Gesamtschulen, einer Freien Waldorfschule, einer Förderschule (Sonderschule), Schularten mit mehreren Bildungsgängen (Absolventen nach der zehnten Klassenstufe mit Realschulabschluss) sowie mit Versetzungszeugnis in die elften Klasse des Gymnasiums. In einigen Bundesländern kann der Realschulabschluss auch nach dem zehnten Pflichtschuljahr an Hauptschulen erworben werden. Früher konnte der Abschluss auch an ‚Schulen mit integrierten Klassen für Haupt- und Realschüler‘ erworben werden. Die Mittlere Reife oder gleichwertige Abschlüsse können auch an Berufsfachschulen oder durch den Abschluss einer Berufsaufbauschule erworben werden, außerdem an Berufsschulen, Fachschulen sowie im Berufsvorbereitungsjahr. Darüber hinaus konnte die Mittlere Reife in Nordrhein- Westfalen an Kollegschulen erworben werden.“(4)

In der ehemaligen DDR wurde „der Schulabschluss der allgemeinbildenden Polytechnischen Oberschule in der DDR nach erfolgreichem Absolvieren der zehnten Klasse erreicht. Zum Ende der zehnten Klasse erfolgte der Schulabschluss mit Abschlussprüfung, der zur Aufnahme einer Lehre und zum Fachschulstudium berechtigte. Schüler/-innen, die das Abitur ablegen wollten, wechselten in der Regel nach der achten oder auch nach der zehnten Klasse an die erweiterte Oberschule.“(5)

Hauptschulabschluss:
„Dieser Abschluss kann nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht von derzeit neun bis zehn Schuljahren an Haupt- (Volks-)schulen, Förderschulen, Freien Waldorfschulen, Realschulen, Schulen mit integrierten Klassen für Haupt- und Realschüler, Schularten mit mehreren Bildungsgängen (Absolventen der neunten oder zehnten Klassenstufe mit Hauptschulabschluss), Gesamtschulen und Gymnasien sowie nachträglich auch an beruflichen Schulen sowie an Abendhauptschulen erworben werden. Früher konnte der Abschluss auch an ‚Schulen mit integrierten Klassen für Haupt- und Realschüler‘ erworben werden.“(6)

Kein Schulabschluss:
Diese Kategorie umfasst Personen, die keinen schulischen Abschluss erworben oder keine Angaben zur Art des Abschlusses gemacht haben sowie Personen mit Abschluss nach höchstens sieben Jahren Schulbesuch.

 


(1) Statistisches Bundesamt (2013): Bildungsstand der Bevölkerung, S.63

(2) a.a.O., S. 7

(3) a.a.O., S. 8

(4) a.a.O., S. 10

(5) a.a.O., S. 7

(6) a.a.O., S. 9

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