Bildung

Studienübergangsquoten von Schulabgänger/innen 1995-2010

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Im Zeitraum von 1995 bis 2010 gingen Frauen häufiger mit der Hochschulreife von der Schule ab, und nahmen auch zu einer größeren Zahl ein Studium auf als Männer. Bei den Frauen stiegen die Zahlen auch stärker als bei den Männern – sowohl die der studienberechtigten Schulabgänger/innen als auch der Studienanfänger/innen.

  • Deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern zeigen sich zudem, wenn man die Studienübergangsquoten betrachtet. Die Studienübergangsquoten der Männer übertreffen die der Frauen jeweils um fast zehn Prozentpunkte: Von den studienberechtigten Schulabgänger/innen des Jahres 2010 haben bis zum Jahr 2013 mehr als drei Viertel der jungen Frauen, aber 84 Prozent der jungen Männer ein Studium aufgenommen. Die Studienübergangsquoten sind zwischen den Schulabgangsjahren 1995 und 2000 für beide Geschlechter deutlich angestiegen, stagnieren jedoch seitdem bei den Frauen bei etwas mehr als 75 Prozent und bei den Männern bei 85 Prozent.

Ein ganz anderes Bild ergibt sich für die Zahl der Schulabgänger/innen mit Fachhochschulreife: Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern ist sie zwischen 1995 und 2010 stark gestiegen. Auch die Zahl der Studienanfänger/innen mit diesem Abschluss nimmt stark zu: Besonders stark steigt die Zahl der Frauen von 10.683 auf 21.433 an und verdoppelt sich damit.

Überaus starke Unterschiede zeigen sich jedoch, wenn man die Studienübergangsquoten für Frauen und Männer mit Fachhochschulreife vergleicht: Von den Frauen, die ihre Fachhochschulreife 2010 erhalten haben, nahmen innerhalb von drei Jahren nur etwa 30 Prozent ein Studium auf. Demgegenüber beträgt die Studienübergangsquote bei den Männern 53 Prozent.

Ein möglicher Grund für die höhere Quote bei den Männern könnte an den von ihnen gewählten Berufen und den damit verbundenen Studienmöglichkeiten an den Fachhochschulen liegen. Bei beiden Geschlechtern erwerben rund 90 Prozent ihre Fachhochschulreife an einer beruflichen Schule, entweder durch den Abschluss ihrer Berufsausbildung oder begleitend zur Ausbildung. Da Männer weitaus häufiger einen technischen Beruf erlernen, haben sie auch mehr Möglichkeiten, ein zu ihrem Beruf passendes Studienfach an Fachhochschulen zu finden. Denn diese bieten im technischen Bereich eine deutlich größere Auswahl.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Studienübergangsquoten sehr unterschiedlich ausfallen, je nach Art der Studienberechtigung. Im Vergleich zu den Frauen nutzen Männer ihre Möglichkeiten zu einem Studium weitaus häufiger.

 

Bearbeitung: Dietmar Hobler, Svenja Pfahl, Sandra Horvath

 

Literatur

Statistisches Bundesamt (2014): Fachserie 11, Reihe 4.3.1, Bildung und Kultur. Nichtmonetäre hochschulstatistische Kennzahlen. 1980–2013.

Statistisches Bundesamt (2014): Fachserie 11, Reihe 4.1, Bildung und Kultur, Studierende an Hochschulen, Wintersemester 2013/2014.

Datentabellen zu den Grafiken

 


 

 

Methodische Anmerkungen

Die vorliegenden Analysen basieren auf Daten der Fachserie 11, Reihe 4.3.1 „Bildung und Kultur. Nichtmonetäre hochschulstatistische Kennzahlen“ aus dem Jahr 2014. Unter Nutzung verschiedener (in der Fachserie nicht weiter spezifizierter) Datenquellen wird eine Vielzahl hochschulstatistischer Kennzahlen berechnet und in der Fachserie bereitgestellt. Die Kennzahlen umfassen u.a. Studienanfänger/ innenquoten, Studienübergangsquoten, Absolvent/innenquoten und Betreuungsrelationen. (1)

 


(1) Vgl. Statistisches Bundesamt (2014): Fachserie 11, Reihe 4.3.1, Bildung und Kultur. Nichtmonetäre hochschulstatistische Kennzahlen. 1980 – 2013, S. 5f.

Studienberechtigte Schulabgänger/innen:
„Zu den studienberechtigten Schulabgängern [...] zählen Schulentlassene des allgemeinen und beruflichen Schulwesens mit allgemeiner Hochschulreife (einschl. der fachgebundenen Hochschulreife) oder mit Fachhochschulreife.“(1)

Studienanfänger/innen:
„Bei der Berechnung [...] der Übergangsquoten [...] zählen als Studienanfänger alle Studierenden im ersten Hochschulsemester, die im Kalenderjahr (Sommer und nachfolgendes Wintersemester) erstmals an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sind.“(2)

Zu den Studienanfänger/innen zählen hier alle Schulabgänger/innen mit Hochschulreife, die innerhalb von drei Jahren nach Schulabgang ein Studium beginnen.

Studienübergangsquoten:
„Anteil der erstimmatrikulierten Studienanfänger im ersten Hochschulsemester an den studienberechtigten Schulabgängern sowie Übergangsquoten von der Schule zur Hochschule.“(3)

In den vorliegenden Abbildungen und Tabellen geben die Studienübergangsquoten den Anteil der Studienanfänger/innen eines Schulabschlussjahrgangs mit Studienberechtigung an, die innerhalb von drei Jahren ein Hochschulstudium begonnen haben.

Hochschulen:
„Als Hochschulen werden, unabhängig von der Trägerschaft, alle nach Landesrecht anerkannten Hochschulen ausgewiesen. Sie dienen der Pflege und der Entwicklung der Wissenschaften und der Künste durch Forschung, Lehre und Studium und bereiten auf berufliche Tätigkeiten vor, die die Anwendung wissenschaftilcher Erkenntnisse und Methoden oder die Fähigkeit zur künstlerischen Gestaltung erfordern. Das Studium an Universitäten, Pädagogischen und Theologischen Hochschulen setzt eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife voraus.“(4)

Fachhochschulen:
Fachhochschulen „bieten eine stärker anwendungsbezogene Ausbildung in Studiengängen für Ingenieure nud andere Berufe, vor allem in den Bereichen Wirtschaft, Sozialwesen, Gestaltung und Informatik. Das Studium ist kürzer als an wissenschaftlichen Hochschulen.“(5)

 


(1) Statistisches Bundesamt (2014): Fachserie 11, Reihe 4.3.1, Bildung und Kultur. Nichtmonetäre hochschulstatistische Kennzahlen. 1980 – 2013, S. 8.

(2) a. a. O.

(3) a. a. O., S. 7.

(4) Statistisches Bundesamt (2014): Fachserie 11, Reihe 4.1, Bildung und Kultur, Studierende an Hochschulen, Wintersemester 2013/2014, S.11.

(5) a. a. O.

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