Veranstaltung

Offensive Mitbestimmung

Für gute und nachhaltige Unternehmensführung

Cafe Moskau, Berlin

10. Februar 2015 ab 11:30 bis 11. Februar gegen 13:15


Video der Böckler Konferenz für Aufsichtsräte, 10. Februar 2015

Im globalen Wettbewerb um Wertschöpfung und Standorte für Deutschland und Europa spielen qualifizierte und erfahrene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine immer entscheidendere Rolle. Viele der aktuellen Wirtschaftsthemen wie Globalisierung, demografischer Wandel, Geschlechtergerechtigkeit oder der Mangel an Fachkräften sind vor allem Personalthemen.

Wir stellen die „Ressource Personal“ in den Mittelpunkt der Konferenz und diskutieren, wie gute Unternehmensführung und Mitbestimmung untrennbar zusammengehören.

Die Konferenz bietet darüber hinaus die Möglichkeit, praxisnahe Themen der Aufsichtsratstätigkeit in Workshops, die sich individuell kombinieren lassen, zu erarbeiten.

Programm (pdf)

Dienstag, 10. Februar 2015

13.00 Uhr

Begrüßung und Einführung in die Konferenz

Tagesmoderation: Dr. Melinda Crane, politische Chefkorrespondentin bei DW TV

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Offensive Mitbestimmung: Für gute und nachhaltige Unternehmensführung

Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Vorsitzender des Vorstandes der Hans-Böckler-Stiftung

Vita Reiner Hoffmann

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Politik für eine gute Unternehmensführung

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz

anschließend: Moderiertes Gespräch und Diskussion
mit Heiko Maas und Reiner Hoffmann

Rede Heiko Maas
Vita Heiko Maas

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Strategische Ressource Personal – Podiumsdiskussion

Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner, TU München, Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, Mitglied im Aufsichtsrat der METRO AG, Linde AG und Münchner Rück AG. Statements zum Thema

Vita Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner

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Dr. Sabine Maaßen, Justiziarin der IG Metall, Mitglied im Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG und Daimler AG

Vita Dr. Sabine Maaßen (pdf)

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Beate Bockelt, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und Mitglied des Aufsichtsrates der Hoechst GmbH. Statements zum Thema

Vita Beate Bockelt (pdf)

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Dr. Sabine Groner-Weber, Arbeitsdirektorin der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH. Statements zum Thema

Vita Dr. Sabine Groner-Weber (pdf)

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Mitbestimmung als Gestaltungsprinzip

Michael Guggemos, Sprecher der Geschäftsführung der Hans-Böckler-Stiftung

Vita Michael Guggemos (pdf)

"Get Together" und "Open Office"

(Loungeecken für Büro- und Laptoparbeiten) und Möglichkeit zum Hotel Check-in

18.30 Uhr

"Der schöne Abend"

Netzwerkgespräche und Kultur in kulinarischer Atmosphäre

Mittwoch, 11. Februar 2015

9.30 Uhr

Arbeit der Zukunft

Thomas Fischer, Abteilungsleiter Grundsatzfragen und Gesellschaftspolitik beim DGB Bundesvorstand

Thesenpapier zur Rede Thomas Fischer (pdf)

Themenstände

Maßnahmen für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Unternehmen am Beispiel von gendergerechter Beurteilung

Dr. Andrea Jochmann-Döll, GEFA Forschung + Beratung, Essen

Rede Dr. Andrea Jochmann-Döll (pdf)

Aktuelle Entwicklungen im europäischen Gesellschaftsrecht – wo bleibt die Mitbestimmung?!

Dr. Robbert van het Kaar, AIAS Amsterdam

Finanzinvestoren nach der Krise: Heuschrecken oder Rettungsanker

Alexander Sekanina, Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Rede Alexander Sekanina (pdf)

Nachhaltige Unternehmensführung und nachhaltiges Investment aus Sicht von Pensionsfonds

Xander den Uyl, Vorsitzender des Pensionsfonds PWRI, Niederlande und Mario E. Sanchez-Richter, Ökonom, CCOO Spanien

Aktuelle Rechtsprechung und Gesetzgebung für den Aufsichtsrat

Dr. Gabriele Peter, Rechtsanwältin, Berlin

Fakten für die Offensive Mitbestimmung – Einstellungen zur Mitbestimmung in Deutschland

Prof. Dr. Werner Nienhüser, Universität Duisburg-Essen

Rede Prof. Dr. Werner Nienhüser (pdf)

13.15 Uhr

Konferenzausklang

Acht Thesen zur Diskussion

Mitbestimmte Unternehmensführung sichert die Zukunft von Unternehmen, Standorten und Beschäftigung

Im globalen Wettbewerb um Wertschöpfung und Standorte spielen für Deutschland und Europa das Wissen und die Fähig- und Fertigkeiten von gut qualifizierten und erfahrenen Arbeitskräften eine entscheidende Rolle. Notwendiges Investment in das Potenzial der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und hohe und kurzfristige Renditeerwartungen von Unternehmensfinanzierern stehen dabei in einem ständigen und oft genug kaum auflösbaren Spannungsverhältnis.

Mitbestimmte Unternehmensführung unterstützt Strategien und Maßnahmen, die auf die Sicherung der Zukunft von Unternehmen, Standorten und Beschäftigung zielen. Das ist ein Standortvorteil.

 

 

Mitbestimmung ist ein unverzichtbares Element guter Unternehmensführung

Mitbestimmung steht für eine ganzheitlichere Sicht von Unternehmensführung. Das Leitbild „Nachhaltiges Unternehmen“, sozial, ökologisch, wirtschaftlich erfolgreich, gibt für eine solche neue Zielbestimmung Orientierung. Mitbestimmung wird in dieser Lesart zu einem unverzichtbaren Element „guter Unternehmensführung“.

 

 

Mitbestimmung ist ein akzeptierter Mitgestalter von Unternehmenspolitik

Mitbestimmung bringt die Bedeutung von Arbeit für den Unternehmenserfolg an der Unternehmensspitze zur Geltung. Mitbestimmung stellt sich auch ausdrücklich und ernsthaft der Debatte und der Wirkung der üblichen Finanzkennzahlen und Erfolgskriterien der Anteilseigner des Unternehmens. Aber nachhaltige Unternehmensführung kann nicht darauf reduziert werden. Gerade dadurch wird sie zum akzeptierten Mitgestalter der Unternehmenspolitik, deren Steuerung über EBIT-Margen hinaus andere strategische Ziele verfolgen muss.

 

 

Mitbestimmung ist tragende Säule wertbasierter Leistungskultur im Unternehmen

In mitbestimmten Unternehmen wird der Faktor Personal gleichberechtigt zu anderen Faktoren berücksichtigt. Personalvorstände und Arbeitsdirektoren müssen gegenüber Vorstandsvorsitzenden, Finanzvorständen und besonders gegenüber den Anteilseignern immer wieder aufs Neue die Frage nach ihrem besonderen Wertbeitrag beantworten. Gelebte Mitbestimmung durch Betriebsrat, Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat und mit gewerkschaftlicher Unterstützung macht sie zum anerkannten Element wertbasierter Leistungskultur im Unternehmen.

 

 

Mitbestimmung erzeugt Respekt und Wertschätzung

Mitbestimmung erzeugt im Unternehmen Respekt vor der Leistung des und der Einzelnen. Eine solche leistungsbezogene Unternehmenskultur ist ein Standortvorteil.

 

 

Mitbestimmte Unternehmen heben das Potenzial für "Gute Arbeit"

Mitbestimmte Unternehmen bieten jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Zukunftschancen, sorgen für Geschlechtergerechtigkeit und faire Aufstiegschancen. Mitbestimmung hilft, die Probleme einer verlängerten Lebensarbeitszeit im Betrieb zu benennen und passende Lösungen mit zu erarbeiten. Gelebte und geförderte demografische, kulturelle und geschlechtliche Vielfalt in der Zusammensetzung von Belegschaften, Chancen zur grenzüberschreitenden beruflichen Fortentwicklung unter guten Bedingungen eines funktionierenden – transnationalen – internen Konzernarbeitsmarkts und besonders herausragende Arbeits- und Gesundheitsschutzregelungen kennzeichnen mitbestimmte Unternehmen. Um diese Veränderungen zu gestalten und die sich hieraus ergebenen Potenziale vollständig zu nutzen, ist Mitbestimmung ein wichtigerer Bestandteil der Unternehmensführung.

 

 

Mitbestimmung erleichtert Veränderungen im Unternehmen, weil sie Verbindlichkeit im Wandel schafft

Durch Beteiligung und fairen Interessenausgleich für Betroffene wird eine förderliche Kultur für Veränderung erzeugt und operativ unterstützt. Dies zeigt sich beispielsweise an folgenden Aspekten:

  • Mitbestimmung ermöglicht allen, mit den technologischen Veränderungen Schritt zu halten. Der und die einzelne Arbeitnehmer und Arbeitnehmerin werden dadurch sicherer, sich mit ihrem Arbeitsvermögen in der heutigen Arbeitswelt, geprägt von Digitalisierung und Internationalisierung, ihrer Arbeitsplätze behaupten zu können.
  • Mitbestimmte Lösungen haben sich noch immer als die Tragfähigsten und Akzeptabelsten heraus gestellt, wenn es zu unvermeidbaren Strukturanpassungen mit Abbau von Arbeitsplätzen kommt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können sich darauf verlassen, dass sie nicht plötzlich Opfer im permanenten und manchmal grundlegenden Strukturwandel werden.

Mitbestimmung macht aus Arbeitnehmern Gestalter der Veränderung.

 

 

Ohne Werte keine wirksame Compliance – ohne Mitbestimmung kein gemeinsames Werteverständnis

Compliance ist ein zentrales Thema guter Unternehmensführung. Compliance erfordert verantwortungsvolles Handeln jeder und jedes Einzelnen, das im Einklang mit allen maßgeblichen Gesetzen, freiwilligen Selbstverpflichtungen und unternehmensinternen Richtlinien steht. Dies kann aber nur gelingen, wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihre Vertreter in Betriebs- und Aufsichtsräten, d.h. die Mitbestimmung, als wertvolle Unterstützer und Partner eingebunden werden. Integres Verhalten basiert auf einem gemeinsamen Werteverständnis, das zusammen mit den Akteuren der Mitbestimmung entwickelt und gelebt werden muss. Die direkte Beteiligung der Beschäftigten und die Mitwirkung und Mitbestimmung durch Interessenvertretungen sind daher Bedingungen für das Gelingen von Compliance im Unternehmen.

 

 

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