Erinnerungskulturen der Gewerkschaften nach 1945

Schneider, Michael

Bestandsaufnahme und Perspektiven. Reihe: Arbeitspapier aus der Kommission „Erinnerungskulturen der sozialen Demokratie“, 2.
2018, 49 Seiten


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Kurzbeschreibung:


In diesem Arbeitspapier untersucht Michael Schneider die Erinnerungskulturen der deutschen Gewerkschaften seit 1945. Als thematische Schwerpunkte gewerkschaftlicher Erinnerungsarbeit macht er den 1. Mai als gemeinsamen Feiertag aus sowie die gewerkschaftliche Politik in Entscheidungssituationen wie 1918/19, die Weltwirtschaftskrise 1929 oder die Gründung des DGB 1949. Überlagert würden diese aber durch die Erinnerungen an die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Zudem arbeitet Schneider Kontoversen zwischen Anhänger_innen einer marxistisch-leninistischen und einer sozialdemokratischen Interpretation der Gewerkschaftsgeschichte heraus, die gewerkschaftliche Erinnerungskulturen insbesondere in den 1970er Jahren prägten. Während erstere den Gewerkschaftsführungen vorgeworfen hätten, die Prinzipien der Arbeiterbewegung und die Interessen der Arbeiterklasse verraten zu haben, eine radikale Änderung der Machtverhältnisse nicht angestrebt, sondern im Gegenteil verhindert zu haben und damit insgesamt an den Katastrophen der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert mitschuldig geworden zu sein, habe die sozialdemokratisch orientierte Forschung dem ein Konzept der Sozialgeschichte entgegengehalten, das mögliche Handlungsspielräume auszuloten versprach, um somit Schwächen und Fehler ebenso wie Erfolge der Gewerkschaftspolitik vor dem jeweiligen Zeithorizont „fair“ zu beurteilen. In der Folge analysiert Schneider allerdings eine Differenzierung der Darstellungen und Beurteilungen in gewerkschaftlichen Erinnerungskulturen, wodurch sich diese jedoch von den Gewerkschaftsmitgliedern entfernt hätten. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf Aufgaben und Perspektiven der gewerkschaftlichen Erinnerungsarbeit.



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