Gesundheit

Arbeitsunfähigkeit und deren durchschnittliche Dauer 2001–2014

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Erwerbstätige Frauen sind häufiger krankgeschrieben als erwerbstätige Männer, im Durchschnitt aber etwas schneller wieder arbeitsfähig. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern hinsichtlich der Anzahl der Diagnosen von Arbeitsunfähigkeit, d. h. der ärztlichen Krankschreibungen, sind in den vergangenen Jahren in etwa konstant geblieben. Gleiches gilt für die durchschnittliche Dauer der Krankschreibungen.

Bis zur Mitte der 2000er Jahre nimmt die Anzahl der Diagnosen von Arbeitsunfähigkeit von Frauen und Männern kontinuierlich ab. Anschließend steigt sie wieder an und erreicht 2013 – nach einem kurzzeitigen erneuten Absinken im Vorjahr – ihren Höchststand für den gesamten Betrachtungszeitraum. 2014 ist wieder eine leicht rückläufige Tendenz zu verzeichnen.

Die Dauer der einzelnen Krankschreibungen ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern zwischen 2001 und 2014 in etwa konstant geblieben. Frauen sind jeweils etwas kürzer krankgeschrieben als Männer. Insgesamt bewegt sich die Dauer der Krankschreibungen zwischen 11 und knapp 13 Tagen je Diagnose.

Zu berücksichtigen ist, dass für Kurzzeiterkrankungen mit einer Dauer von ein bis drei Tagen häufig keine ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vorgelegt werden müssen und sie somit in dieser Darstellung nicht zum Tragen kommen.


Bearbeitung: Svenja Pfahl, Dietmar Hobler, Sonja Weeber


Literatur


Bundesministerium für Arbeit und Soziales / B undesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2015): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014. Unfallverhütungsbericht Arbeit. Dortmund/Berlin/Dresden.

Robert-Koch-Institut und Statistisches Bundesamt (2016): Gesundheitsberichterstattung des Bundes, www.gbe-bund.de, letzter Zugriff am 22.01.2016.

Robert-Koch-Institut und Statistisches Bundesamt (2009): Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Methodische Erläuterungen zur Erfassung und Bewertung von Indikatoren zur Arbeitsunfähigkeit, www.gbe-bund.de, letzter Zugriff am 22.01.2016.

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch, www.gesetze-im-internet.de, letzter Zugriff am 22.01.2016.

Springer Gabler Verlag (Hg., 2016): Gabler Wirtschaftslexikon, www.wirtschaftslexikon.gabler.de, letzter Zugriff am 22.01.2016.

Datentabellen zu den Grafiken

 

Methodische Anmerkungen

Den Betrachtungen liegen Daten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zu Grunde. Im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales publiziert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im jährlichen Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Unfallverhütungsbericht Arbeit“ Informationen und Statistiken zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Deutschland. Dazu gehören ebenfalls Angaben der Gesetzlichen Krankenversicherung zu Häufigkeit und Dauer von Arbeitsunfähigkeit (Krankschreibungen).

Berücksichtigt werden alle Pflicht- und freiwilligen Mitglieder der GKV mit Krankengeldanspruch. Unberücksichtigt bleiben Rentner/innen, Studierende, Jugendliche, Behinderte, Wehr-, Zivil- und Ersatzdienstleistende, Dienstleistende bei der Bundespolizei, Mithelfende in landwirtschaftlichen Unternehmen, ALG-II-Empfänger/innen (seit 2005) und Vorruhestandsempfänger/innen insofern, dass diese Gruppen in der Regel keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vorlegen müssen.

Es ist davon auszugehen, dass Kurzzeiterkrankungen von ein bis drei Tagen hier untererfasst werden, da diese nur in die Statistik eingehen soweit eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorliegt. Da diese von Arbeitgeber/innen für Erkrankungen von bis zu drei Tagen Dauer häufig nicht verlangt wird, ergibt sich hieraus eine tendenzielle Untererfassung. (1)



(1) Bundesministerium für Arbeit und Soziales/Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2015): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014. Unfallverhütungsbericht Arbeit. Dortmund/Berlin/Dresden.

Arbeitsunfähigkeit: Bei Arbeitsunfähigkeit können Beschäftigte aufgrund von Krankheit ihre Arbeitsleistung nicht erbringen. Sie wird durch Ärzt/innen bescheinigt (auch: Krankschreibung, sogenannter „Gelber Zettel“), an die Krankenkassen gemeldet und im Rahmen der Krankheitsartenstatistik der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nach Art der Krankheit, dem Alter und Geschlecht der Mitglieder gemäß der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift über die Statistik in der Gesetzlichen Krankenversicherung (KSVwV) § 8 verzeichnet. (1)

Arbeitsunfähigkeitsdiagnosen/-tage: 
Die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitsdiagnosen gibt die Häufigkeit von Krankschreibungen innerhalb eines Jahres an. Als Arbeitsunfähigkeitstage werden die Tage bezeichnet, an denen auf Grund einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit keine Arbeitsleistung erbracht werden kann (und die an die Krankenkassen gemeldet werden). Für die Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen, großen Versicherungsträgern dient die Darstellung der Diagnosen je 100 Mitglieder. (2)

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV): 
Die Gesetzliche Krankenversicherung ist in Deutschland Bestandteil des Sozialversicherungssystems und eine verpflichtende Versicherung für alle Arbeitnehmer/ innen, deren monatliches Arbeitsentgelt über 450 Euro liegt und deren jährliches Brutto-Arbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze (2014: 53.550 Euro) nicht überschreitet. Die Versicherungspflicht gilt außerdem für weitere Personengruppen gemäß § 5 - § 8 SGB V. (3) (4)

Versicherte (gesetzlich und privat): 
Als Versicherte werden in den vorliegenden Tabellen und Grafiken Pflicht- und freiwillige Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung mit Krankengeldanspruch bezeichnet (Rentner/innen und mitversicherte Familienangehörige werden nicht erfasst). Ca. 90 Prozent der deutschen Bevölkerung sind Mitglied in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Demgegenüber sind ca. 10 Prozent in der privaten Krankenversicherung versichert. Über diese Personengruppe wird in den Abbildungen keine Aussage getroffen.

Im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung sind in der Privaten Krankenversicherung nur Arbeitnehmer/innen versichert, deren jährliches Brutto-Arbeitsentgelt oberhalb der gesetzlich festgelegten Versicherungspflichtgrenze liegt (2014: 53.550 Euro). Darüber hinaus können sich auch Selbstständige, Beamt/e/innen (einkommensunabhängig) und Freiberufler/innen privat versichern. Personen, deren regelmäßiges Brutto-Arbeitsentgelt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt, sind versicherungsfrei. Sie können über ihre Versicherung in der Gesetzlichen oder Privaten Krankenversicherung entscheiden. (5) (6) (7)


(1) Robert-Koch-Institut und Statistisches Bundesamt (2016): Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Arbeitsunfähigkeit, www.gbe-bund.de, letzter Zugriff am 22.01.2016.

(2) Robert-Koch-Institut und Statistisches Bundesamt (2009): Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Methodische Erläuterungen zur Erfassung und Bewertung von Indikatoren zur Arbeitsunfähigkeit, www.gbe-bund.de, letzter Zugriff am 22.01.2016.

(3) Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V), §5 -§8: Gesetzliche Krankenversicherung, www.gesetze-im-internet.de, letzter Zugriff am 22.01.2016.

(4) Robert-Koch-Institut und Statistisches Bundesamt (2016): Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Pflichtversicherte (GKV), www.gbe-bund.de, letzter Zugriff am 22.01.2016.

(5) Robert-Koch-Institut und Statistisches Bundesamt (2016): Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Anmerkung(en), www.gbe-bund.de, Zugriff am 22.01.2016.

(6) Robert-Koch-Institut und Statistisches Bundesamt (2016): Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Freiwillig Versicherte, www.gbe-bund.de, Zugriff am 22.01.2016.

(7) Springer Gabler Verlag (Hg., 2016): Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Krankenversicherung, www.wirtschaftslexikon.gabler.de, letzter Zugriff am 22.01.2016.

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