Gesundheit

Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands 2013

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Frauen schätzen ihren Gesundheitszustand insgesamt etwas kritischer ein als Männer. Dies gilt für alle Altersgruppen. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern ist die subjektive Bewertung des Gesundheitszustandes umso schlechter, je älter die Personen sind.

In allen Altersgruppen geben Frauen und Männer mit schlechterer Einkommensposition auch eine schlechtere Einschätzung ihres Gesundheitszustandes ab. Auffällig sind die sehr schlechten Bewertungen bei den Personen mit Einkommen unterhalb von 60 Prozent des Medianeinkommens. Armutsgefährdete Frauen (und Männer) haben aus subjektiver Sicht einen überdurchschnittlich schlechten Gesundheitszustand.

In der einkommensstärksten Gruppe sind die Geschlechterunterschiede mit Ausnahmen der jüngsten Altersgruppe (bis zu 29-Jährigen) am geringsten. Frauen und Männer im Alter von 45 bis 64 Jahren mit Einkommen unterhalb der Armutsrisikoschwelle geben ihrem Gesundheitszustand die mit Abstand ungünstigste Bewertung. Hier dürften sich neben Belastungen durch eine nicht zufriedenstellende Erwerbsbeteiligung – Niedriglohnbeschäftigung oder Arbeitslosigkeit – auch Probleme im Alltag niederschlagen, die aus den niedrigen Einkommen resultieren, wie z.B. unzureichender Zugang zu kostenpflichtigen Präventionsmaßnahmen. Bei der Gruppe der Rentner/innen ist zu beachten, dass die Altersstruktur von Frauen und Männern aufgrund der unterschiedlichen Lebenserwartung unterschiedlich ist.


Bearbeitung: Dr. Peter Sopp; Dr. Alexandra Wagner


Literatur


Statistisches Bundesamt (Destatis) / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in Zusammenarbeit mit Das Soziooekonomische Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) (2016): Datenreport 2016. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland, Berlin.

Datentabelle zur Grafik

 

Methodische Anmerkungen

Die Auswertungen basieren auf Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP). Das SOEP ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung privater Haushalte in Deutschland, die im jährlichen Rhythmus seit 1984 bei denselben Personen und Familien in der Bundesrepublik durchgeführt wird. Seit 1990/91 wird sie auch in Ostdeutschland durchgeführt. Die Mitglieder des Panels werden jedes Jahr zu Haushalt und Person (ab 15 Jahren) befragt, um Veränderungen und Entwicklungen bezüglich Erwerbsbeteiligung und Haushaltsstruktur, Bildungsbeteiligung, aber auch Einstellungen abzubilden. Der Bestand an Befragten wurde mehrmals aufgestockt, damit ausreichend Fälle für die Analysen zur Verfügung stehen.

Die Frage lautete: „Wie würden Sie Ihren gegenwärtigen Gesundheitszustand beschreiben?“ Vorgegeben war eine Antwortskala mit fünf Ausprägungen: sehr gut, gut, zufriedenstellend, weniger gut und schlecht. Für die Darstellung wurden nur die Antwortkategorien „schlecht“ und „weniger gut“ ausgewählt.

Einkommensposition:
Die Einkommensposition ergibt sich aus dem Nettoäquivalenzeinkommen des Haushalts. Um Haushalte mit unterschiedlicher Anzahl von Personen vergleichen zu können, wird das sogenannte Nettoäquivalenzeinkommen des Haushalts berechnet. Es setzt sich zusammen aus den Nettoeinkommen aller Haushaltsmitglieder und den haushaltsbezogenen Transfers (z. B. Wohngeld), gewichtet mit der Anzahl der Personen, die zusammen haushalten. Bei einem Einpersonenhaushalt entspricht dies enau dem Nettoeinkommen, bei allen größeren Haushalten ist dieser Wert unterhalb des summarischen Einkommens.

Zur Ermittlung des Nettoäquivalenzeinkommens gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. In der empirischen sozialpolitischen Forschung hat sich zurzeit die sogenannte „neue OECD-Skala“ etabliert: die erste Person im Haushalt erhält das Gewicht 1, weitere Personen ab 14 Jahren das Gewicht 0,7 und weitere jüngere Personen das Gewicht 0,5. Die Summe dieser Gewichte ergibt dann das Äquivalenzgewicht. Durch diese Gewichtung wird berücksichtigt, dass ein Zweipersonenhaushalt bei gleichem Einkommen pro Person „besser dasteht“ als ein Einpersonenhaushalt. Dies ist realitätsnah, da Mehrpersonenhaushalte durch das gemeinschaftliche Wirtschaften Einspareffekte haben (z.B. braucht nicht jede Person eine Waschmaschine).

Median:
Als Durchschnittswert für das Nettoäquivalenzeinkommen der Bevölkerung, das die Basis für die Berechnung der Armutsgefährdung bildet, wird aufgrund seiner Unempfindlichkeit gegenüber Extremwerten in der Datenbasis der Median verwendet. Während bei der Durchschnittsberechnung alle Ausprägungen des Merkmals addiert und dieser Summenwert anschließend durch die Anzahl der Ausprägungen dividiert wird, basiert die Medianberechnung auf der nach aufsteigender Größe der Ausprägungen sortierten Folge und legt den in der Mitte befindlichen Wert als Mittelwert fest.

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