Gesundheit

Lebenserwartung von Frauen und Männern 1901–2014

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Frauen haben eine höhere Lebenserwartung als Männer, wobei die Lebenserwartung von Frauen und Männern stark durch deren Einkommensposition beeinflusst wird. Die Lebenserwartung von Frauen bei der Geburt liegt 2012/14 um ca. fünf Jahre über der der Männer. In allen Jahren seit 1901/10 zeigt sich eine höhere Lebenserwartung der Frauen im Vergleich zu den Männern. 1901/10 betrug die Differenz nur dreieinhalb Jahre, Mitte der 1980er Jahre lag sie bei sechs und 2012/14 bei durchschnittlich fünf Jahren.

Im Alter von 65 Jahren haben Frauen im Vergleich zu den Männern eine um mehr als drei Jahre längere Lebenserwartung. Anfang des 20. Jahrhunderts betrug dieser Unterschied nur ca. 7 Monate, seit Ende der 1980er Jahre hat sich die Differenz hingegen kaum verändert und liegt zwischen 3,2 und 3,5 Jahren.

Die Lebenserwartung von Frauen und Männern wird stark durch deren Einkommensposition beeinflusst. So haben Frauen der untersten Einkommensgruppe bei Geburt eine um achteinhalb Jahre kürzere Lebenserwartung als Frauen in der höchsten Einkommensgruppe. Bei Männern ist der Unterschied mit knapp 11 Jahren noch größer. Im Alter von 65 Jahren ist die Lebenserwartung der Frauen in der einkommensärmsten Gruppe eine um mehr als 6 Jahre kürzere Lebenserwartung als Frauen in der höchsten Einkommensgruppe. Die Geschlechterunterschiede bei der Lebenserwartung sind in der Gruppe mit den höchsten Einkommen am niedrigsten.


Bearbeitung: Dr. Peter Sopp; Dr. Alexandra Wagner


Literatur


Statistisches Bundesamt (2015): Allgemeine Sterbetafel. Methodische Erläuterungen und Ergebnisse, Wiesbaden.

Statistisches Bundesamt (Destatis) / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in Zusammenarbeit mit ‚Das Soziooekonomische Panel‘ (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) (2016): Datenreport 2016. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland, Berlin.

Datentabellen zu den Grafiken

 

 


 

 

Methodische Anmerkungen

Die Tabelle 1 beruht auf den Allgemeinen Sterbetafeln. Die Tabelle 2 beruht auf der Verknüpfung der Ergebnisse der Periodensterbetafel mit Umfragedaten des Sozioökonomischen Panels.

Das SOEP ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung privater Haushalte in Deutschland, die im jährlichen Rhythmus seit 1984 bei denselben Personen und Familien in der Bundesrepublik durchgeführt wird. Seit 1990/91 wird sie auch in Ostdeutschland durchgeführt. Die Mitglieder des Panels werden jedes Jahr zu Haushalt und Person (ab 15 Jahren) befragt, um Veränderungen und Entwicklungen bezüglich Erwerbsbeteiligung und Haushaltsstruktur, Bildungsbeteiligung, aber auch Einstellungen abzubilden. Der Bestand an Befragten wurde mehrmals aufgestockt, damit ausreichend Fälle für die Analysen zur Verfügung stehen.

Lebenserwartung:
Die Lebenserwartung ist die durchschnittliche Zahl der Jahre, welche eine Person in Abhängigkeit ihres Alters statistisch gesehen noch zu leben hat. Meist wird dies in Lebenserwartung bei Geburt (auch: mittlere Lebenserwartung) und bei bestimmten relevanten Altersgrenzen (fernere Lebenserwartung) angegeben. Zur Berechnung greift man auf sogenannte Sterbetafeln zurück, die für zurückliegende Zeitpunkte auf empirischen Werten beruhen. Zukünftige Werte (z. B. Lebenserwartung 2012/14 bei Geburt) werden auf Basis von mathematischen Modellen geschätzt. Die angegebenen Werte sind den Periodensterbetafeln entnommen, einer Querschnittsberechnung der Lebenserwartung (Periode). Alternativ gibt es als Modellrechnungen auch sogenannte Generationensterbetafeln.

Der Wert von 83,1 Jahren für die Lebenserwartung von Frauen bei Geburt 2012/14 heißt, dass die während dieser Zeit geborenen weiblichen Säuglinge im Durchschnitt 83,1 Jahre alt werden; Frauen im Alter von 65 Jahren haben zu diesem Zeitpunkt noch eine fernere Lebenserwartung von durchschnittlich 20,9 Jahren.

Periodensterbetafeln:
Periodensterbetafeln (auch: Querschnittssterbetafeln) werden vom Statistischen Bundesamt regelmäßig aufgrund der beobachteten Sterblichkeit einer Periode berechnet. Ziel ist, die Lebenserwartung aufgrund der beobachteten Sterblichkeit von Geburtsjahrgängen zu bestimmen. Dabei fließen die beobachteten aktuellen Werte ein und es werden ca. 100 Geburtsjahrgänge aufgenommen und zu einem fiktiven Lebenslauf modellhaft zusammengefügt. Die Werte werden bei der Konstruktion der Sterbetafel wesentlich stärker durch aktuelle Entwicklungen (z. B. Grippewelle) beeinflusst als bei den sogenannten Generationensterbetafeln (auch: Längsschnittsterbetafeln), die auf einem modellhaften Lebenslauf einer Generation beruhen.

Einkommensposition:
Die Einkommensposition ergibt sich aus dem Nettoäquivalenzeinkommen des Haushalts. Um Haushalte mit unterschiedlicher Anzahl von Personen vergleichen zu können, wird das sogenannte Nettoäquivalenzeinkommen des Haushalts berechnet. Es setzt sich zusammen aus den Nettoeinkommen aller Haushaltsmitglieder und den haushaltsbezogenen Transfers (z. B. Wohngeld), gewichtet mit der Anzahl der Personen, die zusammen haushalten. Bei einem Einpersonenhaushalt entspricht dies genau dem Nettoeinkommen, bei allen größeren Haushalten ist dieser Wert unterhalb des summarischen Einkommens.

Zur Ermittlung des Nettoäquivalenzeinkommens gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. In der empirischen sozialpolitischen Forschung hat sich zurzeit die sogenannte „neue OECD-Skala“ etabliert: die erste Person im Haushalt erhält das Gewicht 1, weitere Personen ab 14 Jahren das Gewicht 0,7 und weitere jüngere Personen das Gewicht 0,5. Die Summe dieser Gewichte ergibt dann das Äquivalenzgewicht. Durch diese Gewichtung wird berücksichtigt, dass ein Zweipersonenhaushalt bei gleichem Einkommen pro Person „besser dasteht“ als ein Einpersonenhaushalt. Dies ist realitätsnah, da Mehrpersonenhaushalte durch das gemeinschaftliche Wirtschaften Einspareffekte haben (z. B. braucht nicht jede Person eine Waschmaschine).

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