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10.04.2014

Analyse in der Konjunkturprognose

IMK: Mindestlohn stärkt 2015 Nachfrage und Konjunktur

Der gesetzliche Mindestlohn wird im kommenden Jahr die Entwicklung der Einkommen in Deutschland stärken. Das trägt zur kräftigen Binnennachfrage bei, die in diesem und im kommenden Jahr den Aufschwung der deutschen Wirtschaft wesentlich trägt. Nennenswerte negative Beschäftigungswirkungen durch die Einführung des Mindestlohns sind hingegen unwahrscheinlich – dafür sprechen die Ergebnisse der meisten empirischen Studien im In- und Ausland. Darauf weist das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung hin, das in seiner aktuellen Konjunkturprognose auch die Auswirkungen der Mindestlohneinführung analysiert hat.

„Erstmals seit längerer Zeit hat Deutschland gute Aussichten auf einen balancierten Aufschwung, von dem breite Schichten der Bevölkerung profitieren“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK. „Weil sich die Weltwirtschaft kräftig erholt und deutsche Unternehmen sehr wettbewerbsfähig sind, legt der Export zu. Stärker steigende Löhne und der wachsende Konsum im Inland sorgen zugleich aber auch für zunehmende Importe. Davon profitieren auch unsere Handelspartner. Die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte mit ihrem hohen Gefahrenpotenzial werden so etwas kleiner.“

Mit der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und der geplanten Stärkung von Tarifverträgen gebe die Bundesregierung wichtige zusätzliche Impulse für die Lohn- und Konsumentwicklung, konstatieren die Wissenschaftler. Ab 2015 werde sich allein durch den Mindestlohn die Bruttolohn- und Gehaltssumme um rund ein Prozent erhöhen. Für 2015 rechnet das IMK infolge der Mindestlohn-Einführung mit einer positiven Lohndrift in der Größenordnung eines halben Prozentpunkts: Bei Tariflohnsteigerungen von 3,1 Prozent werden die Effektivlöhne um 3,6 Prozent zunehmen. Zugleich schätzen die Forscher auf Basis der empirischen Forschungsliteratur die Gefahr von Arbeitsplatzverlusten durch den Mindestlohn als gering ein, zumal die Regierung eine „sehr vorsichtige“ Einführung vorsehe.

Die kräftige Konjunkturentwicklung wirkt sich nach der IMK-Prognose deutlich positiv auf den Arbeitsmarkt aus: Die Zahl der Erwerbstätigen im Inland nimmt 2014 um rund 240.000 Personen oder 0,6 Prozent im Jahresdurchschnitt zu. 2015 steigt sie um weitere 250.000 (0,6 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen nimmt im Jahresdurchschnitt 2014 um gut 50.000 auf knapp 2,9 Millionen Menschen ab. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent. 2014 wird die Zahl der Menschen ohne Job erneut um 70.000 auf gut 2,8 Millionen im Jahresdurchschnitt zurückgehen. Die Quote liegt bei 6,5 Prozent.

Weitere Informationen:

IMK Arbeitskreis Konjunktur: Deutschland im Aufschwung – Risiken bleiben. Konjunkturelle Lage im Frühjahr 2014 (pdf). IMK-Report 91, April 2014.

Kontakt:

Prof. Dr. Gustav A. Horn
Wissenschaftlicher Direktor IMK

Dr. Alexander Herzog-Stein
IMK, Arbeitsmarktexperte

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

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