Mathematical Theory of Democracy

Wie lässt sich die Repräsentativität gewählter Volksvertreter optimieren? Als Brücke zwischen repräsentativer und direkter Demokratie schlägt WSI-Forscher Andranik Tangian vor, mit einer "Drittstimme" das politische Profil der Wähler zu erheben und einen Index zu erstellen, mit dem bestimmt wird, inwieweit ein Kandidat dem politischen Gesamtprofil der Wählerschaft entspricht.


Eine moderne Demokratie ist nach heutigem Verständnis undenkbar ohne allgemeine und freie Wahlen. Die Wähler geben ihre Stimme den Kandidaten, von denen sie glauben, dass sie ihre politischen Präferenzen und Interessen am besten repräsentieren. Eine repräsentative Demokratie wird ihrem Anspruch also dann gerecht, wenn die gewählten Vertreter tatsächlich die Interessen der Wählerschaft widerspiegeln. Der Autor zeigt jedoch am Beispiel des deutschen Bundestages, dass die gewählten Vertreter eben nicht ausreichend repräsentativ für die Präferenzen und Einstellungen ihrer Wähler zu konkreten aktuellen Sachfragen sind.

Zur Optimierung der Repräsentativität gewählter Volksvertreter entwickelt der Autor ein zusätzliches Wahlelement, das die Aufmerksamkeit der Wähler von der Persönlichkeit der Kandidaten auf ihre an Sachfragen gemessene Eignung als Repräsentanten umlenkt. Als Brücke zwischen repräsentativer und direkter Demokratie schlägt er vor, mit einer "Drittstimme" das politische Profil der Wähler zu erheben, indem Einstellungen und Präferenzen der Wähler zu wichtigen aktuellen Themen abgefragt werden. Daraus lässt sich ein Index erstellen, mit dem bestimmt wird, inwieweit ein Kandidat dem politischen Gesamtprofil der Wählerschaft entspricht. Der Wahl-O-Mat, im Internet als Orientierungshilfe vor Wahlen angeboten, kann als Beispiel für die Art und Weise der Befragung stehen. Die Auswertung der Antworten soll aber nicht darin münden, eine individuelle Wahlempfehlung zu geben, wie es der Wahl-O-Mat derzeit tut. Ziel ist es vielmehr, ein umfassendes Bild der Präferenzen der Gesamtwählerschaft zu aktuellen Themen zeichnen, an dem sich messen lässt, inwieweit gewählte Vertreter (Präsidenten, Abgeordnete) und Körperschaften (Parlamente, Koalitionen, Kabinett) bzw. Wahlkandidaten oder Parteien für die öffentliche Meinung tatsächlich repräsentativ sind. Würde der Ausgang eines solchen Referendums zu wichtigen politischen Themen für die Verteilung von Parlamentssitzen oder öffentliche Ämter herangezogen, ließe sich die politische Teilhabe der Bevölkerung erhöhen und der Wille der Gesamtwählerschaft repräsentativ in den gewählten Gremien abbilden.

Das Buch gliedert sich in drei Teile: (1) Geschichte der Demokratie und des philosophischen Verständnisses historischer Politiker vom antiken Griechenland bis zur Moderne, (2) Theorie und mathematische Modellierung von Repräsentativität, (3) Anwendung auf Fragestellungen nichtgesellschaftlicher Natur. Der Anhang enthält alle wichtigen Formeln und umfangreiche statistische Tabellen.

mehr zum Inhalt (pdf)


Bibliografische Angaben

Tangian, Andranik
Mathematical Theory of Democracy
Gebundene Ausgabe: 635 Seiten
Verlag: Springer; Auflage: 2014 (12. August 2013)
Sprache: Englisch

ISBN-10: 3642387233
ISBN-13: 978-3642387234


zurück

X

Hinweis zur Nutzung von Cookies auf dieser Website

Diese Website benutzt Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Die Nutzung der Cookies können Sie in Ihren Browser-Einstellungen ändern. Wir benutzen außerdem Tracking-Cookies der Tracking-Tools Matomo und Webtrekk. Diese werden nur gesetzt, wenn Sie auf den „Einverstanden“-Button klicken. Solange Sie dies nicht tun, nutzen Sie die Website und Ihre Angebote, ohne dass die genannten Tracking-Tools aktiviert werden. Durch die Betätigung des Einverstanden-Buttons willigen Sie auch in das durch Facebook Insights getätigte Tracking auf der Facebook Fanpage der Hans-Böckler-Stiftung ein. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Einverstanden