Förderschwerpunkt „Bildung für und in der Arbeitswelt“


Bildung ist eine soziale Frage. Form und Inhalt von Bildung bestimmen die Chancengerechtigkeit im Arbeitsleben und die Teilhabe an gesellschaftspolitischen Prozessen. Querschnittsthema der Forschungsförderung im Forschungsschwerpunkt Bildung für und in der Arbeitswelt ist die Frage nach Chancengerechtigkeit im Bildungszugang in einer intersektionalen Perspektive.

Die Hans-Böckler-Stiftung fördert Projekte, die …

… vor dem Hintergrund der Notwendigkeit der Sicherung eines zukünftigen Fachkräftebedarfs folgende Fragestellungen adressieren:
Die Zugänge zu Ausbildung haben sich verändert, hiermit sind verbundenen Öffnungs- und Schließungsprozesse eng verbunden. Die Notwendigkeit die Quote Ungelernter zu senken, beziehungsweise diese besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren, geht einher mit einer Verschlechterung der Position von Haupt- und Realschülern im Ausbildungsmarkt. Zu wenig ist bislang bekannt wie sich der besuchte Schultyp, der erreichte Schulabschluss und die erworbenen Kompetenzen für den Zugang zum Ausbildungsmarkt auswirken. Wenig bekannt ist bisher auch über die Auswirkungen des Ausbaus dualer Studiengänge und der damit verbundenen Begrenzung des Zugangs zum jeweiligen Ausbildungs-/Studiengang auf Jugendliche mit (Fach)hochschulreife.
Vollqualifizierende schulische Ausbildungen spielen nicht zuletzt in den Feldern Erziehung und Gesundheit eine wichtige Rolle bei der Sicherung des Fachkräftebedarfs. Diese Schulberufe unterliegen sehr heterogenen länderspezifischen Regelungen und bilden traditionell überproportional Frauen primär im wachsenden Bereich personenbezogener Dienstleistungen aus. Insbesondere sollen hier die Berufe außerhalb des Berufsbildungsgesetzes im Hinblick auf die Ausgestaltung der Ausbildung, Zugänglichkeit und Durchlässigkeit adressiert werden.
Im Zuge der voranschreitenden Akademisierung entwickelt sich ein neues noch näher zu umreißendes Leitbild von Beruflichkeit, das sowohl duale und vollschulische als auch (akademische) Aus- und Fortbildungen umfasst. Von Interesse sind Studien, die sich mit den Voraussetzungen, der Gestaltung und den Auswirkungen der Akademisierung von Berufsgruppen auseinandersetzen. Ferner Studien, die Fragen nach neuen und Mischformen zwischen den genannten Aus- und Fortbildungswegen und -orten stellen. Die Förderung ist auf Fragestellungen beschränkt, die nicht bereits von anderen Forschungseinrichtungen sowie den Studierenden- und Absolventenstudien des Hochschul-Informations-Systems abgedeckt sind.
Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Umsetzung des EQR und des DQR stellt sich die Frage nach der Durchlässigkeit und der gegenseitigen Anerkennung formal und non-formal erworbener Kompetenzen. Sie ist insbesondere im Hinblick auf berufliche Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten, auf Anrechnung und Anerkennung beruflich erworbener Kompetenzen auf ein Studium und akademisch erworbener Kompetenzen in Aus- und Fortbildungsprüfungen wesentlich.

… die (Aus-)Bildungsqualität analysieren.
Erfolg und Misserfolg von (Aus-)Bildung wurden gerade in der Zeit des Unterangebots an Ausbildungsplätzen primär am Individuum festgemacht. Es gilt jedoch den Blich auch auf die „Ausbildungsreife“ von Betrieben und die Ausbildungsqualität in Schulen richten. Dabei soll die Gestaltung und Bedeutung von Lernorten in der Ausbildung untersucht werden. Insbesondere folgende Fragen sind dabei von Interesse: Welche Kompetenzen werden in welcher Weise erworben? Welche Auswirkungen hat das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer betrieblichen Sozialisation für den weiteren Berufsverlauf? Und wie steht es um die Professionalität und Qualität (der Beschäftigungsverhältnisse) des Aus- und Weiterbildungspersonals?

… die sich mit dem Zugang zu und der Gestaltung von beruflicher und allgemeiner Fort- und Weiterbildung befassen, die bisher unterrepräsentierte Gruppen erreicht.
Zur beruflichen und politischen Teilhabe an der Wissensgesellschaft ist ein lebenslanges Lernen unabdingbar. Die Teilnahme an beruflicher und allgemeiner Fort- und Weiterbildung ist jedoch höchst ungleich verteilt. Dabei fördert die Hans-Böckler-Stiftung vordringlich Projekte, die – in einer Querschnittsperspektive – Bildungsprozesse im Lebenslauf verorten und betrachten. Angestrebt ist eine Verknüpfung von Studien zu einzelnen Bildungsbereichen mit der Perspektive des lebenslangen Lernens. Thematisiert werden sollen Fragen von Kontinuität und Diskontinuität zwischen beruflicher Aus- und Weiterbildung (einschließlich akademischer Weiterbildung) im Verlauf von Bildungs- und Erwerbsbiografien unter Rückbeziehung auf Systemstrukturelemente (finanzieller, rechtlicher und curricularer Natur).

Nicht gefördert werden können Entwicklungsprojekte, Begleit- und Evaluationsprojekte sowie Studien zur LehrerInnenbildung.


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