Böckler Impuls Ausgabe 18/2012

Weihnachtsgeld

Reichere Bescherung mit Tarifvertrag

Etwa die Hälfte aller Beschäftigten darf sich über Weihnachtsgeld freuen. Wer nach Tarifvertrag bezahlt wird, hat größere Chancen auf ein finanzielles Extra.

Rund 55 Prozent der Beschäftigten erhalten eine Jahressonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Webportals lohnspiegel.de, das vom WSI-Tarifarchiv betreut wird. Die Analyse der Befragungsdaten von rund 17.000 Beschäftigten zeigt auch: Die Chancen auf ein Weihnachtsgeld sind ungleich verteilt.

Nach wie vor gibt es Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. 59 Prozent der westdeutschen, aber nur 39 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten bekommen ein Weihnachtsgeld. Frauen erhalten weniger oft Weihnachtsgeld als Männer: Bei den weiblichen Arbeitnehmern sind es 53 Prozent, bei den männlichen dagegen 56 Prozent. Wer einen atypischen Job hat, ist ebenfalls im Nachteil. Beschäftigte mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen zu 57 Prozent eine Sonderzahlung, befristet Beschäftigte nur zu 46 Prozent. Von den Leiharbeitern erhalten 49 Prozent Weihnachtsgeld. Eindeutig profitieren die Beschäftigten von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers: Unter den Beschäftigten mit Tarifbindung erhalten 70 Prozent ein Weihnachtsgeld, bei den Beschäftigten ohne Tarifbindung sind es dagegen nur 42 Prozent. Und auch Gewerkschaftsmitglieder stehen sich besser. 66 Prozent von ihnen erhalten zum Jahresende eine Sonderzahlung, Nichtmitglieder dagegen nur zu 53 Prozent.

Grundsätzlich sehen in den meisten Wirtschaftszweigen die geltenden Tarifverträge ein Weihnachtsgeld vor. Dies zeigt die Auswertung des WSI-Tarifarchivs. Es wird überwiegend als fester Prozentsatz vom Monatseinkommen berechnet. Die in den einzelnen Tarifverträgen festgelegten Prozentsätze haben sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert. Dort, wo die Tarifabschlüsse dieses Jahr höher ausgefallen sind, steigen auch die tariflichen Weihnachtsgelder stärker. Davon profitieren rund sieben Millionen Beschäftigte. Die Spanne der Anhebungen reicht von plus 1,6 Prozent für die Kraftfahrer im privaten Verkehrsgewerbe in Nordrhein-Westfalen und 2,0 Prozent in der Druckindustrie über 2,2 Prozent im Versicherungsgewerbe, 2,9 Prozent im Bankgewerbe und 3,5 Prozent im öffentlichen Dienst der Gemeinden bis zu 4,3 Prozent in der Metallindustrie und 4,5 Prozent in der chemischen Industrie West.

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Quellen

WSI-Tarifarchiv, Oktober 2012


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