Social Media - Enterprise 2.0

Web 2.0-Anwendungen

Ein Blog oder Weblog ist eine Art Tage- oder Logbuch im Internet (World Wide Web und Logbuch). Meist schreibt eine Person Beiträge, Gedanken, Meinungen, die chronologisch sortiert beginnend mit dem jüngsten Eintrag gelesen und kommentiert werden können. Man kann freie Schlagworte (sogenannte Tags) für die jeweiligen Beiträge eines Blogs vergeben und sie Kategorien zuordnen. Auf diese Weise lassen sich thematische Verknüpfungen herstellen. Nutzerinnen und Nutzer können sich automatisch darüber in Kenntnis setzen lassen, ob neue Blogbeiträge veröffentlicht oder kommentiert wurden (z. B. mit RSS-Feed).

Blogs sind inzwischen auch in der Arbeitswelt angekommen. Sie dienen z. B. der Kommunikation mit Kunden, werden intern als Wissensblog von Expertengruppen oder im Rahmen des Projektmanagements eingesetzt. Prominente Beispiele sind Daimler-Blog, primär von Daimler-Beschäftigten geschrieben, sowie Blue Blog, ein IBM-Expertenblog.

Cloud-Computing bezeichnet das Nutzen von Rechnerleistung und Speicherplatz unabhängig vom eigenen Rechner im Internet. Daten werden also nicht lokal gespeichert, sondern in der "Internet-Wolke", d. h. beispielsweise im Rechenzentrum eines Dienstleisters. Dieser verteilt die Daten unter Umständen wiederum auf unterschiedliche Server an unterschiedlichen Orten. Auch das Nutzen von Programmen auf entfernten Servern nennt man Cloud-Computing.

Vor allem für projektförmig organisierte Arbeit ist es wichtig über Abteilungs-, Standort- und Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten zu können. Netzbasierte Anwendungen unterstützen solche Arbeitsformen. Man kommuniziert mit geschriebenem Text (Instant Messenger), über Telefon, Video- oder Audio-Konferenz-Dienste. Über Wikis und Blogs können Informationen gebündelt und organisiert werden. Mit Werkzeugen zur Ideensammlung (Mindmapping-Tools) lassen sich gemeinsam Ideen entwickeln und strukturieren. Dokumente und Dateien, die notwendig sind, um zusammenarbeiten zu können, werden im Internet bereitgestellt (cloudbasierte Dienste) und können auf diese Weise auch gemeinsam bearbeitet werden.

Beim Crowdsourcing wird das Know-how von Internetnutzerinnen und -nutzern angezapft; auf Internetplattformen können sie sich beteiligen und mitarbeiten. Der Prozess kann selbstorganisiert oder auch wertschöpfungsorientiert sein. Die bekannteste Variante ist vermutlich die Wikipedia. Das Online-Lexikon speist sich aus dem Wissen der Internetnutzer und wird permanent weiterentwickelt. Bei wertschöpfungsorientierten Varianten werden z. B. Kunden über das Internet dazu aufgerufen, sich an Wettbewerben zu beteiligen und eigene Produkte einzureichen, die anschließend gemeinsam mit anderen fertig entwickelt werden. Es geht jedoch nicht nur um Produkte, sondern auch um Forschungs- und Entwicklungsfragen und Lösungsvorschläge für Problemstellungen für Unternehmen. Ein Beispiel ist die US-amerikanische Plattform InnoCentive. Dort stellen Unternehmen ihre Aufgaben ein, deren Lösungen auch vergütet werden können.

Der Arbeitsforscher Andrew McAfee prägte 2006 den Begriff und postulierte damit grundsätzliche Veränderungen in der Unternehmensorganisation und Führungskultur, hervorgerufen durch neue Kommunikations- und Anwendungsmöglichkeiten des Internets (Stichwort Web 2.0).
Blog-Post

Einträge in Microblogs sind auf wenige Zeichen beschränkt - daher "micro". Beim bekanntesten (öffentlichen) Microblogging-Dienst Twitter sind das 140 Zeichen. Es handelt sich also um eine Art Kurznachrichtendienst. Im Unternehmenskontext kommen Dienste wie Yammer oder Communote zum Einsatz, die Kommunikation bleibt damit intern. Beschäftigte stimmen darüber den Bearbeitungsstatus von Aufgaben im Projektteam ab, verabreden sich oder tauschen sich informell aus. Die Meldungen sind chronologisch mit der jüngsten Meldung zuerst geordnet. Um Meldungen zu erhalten, muss man den entsprechenden Kolleginnen bzw. Kollegen "folgen". Man kann nach Themen suchen und Stichworte vergeben (Hashtag).

Will man eine Seite im Internet wiederfinden, setzt man ein Lesezeichen im Browser. Diese individuelle Linksammlung ist nicht öffentlich zugänglich. Beim Social Bookmarking hingegen können Lesezeichen bzw. Linksammlungen zentral und öffentlich abgelegt und jeweils Rechte für unterschiedliche Personen oder Gruppen vergeben werden.

Mehrfachnennungen können so ggf. interessante Trends und Themen verdeutlichen. Social Bookmarking kann auf das gesamte Unternehmen angewendet werden, aber auch für Abteilungen, Projektgruppen oder das Gremium genutzt werden.

Der Ursprung des Begriffs liegt in den Sozial- und Politikwissenschaften (geprägt von Karl Popper). Sehr verkürzt ist gemeint, die Gesellschaft mit ingenieurhaften bis technokratisch und rational orientierten Methoden formen zu können.

Übertragen auf das Internet versteht man unter Social Engineering das Beeinflussen von Menschen mit dem Ziel, sie zur Preisgabe von vertraulichen Informationen zu bewegen. So schaffen es Social Engineers in fremde Computersysteme einzudringen, vertrauliche Daten einzusehen oder diese herunterzuladen. Vor allem soziale Netzwerke haben ein Gefahrenpotential, weil private Informationen selten ausreichend geschützt sind. Fehlerhafte Einstellungen des Accounts oder unbedachtes Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer machen es Social Engineerern dann z. B. leicht, die Identität einer Person aus dem Umfeld des Opfers anzunehmen, um so an vertrauliche Informationen zu gelangen.

Soziale Netzwerke vernetzen ihre Mitglieder. Man kann zwischen beruflichen (Xing oder LinkedIn) und privaten (bspw. Facebook oder Google+) Netzwerken unterscheiden. Auch im Unternehmensumfeld werden interne oder externe Social-Network-Systeme eingesetzt. Beschäftigte können ihre Profile mit relevanten Informationen anreichern, sich mit Kolleginnen und Kollegen (z. B. Zulieferern) vernetzen und austauschen. Es kann gemeinsam an Problemstellungen gearbeitet werden und Wissen über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg kommuniziert werden.

Die bekannteste Wiki-Anwendung ist das Online-Lexikon Wikipedia. Beim Wiki (hawaiisch für "schnell") können Inhalte gelesen und bearbeitet werden. Das Erstellen oder Ändern eines Wiki-Eintrags wird gesichert, d. h. die ursprüngliche Version des Eintrags bleibt immer gespeichert und kann bei Bedarf wieder abgerufen werden. Im Unternehmenskontext werden Wikis eingesetzt zur Verbesserung des Wissensmanagements, zur Ideengewinnung, für Service und Unterstützung (Help Desk), unternehmensbezogene Begriffsglossare oder wiederkehrende Fragen (Frequentliy Asked Questions; FAQs).


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