Infopaket

Fahrradkuriere, CrowdworkerInnen und die Bändigung des Plattformkapitalismus

Initiativen wie „Liefern am Limit“ und die Gründung von Betriebsräten bei Essenslieferdiensten zeigen: Die Fahrradkuriere organisieren sich und sind nicht länger bereit, beinahe ohne Rechte und isoliert nach den Spielregeln des neuen Plattformkapitalismus zu arbeiten. Eine dringend notwendige Entwicklung, denn bislang sind CrowdworkerInnen oft auf sich allein gestellt und wenig abgesichert. Unser Infopaket mit den Geschichten der Kuriere und den wichtigsten Forschungsergebnissen der Stiftung.


  • Fahrradkurier Orry Mittenmayer war ein Initiator des ersten Betriebsrats beim Essenslieferdienst Deliveroo und Mitbegründer der branchenübergreifenden Vernetzungsplattform „Liefern am Limit“. Was treibt ihn an? Unser Interview im Magazin Mitbestimmung.
  • Auch die Kölnerin Sarah Jochmann ist von einer Fahrerin bei Deliveroo zur Aktivistin geworden und gründete die Initiative „Liefern am Limit“ mit, um sich für bessere Bedingungen in der Branche einzusetzen. Lesenswertes Portrait in der Frankfurter Rundschau.
  • Fortschritte gibt es immerhin auch an anderer Stelle: Bereits im Frühjahr 2018 hatte die digitale Bestell-Plattform Delivery Hero angekündigt, ihren Aufsichtsrat zukünftig zur Hälfte mit Arbeitnehmervertretern zu besetzen. Das Landgericht Berlin hatte den Essenslieferservice zuvor wegen Verstoßes gegen das Mitbestimmungsgesetz gerügt.
  • Die Arbeitskräfte der Crowd sind oft auf sich allein gestellt, haben wenige Rechte und sind kaum abgesichert. Sie werden von Unternehmen ausgenutzt – das könnte auch reguläre Arbeitsverhältnisse unter Druck setzen
  • Auch wenn solche Plattformen die Möglichkeiten einer flexiblen Beschäftigung erhöhen können, unterwandern sie die traditionelle Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die zur Durchsetzung von Arbeitsgesetzen und Umsetzung der Mitbestimmung erforderlich ist, schreibt Steven Hill in seiner Kolumne auf mitbestimmung.de. Die Vertreter der Arbeitnehmerinteressen müssen deshalb neue Strategien entwickeln.
  • Was sind die Organisationsprinzipien und Funktionsweisen onlinezentrierter Plattformunternehmen? Unsere Studie zeigt am Beispiel Foodora, welche Auswirkungen Apps und Algorithmen auf die praktische Arbeit der angestellten und freien Mitarbeiter hat. Das Ergebnis: Die Möglichkeiten zur Partizipation für Arbeitsanbietende sind meist nur vordergründig niederschwellig angelegt. Und: Es herrscht das Prinzip der Kontrolle durch Technik.
  • Wie organisieren Crowdwork-Plattformen die Partizipation von CrowdworkerInnen in arbeits- und unternehmensbezogenen Themen? Unsere Studie untersuchte sechs Plattformen: Können CrowdworkerInnen sich informieren, melden, diskutieren und abstimmen? Und über welche Inhalte? Das Fazit der Forscher: Partizipation ist auf manchen Plattformen zwar möglich, aber sie ist ausbaufähig.
  • Hinter dem Sammelbegriff CrowdWorkerInnen steckt eine ganze Bandbreite von Jobs, meist im Internet. Sie reicht von einfachsten Tätigkeiten zum schnellen Nebenverdienst bis hin zu komplexen Projekten. Eine Übersicht.
  • Was bedeutet es, wenn Wissen von Menschen aus aller Welt über das Netz angezapft wird, welche Verantwortung haben die Plattformbetreiber für die Crowdworker und sind Erwerbstätige, die über eine Plattform arbeiten, wirklich Selbständige? Ein Podcast des DGB.
  • Crowdworker - selbstbestimmt oder ausgebeutet? Die Digitalisierung hat eine neue Arbeitsform hervorgebracht: Crowdworking. Aber was ist Crowdworking eigentlich? Welche Möglichkeiten und welche Gefahren für Beschäftigte sind mit dieser Arbeitsform verbunden? Unsere Unterrichtseinheit von Böckler Schule.


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