Weiterbildungsangebote für Betriebsräte

Bildungsangebote der Gewerkschaften und Universitäten, E-Learning-Angebote und Angebote mit Zertifikaten. Betriebsratsmitglieder können für Schulungs- und Bildungsveranstaltungen die Freistellung von der Arbeit beantragen.


Betriebsratsmitglieder können Freistellung von der Arbeit für die Teilnahme an Schulungs- und Bildungsveranstaltungen beantragen: Nach § 37 Abs. 6 BetrVG beschließt der Betriebsrat über die Teilnahme einzelner Mitglieder an Bildungsmaßnahmen, die er für erforderlich hält. Zusätzlich kann jedes Mitglied eines Betriebsrats nach § 37 Abs. 7 BetrVG innerhalb einer Amtszeit drei (in der ersten Wahlperiode vier) Wochen Freistellung für Fortbildungsveranstaltungen, die von den zuständigen Landesbehörden anerkannt worden sind ("Bildungsurlaub"), beantragen.

Bildungsangebote der Gewerkschaften und gewerkschaftsnahen Träger

Die Veranstaltungen der Einzelgewerkschaften richten sich in der Regel an ihre eigenen Mitglieder.

Angebote mit Zertifikat
Manche engagierte Betriebsratsmitglieder wollen nicht auf Dauer "Berufsbetriebsrat" sein, sondern im Anschluss an ihre Amtszeit qualifiziert in ihren früheren Beruf weiterarbeiten. Andere streben einen beruflichen Aufstieg an, etwa im Personalmanagement. Dritte schließlich wollen ihre fachliche Arbeit im Betriebsrat professionalisieren. Hier setzen Weiterbildungsangebote an, mit denen ein Zertifikat an einer Hochschule erworben werden kann. Diese Angebote fallen nicht immer unter die Freistellungsbestimmungen des §37 Absatz 6 BetrVG. Auch hat das von der jeweiligen Hochschule verliehene Zertifikat bisher noch keinen Wert im akademischen Studiensystem, wird also nicht auf ein Studium angerechnet.

  • Universität Dortmund
    Studiengang "Management und Partizipation"
    Die Universität Dortmund bietet seit 2004 am Zentrum für Weiterbildung einen berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang "Management und Partizipation" von eineinhalb Jahren Dauer an. Teilnehmerkreis: Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen und Verbänden sowie für Mitglieder von betrieblichen und gewerkschaftlichen Interessenvertretungen. Das Abitur ist nicht Zugangsvoraussetzung. Die Weiterbildung wird mit einem universitären Zertifikat abgeschlossen. Das Angebot wird in Kooperation mit Arbeitsdirektoren aus großen Unternehmen des Ruhrgebietes gemanagt.
  • Ruhr-Universität Bochum
    Weiterbildungsstudium "Veränderungsmanagement" An der Akademie der Ruhr-Universität Bochum gibt es seit dem Sommer 2005 unter dem Titel "Veränderungsmanagement" ein berufsbegleitendes Weiterbildungsstudium für Betriebs- und Personalräte. Es dauert 18 Monate, eine Hochschulzugangsberechtigung ist nicht nötig und das Studium endet mit einem Zertifikat der Akademie. Das Angebot wurde maßgeblich von Betriebsratsmitgliedern großer deutscher Unternehmen mitentwickelt.

    Weiterbildendes Studium "Innovation durch Mitbestimmung" 
    Ein Angebot der Akademie der Ruhr-Universität Bochum, der gemeinsamen Arbeitsstelle Ruhr-Universität/IG Metall und des DGB Bildungswerks Nordrhein-Westfalen richtet sich an Betriebsratsvorsitzende, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende sowie freigestellte Betriebsratsmitglieder: "Innovation durch Mitbestimmung". In einem Zeitraum von 20 Monaten werden in diesem Angebot sieben Module mit insgesamt 20 Seminartagen absolviert: Geschäftführung und Organisation von Betriebsratsarbeit, Leitungsaufgaben im Betriebsrat, Unternehmensrechnung, Verhandlungsführung, Innovation durch Kreativität, Management von Vielfalt und Innovation durch Betriebsratsmanagement. Bestandteil des Studiums ist ein auf die eigene betriebliche Praxis gerichtetes Projekt.

    "Strategisches Betriebsratsmanagement" und "Der Betriebsrat als Mitbestimmungsmanager"
    Die Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben Nordrhein-Westfalen bietet in Zusammenarbeit mit Lehrstühlen der Ruhr-Universität und der gemeinsamen Arbeitsstelle der Universität mit der IG Metall zwei Seminarreihen an: eine Fortbildung "Strategisches Betriebsratsmanagement" mit sechs jeweils zweitägigen Modulen in einem Zeitraum von 12 Monaten (Rolle von Betriebsratsvorsitzenden, Führen - Leiten - Delegieren, Umgang mit wirtschaftlichen Informationen, Recht durchsetzen, Öffentlichkeitsarbeit, Veränderungsmanagement).

    Das zweite Angebot "Der Betriebsrat als Mitbestimmungsmanager" besteht aus sechs einzelnen und einzeln belegbaren jeweils zweitägigen Veranstaltungen im Laufe eines halben Jahres (Betriebsrat als Mitbestimmungsmanager, betriebsnahe Tarifpolitik, Kooperation über den Betrieb hinaus, Unternehmensstrukturen im Wandel, Öffentlichkeitsarbeit, Beteiligungsrechte bei Restrukturierung).

    Informationen im Jahresprogramm von Arbeit und Leben:  www.aulnrw.de
  • IG Metall
    Weiterbildung Europäischer Wirtschaftsführerschein 
    Die IG Metall bietet in ihren Bildungsstätten Lohr-Bad Orb zwei dreiteilige Seminarreihen zur Vorbereitung auf die Prüfungen zu den beiden Stufen eines Europäischen Wirtschaftsführerscheins (European Business Competence Licence, EBCL) an. Das Angebot richtet sich an Betriebsratsmitglieder und andere Interessenvertreter, die keine betriebswirtschaftliche Ausbildung haben, aber über ein betriebswirtschaftliches Kernwissen verfügen müssen. Inhaltliche Schwerpunkte sind Unternehmensziele und Kennzahlen, Bilanzierung, Kostenrechnung, Wirtschaftsrecht, Businessplanerstelllung, Marketing und Verkauf, Investitionsrechnung und Finanzplanung. Die Prüfung wird vom Institut Weiterbildung im Beruf der Fachhochschule Wiesbaden abgenommen. Das Zertifikat ist ein in vielen Ländern anerkannter Standard der betriebswirtschaftlichen Bildung, der auch von vielen großen Unternehmen im Rahmen ihrer Karriereprogramme genutzt wird.

    Informationen im Bildungsprogramm der IG Metall
  • ver.di b+b
    Interessenvertretung als Berufung  
    Die Qualifizierungsreihe "Interessenvertretung als Berufung" von ver.di b+b bietet Handwerkszeug für den "Beruf" der Interessenvertretung. Fünf Module bereiten auf den Erwerb von fünf Schlüsselkompetenzen vor: Rollenvielfalt und Rollenklarheit in der Funktion als Betriebsrat, Leitungs- und Organisationskompetenz, Gestaltung und Begleitung von Veränderungsprozessen, Verhandlung und Beratung. Die Teilnahme an der Qualifizierungsreihe wird durch ein Zertifikat von ver.di b+b bestätigt. Freistellung und Kostenübernahme können nach § 37 Abs. 6 in Verbindung mit § 40 BetrVG bzw. § 46 Abs. 6 BPersVG bzw. den entsprechenden Regelungen der Länder erfolgen. Zusätzlich kann mit Durchführng eines Praxisprojektes und einer schriftlichen Projektarbeit sowie Teilnahme an einem Seminar ein Zertifikat der Universität Hamburg erworben werden. Dieses ist ggf. auf ein späteres berufsbegleitendes Kontaktstudium anrechenbar.

Zusatzinfos

Zur Thematik der Weiterbildungsangebote für Betriebsräte hat die Hans-Böckler-Stiftung mehrere Studien erstellt.

Gesammelte Informationen zum Thema


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