Geschlechterungleichheiten im Betrieb. Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft

Forschungsschwerpunkt: Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Einkommen und Verteilung, Geschlechterverhältnisse

Status: abgeschlossen

Projektbeginn: 15-Jan-07    Projektende: 15-Jul-09

Projekttitel: Geschlechterungleichheiten im Betrieb. Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft (GIB)

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Projektbeschreibung:

Die Erwerbstätigkeit von Frauen steigt seit Jahren an, doch Ungleichheiten im Erwerbsleben bestehen fort. Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland im Hinblick auf das Ausmaß der beruflichen Segregation zwischen Frauen und Männern, die geschlechtsbezogene Entgeltdifferenz und die Präsenz von Frauen in betrieblichen Führungspositionen mäßig bis schlecht ab. Nachdem sich Analysen zur Geschlechterungleichheit lange Zeit vorrangig auf die Arbeitsmarktebene konzentrierten, wird hier die betriebliche Ebene in den Fokus gerückt. In Betrieben entscheidet sich, unter welchen Bedingungen Frauen und Männer ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen, wie Qualifikationen genutzt und ihre Arbeit faktisch entlohnt wird und wie sich ihre beruflichen Aufstiegschancen gestalten.

Das Projekt ,Geschlechterungleichheiten im Betrieb. Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft' geht der Frage nach, unter welchen betrieblichen Voraussetzungen sich ungleiche bzw. stärker angeglichene Arbeits- und Entlohnungsbedingungen für Frauen umsetzen. Die Untersuchung nimmt folgende zentrale Themenfelder in den Blick:

  •  die berufliche Segregation 
  •  die Beschäftigungsverhältnisse von Frauen und Männern 
  •  die Aufstiegschancen von Frauen in Führungspositionen 
  •  die durch betriebliche Praxen bedingten Entgeltunterschiede zwischen den Geschlechtern 
  •  die Arbeitszeitdauer von Frauen und Männern 
  •  die Qualität der betrieblichen Arbeit 
  •  die Förderung der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern.

Gefragt wird nach betrieblichen Strukturen, Praxen und Arrangements, die Differenzierungen und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zur Folge haben oder auch Angleichungsprozesse fördern. Betriebe der deutschen Privatwirtschaft werden nach folgenden Kriterien analysiert:

  •  Betriebsgröße 
  •  Branchenzugehörigkeit 
  •  Frauenanteil an den Beschäftigten 
  •  Tarifbindung 
  •  Mitbestimmungsstrukturen (Vorhandensein eines Betriebsrates) 
  •  Region Ost/West.

Zahlreiche neue empirische Analysen (so z.B. Sonderauswertungen des IAB-Betriebspanels, der WSI-Betriebsrätebefragung und der Befragung zum DGB-Index Gute Arbeit) werden in eine systematische Darstellung des aktuellen Forschungsstandes zu den Erklärungsfaktoren eingebettet. Im Weiteren werden gesetzliche Regelungen zur Herstellung von Geschlechtergleichheit international verglichen.

Die Erarbeitung erfolgt durch ein Team aus Mitarbeiterinnen des WSI und der Abteilung Mitbestimmungsförderung in der HBS in Kooperation mit externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Nach dem WSI-FrauenDatenReport wird damit ein auf die betriebliche Ebene fokussierter Band mit aktuellem Datenmaterial und Forschungsanalysen vorgelegt.



Projektteam:

Juliane Achatz
Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsgruppe Geschlechterforschung, Nürnberg

Prof. Dr. Miriam Beblo
Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin

Prof. Dr. Silke Bothfeld
Hochschule Bremen

Tatjana Fuchs
Internationales Institut für Empirische Sozialökonomie (INIFES), Stadtbergen

Dr. Hermann Gartner
Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsgruppe Geschlechterforschung, Nürnberg

Prof. Dr. Stefan Höyng
Katholische Hochschule für Sozialwesen, Berlin

Sebastian Hübers
Politikwissenschaftler Bremen

Dr. Susanne Kohaut
Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsgruppe Geschlechterforschung, Nürnberg

Dr. Christina Klenner
WSI

Prof. Dr. Gertraude Krell
Universitätsprofessorin a. D., Berlin

Dr. Manuela Maschke
Abteilung Mitbestimmungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung

Sophie Rouault
Politikwissenschaftlerin Frankfurt a.M.

Dr. Karin Tondorf
Forschung/Beratung zu Entgelt- und Gleichstellungspolitik, moderner Staat, Seddiner See

Dr. Elke Wiechmann
wiss. Mitarbeiterin im Institut für Politikwissenschaft Fern-Universität Hagen

Prof. Dr. Elke Wolf
Hochschule München

Dr. Astrid Ziegler
bis 05/09 WSI in der Hans-Böckler-Stiftung, seit 06/09 IG Metall Vorstand Frankfurt a.M.

Koordination der Projektgruppe:
WSI und Abt. Mitbestimmungsförderung in der Hans-Böckler-Stiftung (Mitarbeit von Birgit Beese und Marco Geis)



Veröffentlichungen:

Projektgruppe GiB, Geschlechterungleichheiten im Betrieb, Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft. Reihe: Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Bd. 110, Berlin: edition sigma 2010, ISBN: 978-3-8360-8710-0. 564 Seiten, Preis: 29,90 EUR.

Klare Regeln verkleinern den Unterschied, in: Böckler Impuls 16/2009

Zwei Welten: Männer und Frauen im Beruf, in: Böckler Impuls 15/2009

Frauen in Führungspositionen: Je höher, desto seltener, in: Böckler Impuls 7/2009



 

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