Böckler Impuls Ausgabe 20/2019

Konjunktur

Lohnerhöhungen verhindern Abschwung

Die deutsche Wirtschaft droht, in „unruhiges Fahrwasser“ zu geraten: Für 2019 rechnet das IMK in seiner aktuellen Konjunkturprognose mit einem Wirtschaftswachstum von lediglich 0,5 Prozent.

 Verantwortlich dafür seien im Wesentlichen die nachlassenden Exporte, vor allem der Automobilindustrie. Dass es nicht noch schlimmer gekommen ist, liege an der Binnenwirtschaft: Kräftige Lohnerhöhungen bei gleichzeitiger Beschäftigungszunahme hätten die verfügbaren Einkommen nominal um 2,9 Prozent und den privaten Konsum um 1,5 Prozent zulegen lassen. Ohne das robuste Wachstum des Konsums wäre Deutschland nach Einschätzung des IMK in die Rezession abgeglitten.

Für 2020 erwarten die Ökonomen keine durchgreifende Erholung der Weltwirtschaft. Das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts werde mit 0,8 Prozent nur wenig stärker als im laufenden Jahr ausfallen. Die entscheidende Kraft bleibe die Inlandsnachfrage. Allerdings werde die Dynamik des privaten Konsums etwas nachlassen. Der Grund: Das Plus bei den Löhnen dürfte geringer ausfallen, der Aufwärtstrend bei der Beschäftigung nahezu zum Stillstand kommen. Zudem gebe es außenwirtschaftliche Risiken in Form von Handelskonflikten und Brexit.

Quelle

Sebastian Dullien, Peter Hohlfeld, Christoph Paetz, Katja Rietzler, Thomas Theobald, Silke Tober: Konjunktur bleibt schwach (pdf), IMK-Report Nr. 154, Dezember 2019