„Was bedeutet Ihnen Demokratie und wie gestalten Sie sie?“

Avicenna Studienwerk

Esat Hakki Yunus

Demokratie bedeutet für mich, dass ich mich unabhängig von Herkunft, Religion oder Hautfarbe selbstverwirklichen kann. Während ich meine Träume und Ziele verfolge, möchte ich als Multiplikator dazu beitragen, dass auch meine Mitmenschen als gleichberechtigte Bürger am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Denn Demokratie ist für mich die Summe der realisierten Träume und Wünsche der einzelnen Teilnehmer einer Gesellschaft.“
Esat Hakki Yunus ist Unternehmensberater bei Deloitte.

Avicenna Studienwerk

Zahra Khosrowtaj

Ein zentraler Aspekt der Demokratie besteht für mich in der wahrhaftigen Gleichstellung und Gleichbehandlung von Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sozialen, kulturellen sowie religiösen Zugehörigkeit. Demokratie besteht auch darin, Andere anders sein zu lassen, eben Ambiguitäten zu tolerieren und zu akzeptieren. Ein friedliches, harmonisches und demokratisches Miteinander können wir selbst aktiv fördern und gestalten, indem wir bei uns selbst beginnen. Indem wir uns von autoritären Einstellungen distanzieren und uns der Ambiguitätstoleranz nähern. Indem wir die Gemeinsamkeiten betrachten und über den Tellerrand schauen. Das ist ein wesentlicher Aspekt der Demokratie für mich.“
Zahra Khosrowtaj hat einen MSc in Psychologie und ist Promovendin an der Universität Marburg.

Cusanuswerk

Dr. Stefan Leifert

Für mich und meine Generation ist Demokratie so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Das Gift, das sich in Europa ausbreitet, kommt von innen. Ob die illiberalen Regierungen in Ungarn oder Polen, ob Rechtspopulisten in Deutschland oder Österreich, ob EU-Hasser in Frankreich oder Italien – der Angriff auf die Demokratie bedient sich demokratischer Mittel. Wer Demokratie gestalten will, muss sie leben und ihre Institutionen stärken. Demokratie ist schnell zerstört, aber nur mühsam wiederaufgerichtet.“
Dr. Stefan Leifert ist ZDF-Europakorrespondent in Brüssel.

Cusanuswerk

Dr. Marie-Christine Ghanbari

Demokratie ist das Ergebnis menschlichen Handelns und menschlicher Erziehung. Sie hat eine Schlüsselbedeutung für die Verwirklichung der Menschenrechte; nur durch jede neue Generation können Menschenrechte, Demokratie und das Rechtsstaatsprinzip weiter gesichert und gewahrt werden. SchülerInnen erfahren gemäß dem Magdeburger Manifest (2005) Demokratie durch Zugehörigkeit, Mitwirkung, Anerkennung und Verantwortung. Oberstes Ziel im Bildungskontext muss die demokratische Erziehung sein; nur wenn Heranwachsende Demokratie im Kontext Schule selbst erleben und in kleinen System erproben, werden sie zu mündigen Bürgern heranwachsen und die demokratischen Werte an die nächste Generation weiter geben. Das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit ist für die demokratische Erziehung grundlegend, damit Heranwachsende eine Grundlage und Voraussetzung haben, Alternativen zur Gewalt wahrzunehmen und zu wählen.“
Dr. Marie-Christine Ghanbari ist Finalistin in der Top 10 des Global Teacher Prize, Lehrerin an einer Gesamtschule, Wissenschaftlerin und Lehrbeauftragte WWU Münster sowie Gründerin eines Sportpatenprojekts.

Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk

Dr. phil Max Czollek

Demokratie, besonders in Verbindung mit dem Adjektiv „plural“, bezeichnet für mich ein Versprechen, nämlich die soziale und materielle Anerkennung und Teilhabe aller in einer Gesellschaft lebenden Menschen. Politik definiere ich entsprechend nicht als Kampf oder Streit, sondern als die Kunst, Vielfalt in einer Gesellschaft zu organisieren. Der Begriff der Kunst verweist darauf, dass mein Verständnis des Politischen auch das kulturelle Feld umfasst. Desintegration bedeutet einen Versuch, gleichberechtigte gesellschaftliche Vielfalt mit den Mitteln der Kunst zu ermöglichen.“
Dr. phil Max Czollek ist Lyriker und Politikwissenschaftler sowie Mitherausgeber der Zeitschrift „Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart“.

Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk

Rachel de Boor

Meine Eltern demonstrierten uns bei jedem Wahlgang, dass wir jetzt, nach der Wende, frei und geheim wählen dürfen. Dass dies eben nicht selbstverständlich ist, man das Recht auf Protest und Teilhabe einfordern muss, habe ich nicht nur als Ostkind hautnah miterlebt, sondern auch im Hinblick auf die Welt gelernt: die Suffragetten, die Bürgerrechtsbewegung... Demokratie funktioniert nur, solange wir sie ständig neu und kritisch überdenken. Für mich sind private politische Entscheidungen der Raum, in welchem ich Demokratie gestalten kann: auf welchen Podien ich spreche, welche Eier ich kaufe, wem ich Solidarität zeige.“
Rachel de Boor hat einen M.A. in Jüdischen Studien.

Evangelisches Studienwerk Villigst

Hans-Ludwig Buchholz

Demokratisches Handeln findet oft versteckt im Kleinen statt: in einer respektvollen Diskussion mit Andersdenkenden, in einem Roman, der die Lebenswelt des Nachbarn verstehbar macht, oder im Zahlen von Steuern. Doch im Kleinen verbirgt sich leider auch das Undemokratische: in scheinbar unpolitischen U-Bahn-Gesprächen, im fraglosen Hinnehmen mancher Mehrheitsentscheidung, im Wegbleiben und Raushalten. Der vielleicht grundlegendste Beitrag zur Demokratie ist die ständige Aufmerksamkeit für beides.“
Hans-Ludwig Buchholz ist Alumnus des Evangelischen Studienwerks Villigst.

Evangelisches Studienwerk Villigst

Dr. Johanna Fick

Demokratie ist für mich die Möglichkeit gesellschaftliche Prozesse und Diskussionen mitgestalten zu können, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Es gibt vielfältige Optionen, sich für unsere Demokratie zu engagieren - als Schüler*in, Student*in oder Arbeitende, in kirchlichen, gewerkschaftlichen oder Vereinsstrukturen, für den Kiez, die Dorfgemeinschaft, unser Land oder für globale Themen wie Klima- und Ressourcenschutz, Gerechtigkeit und ein friedliches Miteinander.“
Dr. Johanna Fick ist Alumna des Evangelischen Studienwerks Villigst.

Friedrich-Ebert-Stiftung

Christina Kampmann

Demokratie ist der höchste Wert einer politischen Ordnung. Für mich bedeutet sie Ansporn und Verpflichtung zugleich. Ansporn, weil sie nur funktioniert, wenn ich den Menschen aus meinem Wahlkreis eine Stimme geben kann, von der sie sich vertreten fühlen; auch denen, die ihre Anliegen nicht immer als erstes und am lautesten artikulieren. Verpflichtung, weil die Meinungsbildung von unten nach oben stetige Arbeit ist, die unsere oberste Pflicht ist. Demokratie ist mehr, als alle paar Jahre ein Kreuz zu machen. Demokratie bedeutet Teilhabe für alle Menschen!“
Christina Kampmann ist MdL und Sprecherin für Digitalisierung der SPD-Fraktion im Landtag NRW.

Friedrich-Ebert-Stiftung

Dr. Rolf Mützenich

Demokratie bedeutet für mich geteilte und kontrollierte Herrschaft sowie die Fähigkeit zum Kompromiss und Interessenausgleich.
Demokratie ist nicht selbstverständlich. Demokratie braucht Demokraten und muss verteidigt werden – gegen ihre Verächter und Gegner.
Demokratie ist ein Bollwerk aber keine Garantie gegen Populismus und Nationalismus. Aufklärung, Gerechtigkeit, Bildung und eigenes Engagement stehen für mich im Mittelpunkt von Demokratie!
Die Toleranz des demokratischen Verfassungsstaates endet dort, wo zu Hass und Gewalt gegen andere aufgestachelt wird. Ohne Demokratie kann es keinen dauerhaften Frieden geben, weder nach außen noch im Inneren.“
Dr. Rolf Mützenich ist Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Friedrich-Naumann-Stiftung

Christian von Falkenhausen

Demokratie ist ein Prozess, der oftmals schwer auszuhalten ist: Alle Bürger müssen über jene Dinge mitbestimmen können, die sie selbst und andere betreffen, wobei die Mitbestimmung ihre Grenze in der Selbstbestimmung aller anderen findet. Fremdbestimmte Mitbestimmung ist Unsinn, so dass Demokratie ausschließlich in ihrer freiheitlich-rechtsstaatlichen Fassung möglich ist.
In einer Zeit, in der Populisten den gesellschaftlichen Diskurs dominieren, für illiberale Demokratien geworben wird und autoritäre Staaten zugleich wirtschaftlich sehr erfolgreich sind, ist es an der Zeit, die Kernidee einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie als beschränkter Herrschaft zu stärken und zugleich das Wissen zu verbreiten, dass mittel- bis langfristig allein diese Herrschaftsform jene offene Gesellschaft ermöglicht, die zugleich individuelle Selbstbestimmung und wirtschaftliche Dynamik ermöglicht: Freiheit ist ein Wert und Freiheit hat auch einen Wert. Dafür setze ich mich ein, politisch und in der gesellschaftlichen Debatte.“
Christian von Falkenhausen ist Geschäftsführer des Verbandes der Stipendiaten und Altstipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (VSA) e.V.

Friedrich-Naumann-Stiftung

Linda Teuteberg

"Eine lebendige Streitkultur ist Voraussetzung für eine lebendige Demokratie. Denn nur in der Auseinandersetzung mit verschiedenen Meinungen und im Ringen um Kompromisse finden wir die besten Lösungen und schaffen einen hinreichenden Konsens. Dieser Diskurs entsteht aber nicht von allein, sondern braucht individuelles Engagement gerade auch in politischen Parteien. Mir ist besonders wichtig, künftigen Generationen das Bewusstsein für ihre Verantwortung und die deutsche Geschichte zu vermitteln. Dieses Anliegen verfolge ich auch mit meinem Engagement u. a. als stellvertretende Vorsitzende des Vereins ,Gegen Vergessen – Für Demokratie'."
Linda Teuteberg ist Mitglied des Deutschen Bundestags.

Hans-Böckler-Stiftung

Prof. Dr. Susanne Baer

Demokratie - das ist die ständige Einladung, mitzumachen - für mich und gerade, weil ich so oft als „anders“ etikettiert werde, und meine Stimme trotzdem zählt.
Prof. Dr. Susanne Baer ist Richterin am Bundesverfassungsgericht.

Hans-Böckler-Stiftung

Dr. Oliver von Wrochem

Demokratie bedeutet für mich, eine offene und vielfältige Gesellschaft mitzugestalten, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu analysieren und zu bekämpfen und für eine universelle Geltung von Grund- und Menschenrechten einzutreten. Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen setze ich mich in meiner täglichen Bildungsarbeit in der Gedenkstätte dafür ein, dass die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auch zukünftig eine grundlegende Orientierung für unsere Gesellschaft bleibt.“
Dr. Oliver von Wrochem ist Stellvertretender Direktor und Leiter der Abteilung „Bildung & Studienzentrum“ der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg.

Hanns-Seidel-Stiftung

Thomas M. Klotz

In der zweiten Strophe der Bayernhymne, die aus dem Jahre 1860 stammt, heißt es, wir sollen ‚fest in Eintracht und in Frieden bauen uns`res Glückes Herd!‘. Diese Worte haben auch heute noch größte Präsenz, wenn auch unter anderen Umständen. Heute gilt es, der Errungenschaften der Menschenrechte, der Demokratie, des Rechtsstaats und des friedlichen Miteinanders in Europa gewahr zu werden. Diese Errungenschaften müssen mit Leidenschaft und Verstand verteidigt werden. Denn nur eingedenk unserer Geschichte, vor allem auch im Hinblick auf die dunkelsten Jahre unserer Geschichte in Deutschland und Europa, können und müssen wir weiterhin ‚fest in Eintracht und in Frieden bauen uns`res Glückes Herd‘.“
Thomas M. Klotz ist Diplom-Politologe und Doktorand an der TUM School of Governance München zum Thema „Bienenpolitik im Alpenraum“.

Hanns-Seidel-Stiftung

Dorothee Bär

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Wir alle müssen für sie kämpfen. Jeden Tag aufs Neue. Frieden und Freiheit, Freiheit der Religion, das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Vielfalt in unserer Gesellschaft und die Gleichberechtigung unterschiedlicher Lebensverhältnisse. Das Grundgesetz, das all dies festschreibt – das bedeutet Demokratie für mich. Nichts davon ist abzugeben, alles davon ist erkämpft. Und wie ein fruchtbares Feld erfordert unser politisches System des Friedens eben jenes Bewusstsein, jene Wertschätzung und Pflege – jeden Tag aufs Neue.“
Dorothee Bär ist Staatsministerin und MdB.

Heinrich-Böll-Stiftung

Ipek Ölcüm

Für mich ist Demokratie mehr als ein Verfassungsgrundsatz. Sie ist eine Lebensform, entstanden aus der Sehnsucht nach Freiheit und Chancengleichheit. Sie ist verletzlich und braucht reife Menschen, die sich mit ihr identifizieren, empathisch sind, Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen, Auseinandersetzung nicht scheuen, sich selbst sowie andere reflektieren und dabei ihre Vernunft walten lassen, um frei miteinander in Würde leben zu können. Das versuche (!) ich zu leben – privat und beruflich.“
Ipek Ölcüm ist Juristin und Referatsleiterin im Dt. Institut für Bautechnik.

Heinrich-Böll-Stiftung

Prof. Dr. Omar Kamil

Demokratie ist nicht allein ein politischer, sondern ein gesellschaftlicher Prozess, der historisch aus menschlichen Erfahrungen mit Gewalt heranwächst. Die europäische Geschichte kann das bezeugen, die arabisch-muslimischen Umbrüche ebenso. Demokratie als Prozess muss ständig erneuert werden, damit kein Parlament mit Männer-Mehrheit über Abtreibung entscheidet und damit nicht Weltmächte von Politikern regiert werden, die die Welt spalten. Demokratische Prozesse zu fördern heißt, unsere Welt ein Stück besser zu machen.“
Prof. Dr. Omar Kamil lehrt Politik und Geschichte an der Universität Erfurt.

Konrad-Adenauer-Stiftung

Dr. Marwan Abou Taam

Die moderne Demokratie ist nicht nur eine politische Organisationsform der offenen, gleichberechtigten Gesellschaft, die durch Kompromissfindung Konflikte befriedet. Vielmehr zeichnet sich Demokratie dadurch aus, dass sie die maximale Autonomie des Einzelnen ermöglicht und Entscheidungsfreiheiten zulässt. Persönlich habe ich als Bürgerkriegsflüchtling sehr praktisch davon profitiert. Trotz aller Herausforderung boten mir die demokratischen Grundrechte jene Möglichkeit der Entfaltung sowohl privat als auch beruflich. Wir erziehen unsere Kinder nach den Idealen der Demokratie.“
Dr. Marwan Abou Taam arbeitet beim Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz.

Konrad-Adenauer-Stiftung

Prof. Monika Grütters

Die Kunstfreiheit ist konstitutiv für eine Demokratie. Künstler und Kreative sind das Korrektiv einer Gesellschaft. Mit ihren Fragen, ihren Zweifeln, ihren Provokationen beleben sie den demokratischen Diskurs und sind so imstande, unsere Gesellschaft vor gefährlicher Lethargie und damit auch vor totalitären Anwandlungen zu bewahren. Die Freiheit der Kunst zu schützen, betrachte ich deshalb als Kernaufgabe demokratischer Kulturpolitik, die angesichts des Erstarkens populistischer Parteien umso wichtiger ist.“
Prof. Monika Grütters, MdB, ist Staatsministerin für Kultur und Medien sowie Landesvorsitzende der CDU Berlin.

Rosa-Luxemburg-Stiftung

Eylem Palo

Demokratie ist für mich ein errungenes Mitbestimmungsrecht, was einer fortlaufenden Pflege bedarf.
Eylem Palo ist Alumna der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Stiftung der Deutschen Wirtschaft

Dr. Wolfgang Gründinger

Viele Dinge vermisst man erst, wenn man sie nicht mehr hat. Europa gehört dazu; die junge Generation in Großbritannien erfährt das am eigenen Leib. Die Demokratie auch, auch wenn sie mit ihren unliebsamen Kompromissen manchmal unbequem ist. Diese freiheitliche Grundordnung darf sich die junge Generation nicht von Feinden der Freiheit wegnehmen lassen. Wir müssen gemeinsam um unsere Demokratie kämpfen, on- wie offline. Die Sommerakademie ist der ideale Ort, um Gleichgesinnte zum Dialog zusammenzubringen. Tun wir was!“
Dr. Wolfgang Gründinger ist Zukunftslobbyist und Buchautor.

Stiftung der Deutschen Wirtschaft

Yagmur Özkan

Demokratie lebt nur dann, wenn sie ihre pluralistische Gesellschaft durch verschiedenste Meinungen mitgestalten und mitbestimmen lässt. Demokratie bedeutet daher auch, ethnische und religiöse Minderheiten in den Entscheidungsprozess einzubinden. Gute Integration ist der Schlüsselfaktor, um diese ‚Randgruppen‘ abzuholen. Meinen Beitrag leiste  ich durch ehrenamtliche Tätigkeiten vor allem im interkulturellen Bereich, beispielsweise berate ich Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zu ihrem schulischen Werdegang.“
Yagmur Özkan ist Rechtsreferendarin und Menschenrechtsidealistin.

Studienstiftung des deutschen Volkes

Dr. habil. Navid Kermani

Demokratie ist die Grundlage unseres, meines Lebens in Deutschland, und ich weiß sie deshalb so sehr zu schätzen, weil ich durch meine iranische Herkunft, vor allem aber auch durch meine Reportagen aus Kriegs- und Krisengebieten genau weiß, wie sich Unfreiheit anfühlt und auf das Denken, den Alltag und noch die privaten Beziehungen auswirkt.
Wählen gehen und andere daran erinnern, ihre Stimme bei egal welcher Wahl abzugeben, von der Kommunal- bis zur Europawahl - bei allen Missständen und so viel man auch über die Parteien klagen mag, sind freie und allgemeine Wahlen ein unglaublich wertvolles Privileg! Darüber hinaus bemühe ich mich, in meinem Rahmen und mit meinen spezifischen Fähigkeiten (jeder hat andere!) dem Gemeinwohl zu dienen; der wichtigste Beitrag, den ich selbst leisten kann, sind wohl tatsächlich jene Berichte aus Kriegs- und Krisengebieten.“
Dr. habil. Navid Kermani ist Schriftsteller und Orientalist.

Studienstiftung des deutschen Volkes

Prof. Dr. Eva Heidbreder

Bekanntlich wird uns die Bedeutung abstrakter Werte und gewohnter Praxis – wie der Demokratie – erst bewusst, wenn wir den Kontrast ihrer Abwesenheit erfahren. 1993/94 erlebte ich die ersten freien Wahlen im apartheitsgeprägten Südafrika, was mir zeigte: Demokratie ist die Einlösung des Versprechens auf Freiheit. Selbstbestimmt unter Achtung der Gleichwertigkeit aller zu leben ist eine unglaublich euphorisierende und mitreißende Lebensperspektive. Als EU-Forscherin frage ich daher, warum gerade in unseren liberalen Demokratien diese Perspektive für viele nicht mehr trägt. Die Fähigkeit analytisch-kritisch zu denken ist das Wichtigste, was ich meinen Studierenden deshalb mitgeben will. Das überstaatliche demokratische EU-System öffentlich zu erklären und diskutieren sowie wissenschaftliche Ergebnisse in konkrete Handlungsoptionen zu übersetzen, sehe ich als Teil meiner Aufgabe und meinen persönlichen Beitrag, die mühsame tägliche Erarbeitung unserer Demokratien mitzugestalten.“
Prof. Dr. Eva Heidbreder ist Politikwissenschaftlerin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

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