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16.10.2019

Neue Werte des Frühwarninstruments

IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt leicht, bleibt aber auf hohem Niveau

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden drei Monaten eine Rezession erlebt, ist in den letzten Wochen geringfügig gesunken, sie bleibt aber hoch. Das zeigen die neuesten Werte, die der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung liefert. Für das Quartal von Oktober bis Ende Dezember weist der Indikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, ein Rezessionsrisiko von 56,5 Prozent auf – nach 59,4 Prozent im September. Ebenfalls auf hohem Niveau leicht rückläufig ist die statistische Streuung im Indikator – sie spiegelt die große Verunsicherung vieler Wirtschaftsakteure wider. Deshalb bleibt das nach dem Ampelsystem arbeitende IMK-Frühwarnsystem auf „rot“, was eine akute Rezessionsgefahr anzeigt.

Der leichte Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit basiert nach Analyse des IMK auf dem zuletzt mäßigen Anstieg der Industrieproduktion, der sich vom Negativtrend der vergangenen Monate abgesetzt hat. Auch die weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen wirkten positiv. Allerdings verhindere eine ungünstige Entwicklung bei einer breiten Palette anderer Frühindikatoren, dass die Rezessionsgefahr stärker sinke. Darunter sind rückläufige Zahlen bei den inländischen Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe, weniger offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt und eine gedrückte Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Unter dem Strich würden die Konjunkturaussichten weiterhin von den beträchtlichen außenwirtschaftlichen Risiken dominiert, also von der Möglichkeit eines harten Brexits, den US-Handelskonflikten und geopolitischen Spannungen.

„Trotz der leichten Verbesserung bieten die Zahlen keinen Grund zur Entwarnung bei der Konjunktur“, sagt IMK-Experte Dr. Thomas Theobald. Die Düsseldorfer Konjunkturforscher halten es für sinnvoll, ohnehin dringend notwendige Investitionen zu forcieren und so der Wirtschaftsflaute entgegen zu wirken. „Angesichts der ungewissen weltwirtschaftlichen Lage, des hohen Bedarfs bei der Modernisierung unserer Infrastruktur und der günstigen Finanzierungsmöglichkeiten wäre es wünschenswert, die Wirtschaftspolitik würde mit der Ankündigung eines strukturellen Ausbaus der öffentlichen Investitionen mutiger agieren als es in den letzten Wochen geschehen ist“, so Theobald.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt.

Weitere Informationen:

Zum IMK-Konjunkturindikator

Zur aktuellen IMK-Konjunkturprognose

Kontakt:

Dr. Thomas Theobald
IMK, Experte für Finanzmärkte und Konjunktur

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

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