Arbeit aufwerten

Worum geht es?

Digitalisierung, Globalisierung, demografischer Wandel und neue Geschlechterrollen mischen die Karten bei den Einkommen neu – in wachsenden Bereichen (soziale Dienstleistungen, Plattformarbeit etc.) greifen die bewährten Instrumente der Lohnfindung nur bedingt. Zwar gibt es auf der einen Seite eine Tendenz zu Abwertung von Arbeit z.B. durch den Einsatz von digitalen Assistenzsystemen im Bereich der Werkführung in Montage und Logistik. Auf der anderen Seite – hier handelt es sich vermutlich um die Mehrheit der Tätigkeiten – findet eine Aufwertung statt. Denn: Viele Tätigkeiten werden komplexer, anspruchsvoller, erfordern mehr Koordinierung, Kommunikation, Prozesssteuerung und IT-Kompetenz. Erforderlich ist teilweise mehr Wissen, oftmals geht es aber um soziale und kognitive Fähigkeiten: die Fähigkeit zur vernetzten Kooperation in modernen und komplexen IT-Umgebungen. Auch „Skills“ wie der Umgang mit dem Ungewissen und psycho-soziale Kompetenzen in interaktiver Arbeit sind zunehmend gefordert. Diese Fähigkeiten bzw. konkret ausgeübten Tätigkeiten liegen häufig nicht nur quer zu den üblichen Organigrammen, sondern auch zu den Eingruppierungsstrukturen und Ausbildungsabschüssen.

gemeinsame Konferenz von ver.di und Hans-Böckler-Stiftung

"Dienstleistungen im Umbruch"

Dienstleistungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil für Wohlstand, Lebensqualität und sozialen Zusammenhalt. Am 10. und 11. Januar 2019 diskutierten Verantwortliche aus Gewerkschaften, Politik und Unternehmen angesichts der Umbrüche in Handel, Logistik, Finanz- und Energiewirtschaft, aber auch im wachsenden Bereich sozialer und gesundheitsbezogener Dienstleistungen, u.a. über neue Geschäftsmodelle und ihre Auswirkungen auf die Dienstleistungsarbeit. In acht Workshops ging es aber auch darum, wie Interaktionsarbeit - Arbeit an und mit Menschen - gestaltet werden muss, damit gute Arbeit gewährleistet wird, bzw. wie die Aufwertung von unterbewerteter Dienstleistungsarbeit gelingen kann.

Zur Dokumentation der Veranstaltung (Website)

Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsverbund "Soziale und gesundheitsbezogene Dienstleistungen"

Soziale und gesundheitsbezogene Dienstleistungen sind als gesellschaftliche Infrastruktur in einer modernen Erwerbsgesellschaft unverzichtbar, damit Frauen und Männer Sorge- und Erwerbsarbeit vereinbaren können. Sie sind wohlfahrtssteigernd, wenn sie ausreichend, professionell und qualitativ hochwertig bereitgestellt werden. Dennoch klafft derzeit eine Lücke zwischen den Erwartungen an professionelle Dienstleistungen und den tatsächlichen Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen. In den Forschungsvorhaben des Forschungsverbunds wurden Ansatzpunkte für Gute Arbeit und Beschäftigung und eine gute Versorgung in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft herausgearbeitet. mehr ...

Report

"Aufwertung von sozialen Dienstleistungen"

Die Debatte um die Aufwertung sozialer Dienstleistungen ist kein Randphänomen mehr. Der Report von Dorothea Voss und Christina Schildmann liefert Argumente, warum die Aufwertung notwendig ist und zeigt auf, wo Stolpersteine liegen, die es noch aus dem Weg zu räumen gilt. mehr ...

Zum Report (PDF)

Policy Brief

"Damit Arbeit 4.0 in der Pflege ankommt"

Eine beschäftigtenorientierte Arbeit 4.0 bleibt in der Pflege unter ihren Möglichkeiten, weil Beschäftigte in der Pflege und Pflegebedürftige die derzeitige Technik häufig als störend und nicht als entlastend empfinden. In einem Leitbild "Pflege 4.0" nennen die Autor/innen fünf Voraussetzungen, damit Technik die Arbeitsbedingungen und die Versorgungsqualität verbessern kann.

Zum Policy Brief (PDF)

LABOR.A 2018

Ideenpitch "Arbeit aufwerten"

Wie kann Arbeit konkret aufgewertet werden? Auf der LABOR.A haben sieben Expert/innen ihre ganz konkreten Werkzeuge, Konzepte, Ideen oder Instrumente präsentiert. Das Publikum durfte am Ende abstimmen, welche Idee das Prädikat „besonders wertvoll“ erhält und an der weitergearbeitet werden soll.
Prof. Dr. Ute Klammers Vorstellung des „Comparable Worth Index‘ als Tool der gerechten Arbeitsplatzbewertung“ wurde als beste Idee ausgezeichnet.

Ute Klammer: „Der Comparable Worth Index als Tool der gerechten Arbeitsplatzbewertung“ (PDF)
Zu allen Beiträgen des Ideenpitches „Arbeit aufwerten“ in unserer LABOR.A-Playlist (Youtube-Link)

Die Geschlechterperspektive in der Digitalisierungsdebatte

Gerade unter den Vorzeichen der Digitalisierung ist Gleichstellung ein wichtiges Feld zur Verringerung von sozialer Ungleichheit, zur Stärkung von Gerechtigkeit und Demokratie, aber auch zur wirtschaftlichen Nutzung (weiblicher) Ressourcen. In ihrem Diskussionspapier "Genderaspekte der Digitalisierung der Arbeitswelt" unternehmen die Autorinnen den Versuch, den Blick auf die "Her-Story" im aktuellen Transformationsprozess zu lenken. Begleitend dazu hat die Hans-Böckler-Stiftung eine Literaturstudie von Deborah Oliveira veröffentlicht, die einen Forschungsüberblick über die geschlechtsspezischen Aspekte der Digitalisierungsdebatte liefert. mehr ...

Zum Diskussionspapier "Genderaspekte der Digitalisierung der Arbeitswelt" (PDF)
Zum Working Paper "Gender und Digitalisierung" (PDF)
"Von der Hausfrau zur Crowdworkerin", zur Online-Ausgabe des Artikels im Tagesspiegel (Website)

Aus der Reihe "Hier wird die Arbeit der Zukunft gemacht"

Vergütungsgerechtigkeit bei der Messe Berlin

Angesichts des rasanten Wandels von Tätigkeiten, Berufen und Arbeitszuschnitten stellt sich die Frage nach einer gerechten und transparenten Vergütung neu. Wie diese umgesetzt werden kann, zeigt das Praxisbeispiel der Berliner Messe, die sich 2014 mithilfe des Instrumentes "eg-check" auf den Weg gemacht hat, Funktionen und Tätigkeiten neu zu überprüfen, um sie gerechter zu entlohnen.

Zum Videobeitrag auf Youtube

X

Hinweis zur Nutzung von Cookies auf dieser Website

Diese Website benutzt Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Die Nutzung der Cookies können Sie in Ihren Browser-Einstellungen ändern. Wir benutzen außerdem Tracking-Cookies der Tracking-Tools Matomo und Webtrekk. Diese werden nur gesetzt, wenn Sie auf den „Einverstanden“-Button klicken. Solange Sie dies nicht tun, nutzen Sie die Website und Ihre Angebote, ohne dass die genannten Tracking-Tools aktiviert werden. Durch die Betätigung des Einverstanden-Buttons willigen Sie auch in das durch Facebook Insights getätigte Tracking auf der Facebook Fanpage der Hans-Böckler-Stiftung ein. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Einverstanden