Standards für eine Arbeitswelt im digitalen Wandel

Worum geht es?

Die Arbeitsverhältnisse sind vielfältiger geworden. Welche Stellung Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Arbeitswelt und damit in der Gesellschaft haben, entscheidet sich über die Beschäftigungsform: Haben die Arbeitenden überhaupt einen Arbeitsvertrag – oder erhalten sie (nur) einen Arbeitsauftrag? In welchem Umfang sind sie angestellt? Und zu welchen Konditionen? An diese Fragen knüpfen sich einerseits Chancen auf Einkommen und beruflichen Aufstieg, andererseits Rechte und soziale Absicherung. Letztere sind bislang an das Normalarbeitsverhältnis (unbefristete sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung) gebunden, von dem es aber inzwischen viele Abweichungen gibt, z. B. bei befristeter Beschäftigung, Teilzeit, Leiharbeit, Werkverträgen oder Solo-Selbstständigkeit. Organisieren sich Betriebe netzwerkförmig, setzen sie zwar weiterhin auf Angestellte, nutzen aber auch Freelancer als flexible Arbeitskräfte. Auch die Arbeit auf digitalen Plattformen - beim »Crowdworking« werden Aufträge digital für einen globalen Arbeitskräftepool ausgeschrieben - ist ein Trend, der das bestehende Arbeitsrecht herausfordert.
Diese Vielfalt bietet einigen mehr Autonomie und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gleichzeitig ist eine Polarisierung des Arbeitsmarktes in stärker und schwächer geschützte Beschäftigung die Folge. Die weißen Flecken von Beschäftigung, die nicht mehr durch das Arbeitsrecht erfasst sind, wachsen. Nötig ist daher die Neufassung des Arbeitnehmerbegriffs und des Betriebsbegriffs, um einen Rahmen für moderne Beschäftigungsformen zu schaffen.

Mehr dazu im Kapitel "Erwerbstätigkeit" im Bericht der Kommission "Arbeit der Zukunft" (S. 16ff.)

Im Erscheinen: Working Paper Arbeit der Zukunft

Die Entstehung neuer Arbeits- und Beschäftigungsformen auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Die wachsende Bedeutung sogenannter "atypischer Beschäftigung" in Form von Teilzeitarbeit, Leiharbeit oder geringfügiger Beschäftigung ist kein neues Phänomen. Parallel dazu haben in den letzten Jahren jedoch auch neue Arbeits- und Beschäftigungsformen zugenommen, bei denen die Grenzen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmer/innen zunehmend verschwimmen, oder die eine veränderte Arbeitsorganisation und andere Arbeitsstrukturen aufweisen. Die Literaturstudie von Andreas Jansen (IAQ) geht der empirischen Bedeutung dieser neuen Beschäftigungsformen auf den Grund.

Im Erscheinen: Working Paper Arbeit der Zukunft

Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Debatten und Ansätze zur Verbesserung der Bedingungen für die Plattformarbeit in Europa

Welche Folgen zeichnen sich durch die Arbeit auf Plattformen für Crowdworker/innen und die Gesellschaft insgesamt ab? Welche Entwicklungen lassen sich auf europäischer Ebene beobachten, welche zentralen Debatten finden sich in der Literatur zum Thema hinsichtlich Begriffen und Definitionen, Relevanz und Verbreitung, Motivationen und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer? Und schließlich: Welche Ansätze zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Crowdworker/innen gibt es?

Im Erscheinen: Working Paper Arbeit der Zukunft

Geschäftsmodelle und Organisationsformen im Kontext des digitalen Wandels

Betriebsräten kommt im Rahmen von Digitalisierung die Rolle des kritischen Begleiters des Wandels zu. Ihre Erfahrungen mit Veränderungsprozessen und die Sicht auf den konkreten Wandel in ihren jeweiligen Unternehmen stehen im Vordergrund der Expertise. Anhand der Beispiele aus der Unternehmenspraxis werden Strukturmerkmale beschrieben, nach denen sich Unternehmen im digitalen Wandel verändern.

Working Paper Arbeit der Zukunft

Erwerbsarbeit in der Plattformökonomie - Arbeitnehmerbegriff

Die Plattformökonomie stellt das Arbeitsrecht vor große Herausforderungen: Die Definition der Arbeitnehmer/in anhand des Arbeitsorts, der Arbeitszeit und der Arbeitsorganisation greift nicht mehr bei Tätigkeiten, die überall und jeder Zeit erbracht werden können. Zudem verfolgen Plattformen gewollt Strategien um die sozialen Schutzrechte zu umgehen und ihre Beschäftigten als Selbständige zu definieren. Andreja Schneider-Dörr geht in ihrem Papier der Frage nach, was zu tun ist um die Arbeitsbedingungen in der Plattformökonomie zu verbessern, wie weit der bisher geltende Arbeitnehmerbegriff noch trägt und welche Alternativen denkbar wären.

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Working Paper Arbeit der Zukunft

Rethinking the concept of the "employee" in the age of digitalisation

Der traditionelle Begriff des "Arbeitnehmers" ist in der kapitalistischen Industriegesellschaft verwurzelt, ein Kernkriterium bildet die persönliche Abhängigkeit. Angesichts von Globalisierung und Digitalisierung braucht es jedoch eine zeitgemäße Sichtweise, die auch die neuen Beschäftigungsformen in den Blick nimmt; und eine soziale Absicherung, die sich nicht nur vom sogenannten Normalarbeitsverhältnis ableitet, sondern die allen arbeitenden Bürgern zugute kommt, meint Ulrich Mückenberger.

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Working Paper Arbeit der Zukunft

Agil, Plattform, Startup - jenseits des Hypes

Die Diskussion um die "Arbeit der Zukunft" dreht sich oft um die unmittelbaren Auswirkungen der Digitalisierung. Ergänzend dazu nimmt das Papier von Hans Erich Müller eine betriebswirtschaftliche Perspektive ein und zeigt, dass ein moderner, integrierter Ansatz besonders fruchtbar sein kann. Gewinn und Verantwortung, Planung und Agilität, Märkte und Ressourcen, global und lokal: auf "Beidhändigkeit" (engl. ambidexterity) kommt es an in Managementlehre und Unternehmenspraxis.

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Forum der Hans-Böckler-Stiftung auf dem Kongress "Digitaler Kapitalismus - Alle Macht den Konzernen?"

„Digitale Plattformen als Genossenschaften und digitale Projektgemeinschaften?“

Amazon, Facebook & Co. – ein wachsender Teil unserer digitalen Infrastruktur wird von einer kleinen Anzahl von Konzernen kontrolliert. Digitale Projektgemeinschaften und Pionier/innen digitaler Genossenschaften bilden im Geist von Open Innovation und Sharing-Kultur einen Gegenpol zu den „Big Five“. Wie können diese Akteur/innen gegen die digitalen Player bestehen? Wie können faire und demokratische Arbeitsbeziehungen geschaffen werden? Diese Fragen diskutierten Jan-Felix Schrape (Uni Stuttgart), Thomas Gegenhuber und Thomas Gegenhuber (Leuphana Universität Lüneburg) und Magdalena Ziomek-Frackowiak (SMartDe) am 7. November 2018 auf dem diesjährigen "Digitaler Kapitalismus"-Kongress der FES in Berlin.

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Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsverbund "Digitalisierung, Mitbestimmung, Gute Arbeit"

Der Prozess der Digitalisierung hat grundlegende Auswirkungen auf alle Bereiche der Gesellschaft. Der Forschungsverbund „Digitalisierung, Mitbestimmung, gute Arbeit“ widmet sich vor diesem Hintergrund der Frage, wie sich der Prozess der Digitalisierung im Sinne von Mitbestimmung und guter Arbeit gestalten lässt. mehr ...

Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung

Projekte zum Thema "Crowdsourcing und Plattformökonomie"

Über digitale Plattformen läuft ein zunehmender Teil unseres täglichen Lebens. Auch Unternehmen lagern zunehmend Prozesse „in die Cloud“ aus. Die Frage, welche Auswirkung dies auf Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung hat, betrifft dabei nicht nur das Crowdsourcing im engeren Sinne: die Auslagerung von Tätigkeiten an eine prinzipiell unbegrenzte „Crowd“ über digitale Plattformen. mehr ...

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