WSI-Mitteilungen Ausgabe 02/2018

Anne Busch-Heizmann, Timothy Rinke

Der Einfluss betrieblicher Strukturen auf die Verdienste von Frauen und Männern. Ergebnisse der Betriebsbefragung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP-LEE)


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-Mitteilungen 2/2018, Seiten 114-123

Zusammenfassung

Die Studie untersucht mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und der für die Welle 2011 durchgeführten Betriebsbefragung (SOEP-LEE) die Wirkungen auf Chancengleichheit orientierter betrieblicher Strukturen für die Verdienste von Frauen und Männern. Dabei werden in dem Beitrag solche betrieblichen Maßnahmen fokussiert, von denen angenommen werden kann, dass sie einen egalisierenden Effekt auf geschlechtsspezifische Verdienstunterschiede haben. Die Analyse differenziert zwischen verbindlichen und weniger verbindlichen Formalisierungsmaßnahmen. Die Ergebnisse deuten an, dass die durchschnittlichen Verdienste der Befragten mit verbindlichen Formalisierungsmaßnahmen in den Betrieben steigen, wobei dies für Arbeitnehmerinnen in stärkerem Maße gilt. Im Hinblick auf weniger verbindliche Formalisierungsmaßnahmen zeigt sich hingegen kontrolliert um Drittvariablen kein Effekt. Bezüglich der Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden bei dem Vorliegen von Maßnahmen zur Arbeits(zeit)flexibilisierung vergleichsweise große Egalisierungschancen deutlich, während die Ergebnisse andererseits auch überraschende Befunde zutage fördern, z.B., dass Männer von betrieblichen Maßnahmen der Kinderbetreuung in stärkerem Maße als Frauen profitieren. Die Ergebnisse werden unter anderem vor dem Hintergrund zu Annahmen des „Flexibility Stigmas“ sowie zu neo-institutionalistischen Arbeiten diskutiert.

Abstract

Using data from the German Socio-Economic Panel Study (SOEP) and the 2011 implemented Linked Employer-Employee Survey (SOEP-LEE) the article examines the efficacy of firm policies which are assumed to foster equality of opportunities for women and men. For this purpose, the associations between these firm structures and the average earnings of female and male employees are analysed. The results show that the average earnings of the respondents benefit from binding formalisation measures, and that this is the case especially for female employees. However, examining other variables, the analyses reveal no effect of less-binding formalisation measures. Concerning firm-specific policies for balancing family and work, the analyses indicate that measures on working (time) flexibility have relatively high chances of reducing inequalities in the earnings whereas other results are surprising, for example that childcare measures favour men more than women. The empirical results are discussed in terms of the “flexibility stigma” and of arguments relating to neo-institutionalism.


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