WSI-Mitteilungen Ausgabe 02/2018

Malte Lübker, Thorsten Schulten

WSI-Mindestlohnbericht 2018: Preisentwicklung dämpft reale Lohnzuwächse


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-Mitteilungen 2/2018, Seiten 124-131

Zusammenfassung

Zu Beginn des Jahres 2018 traten in vielen Ländern neue Mindestlöhne in Kraft, die zum Teil mit deutlichen Erhöhungen verbunden sind. In der Europäischen Union setzte sich die dynamische Entwicklung der Vorjahre mit einer mittleren Steigerungsrate von 4,4 % fort, wobei die wieder stärker anziehenden Verbraucherpreise zu einem geringeren Reallohnzuwachs von 2,8 % führten (Vorjahr: 5,1 %). Getrieben wird die Entwicklung insbesondere von den zentral- und osteuropäischen Mitgliedsländern, wo die Mindestlöhne – von einem geringeren Ausgangsniveau aus – weiter zu denen in Westeuropa aufschließen. Die gilt insbesondere, wenn Kaufkraftunterschiede berücksichtigt werden. Der vorliegende WSI-Mindestlohnbericht analysiert die aktuelle Entwicklung und schlägt dabei die Brücke zur politischen Debatte um eine europäische Mindestlohnpolitik, die u.a. der französische Staatspräsident Macron forciert hat und die auch in Deutschland im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD aufgegriffen wurde. Der Bericht konstatiert, dass auch in Deutschland mit seinem relativ geringen Mindestlohnniveau noch Handlungsspielraum zur Verwirklichung von existenzsichernden Löhnen besteht.

Abstract

When in January 2018 new minimum wages came into forceacross a large number of countries, they in part entailed substantial gains for employees. In the European Union, the dynamic growth trajectory of previous years continued with a median increase of 4.4 %. However, the recent uptick in consumer prices implies more modest real gains of 2.8 % (compared to 5.1 % in the previous year). The driving force behind this trend is particularly rapid minimum wage growth in a number of member states in Central and Eastern Europe. Starting from a substantially lower level, minimum wages in these countries continue to close in on those in Western Europe, in particular when differences in purchasing power are taken into account. The WSI Minimum Wage Report analyses these developments and places them within the context of the current political debate around a European minimum wage policy. In addition to the recent push in this direction by the French President Macron, a European framework for minimum wages has also been endorsed by the political parties CDU, CSU and SPD in their recent coalition agreement. The report concludes that in Germany, with its comparatively low minimum wage levels, there is still scope for action to achieve living wages. 


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