Soziale Selbstverwaltung und Rehabilitation

Forschungsschwerpunkt: Wohlfahrtsstaat

Status: abgeschlossen

Projektende: 31.12.2016

Projektnummer: 2014-686-4

Projekttitel: Soziale Selbstverwaltung und Rehabilitation

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Projektziel:

Gesetzliche Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung und Arbeitsförderung bilden die Grundlage der Sozialordnung.Träger sind rechtsfähige Körperschaften des ö.R. mit Selbstverwaltung durch Versicherte und Arbeitgeber. Dies bedingt Schnittstellen, deren Mängel durch Zusammenarbeit reduziert werden können. Am Beispiel von Rehabilitation soll der Beitrag der Selbstverwaltung untersucht werden.

 

Veröffentlichungen:

Köpke, Karl-Heinz, Alexandra Richter und Felix Welti, 2018. SOZIALE SELBSTVERWALTUNG UND REHABILITATION. Sichtweisen, Bewertungen und Anregungen von Expertinnen und Experten der Selbstverwaltung, Study 384, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 40 Seiten.

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Köpke, Karl-Heinz und Felix Welti, 2017. Soziale Selbstverwaltung und Rehabilitation. Untersuchung von Optimierungsmöglichkeiten in der Sozialversicherung, Kassel, 184 Seiten.

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Projektbeschreibung:

1. Kontext

Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Dafür wurde das SGB geschaffen. Mit seinen Büchern sollen zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und Sicherheit Sozialleistungen gestaltet werden. Dazu gehört die Sozialversicherung, die jedem Versicherten ein Recht auf Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung, zur Besserung und zur Wiederherstellung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit gibt. Im Mittelpunkt der Untersuchung sollen Rehaleistungen der GKV, GUV, GRV sowie Arbeitsförderung stehen. Dieses System regelt unterschiedliche Zuständigkeiten. Die Folge sind Lücken und Überschneidungen und damit eine begrenzte Wirksamkeit der Leistungen. Um Rehaleistungen "aus einer Hand" zu ermöglichen, wurden mit dem SGB IX Wege vorgegeben. Seitdem wird versucht, sie zukunftsfest auszubauen. Dieses Vorgehen zu begünstigen, haben Politik, BDA und DGB gemeinsam die BAR e.V. geschaffen. Dieser Prozess könnte durch Selbstverwalter weitere Schubkraft erhalten.


2. Fragestellung

Ziel ist die Erkundung des tatsächlichen Geschehens in der Rehabilitation. Dabei ist vor allem von Interesse, ob und wenn ja, wie Selbstverwalter an Reha-Prozessen beteiligt sind, in welchem Umfang ihre Anregungen, ihre Informationen und Nachfragen sowie andere Impulse aus der Selbstverwaltung aufgegriffen werden. Daraus ergeben sich folgende Fragen:

- In welchem Umfang und in welchen Teilaspekten ist die Selbstverwaltung am Reha-Geschehen beteiligt?

- Wie und wann sind einzelne Akteure und Organe der Selbstverwaltung an der Erfassung, Umsetzung und Überprüfung von reharelevanten Gegebenheiten beteiligt?

- Welche Folgerungern und Erkenntnisse können daraus für die Optimierung abgeleitet werden?


3. Untersuchungsmethoden

Ausgangspunkt bildet ein Überblick über die Tätigkeitsfelder von Akteuren der sozialen Selbstverwaltung. Der Sachverhalt soll durch Befragung erkundet werden. Dazu werden die Versicherungsträger um Vorschläge (Versicherten- und Arbeitgebervertreter) gebeten. Die Vorgeschlagenen sollen die Trägerstruktur widerspiegeln. Daraus werden 24 Versicherten- und Arbeitgebervertreter mittels eines Katalogs ausgewählt, aus der GKV je 4 Versicherten- und Arbeitgeber-Vertreter, aus der GUV und der GRV je 3 Versicherten- und Arbeitgeber-Vertreter und aus der Arbeitsförderung je 2 Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertreter.

Die Befragung der Selbstverwalter soll mittels eines sozialwissenschaftlich reflektierten Fragebogens erfolgen.

Es sollen auch Wissen und Erfahrung von Vertreterinnen und Vertretern aus dem Hauptamt von Versicherungsträgern mit BAR-Kenntnis sowie aus Politik, Sozialforschung und -wissenschaft einbezogen werden. Die Auswertung der Befunde wird sozialwissenschaftlich begleitet.


4. Darstellung der Ergebnisse

Die in der Selbstverwaltung tätigen Personen berichten über erschwerende und fördernde Faktoren ihrer Tätigkeit. Zu den erschwerenden Faktoren gehören die wachsende Komplexität der gesetzlichen Grundlagen und der Verwaltung, gerade in der Rehabilitation. Ihr stehen ehrenamtlich Tätige gegenüber, die nicht immer über hinreichende Ressourcen, vor allem zeitlicher Art, verfügen. Fördernde Faktoren sind die Einrichtung unterstützender Strukturen („Büro der Selbstverwaltung“) sowie eine adäquate Unterstützung durch Schulungen und Vorbesprechungen der Listenträger.

In Bezug auf die Rehabilitation ist erkennbar, dass die in der Selbstverwaltung Tätigen in einem Spannungsfeld stehen, wenn Interessenkonflikte zwischen den Verwaltungsträgern in der Selbstverwaltung und in der BAR ausgetragen werden. Es bedarf erheblicher Anstrengungen, damit sie sich entsprechend ihrem Selbstverständnis und gesetzlichen Auftrag primär als Vertreter der Versicherten oder Arbeitgeber und nicht als Vertreter eines Verwaltungsträgers betätigen können.

Die BAR arbeitet ab dem 01.02.2018 auf einer neuen gesetzlichen Grundlage (§§ 39-41 SGB IX). Diese bietet neue Herausforderungen und Chancen.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Felix Welti
Universität Kassel
Institut für Sozialwesen
E-Mail: welti(at)uni-kassel.de


Bearbeiter/in:

Karl-Heinz Köpke

 

Kontakt:

Dr. Dorothea Voss
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
E-Mail: dorothea-voss(at)boeckler.de

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