Reallabor

Forschungsschwerpunkt: Strukturwandel und Innovation

Status: abgeschlossen

Projektende: 30.06.2019

Projektnummer: 2018-975-1

Projekttitel: Reallabor

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Projektziel:

Der Strukturwandel bei der Energiewende führt zu neuen Herausforderungen für Betriebsräte. Das Projekt behandelte mithilfe der Methode des Reallabors zielgruppenspezifisch das Thema Transformation des Stromsystems mit Fokus auf Wirtschaftlichkeit, Realisierbarkeit und Sozialverträglichkeit. Ziel war die gemeinsame zukünftige Gestaltung der Transformation durch Management und Betriebsrat.

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

In einer Vorläuferstudie zeigte sich ein breites Spektrum von traditionellen und innovativen unternehmerischen Geschäftsmodellen in der Energiewirtschaft, wobei sich in den Betrieben sich ein radikaler Wandel vollzieht. Alte Geschäftsmodelle brechen weg, neue Geschäftsmodelle haben im Hinblick auf Profit und Arbeitsplätze oft deutlich geringeres Potential. Disruptive Innovationen stellen zudem den traditionellen Zuschnitt von Märkten und Geschäftsfeldern in Frage und damit zugleich auch die traditionellen Branchenabgrenzungen. Langgediente Betriebsräte tun sich schwer im Umgang mit den neuen Herausforderungen. Neue Betriebsräte, die jetzt nicht mehr in alten Mustern agieren können, müssen ihre Herangehensweise neu definieren. In dieser Situation bedarf es einer Unterstützung des Betriebsrats über Bildung und Netzwerkbildung.


2. Fragestellung

In einer Vorläuferstudie wurden u.a. die Szenarien „Fairness“ und „Verantwortung“ identifiziert. Gemeinsam mit Betriebsräten aus dem konventionellen und dem erneuerbaren Bereich wurden die darin benannten Leitfragen im Rahmen des Reallabors diskutiert. Welche Kompetenzen sollten Betriebsräte erwerben, um zukünftig in einem Transformationsprozess mehr Verantwortung übernehmen zu können? Es entstand eine Plattform, welche die Möglichkeit bot, gegenseitig Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam zu erarbeiten, welche Themen den Betriebsräten in dem Themenfeld auf den Nägeln brennen. Ziel des Austausches war die Entwicklung eigener Ideen und Aktivitäten zur Unterstützung der BR-Arbeit. Welche Angebote brauchen Betriebsräte? Weiterhin hatte das Reallabor das Ziel, ein gegenseitiges Verständnis der unterschiedlich agierenden Gruppen und die Zusammenarbeit innerhalb der Betriebsräte zu fördern.


3. Untersuchungsmethoden

Reallabore dienen dem gegenseitigen Lernen von wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren in einem experimentellen Umfeld. Ein Reallabor umschreibt dabei einen gesellschaftlichen Kontext, in dem Forscher*innen Interventionen im Sinne von Realexperimenten durchführen, um über soziale Dynamiken und Prozesse zu lernen. Mithilfe der Methode des Reallabors sollten Betriebsräte der klassischen Energieversorgungsunternehmen ebenso wie Betriebsräte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien gemeinsam die Ergebnisse der Vorläuferstudie diskutieren und auf dieser Grundlage eigene Ideen und Aktivitäten zur Unterstützung der BR-Arbeit entwickeln. Diese Aktivitäten sollten exemplarisch in den beteiligten Unternehmen erprobt werden. Auf Basis der anschließenden Auswertung dieser Erprobungsphase sollten tragfähige Handlungsoptionen zusammengetragen und in einem Handlungsleitfaden für Betriebsräte veröffentlicht werden, der die Betriebsräte in ihrer alltäglichen Arbeit unterstützen soll.


4. Darstellung der Ergebnisse

Im Projekt wirkten zehn Betriebsräte (vornehmlich BR-Vorsitzende) aus den Bereichen der Stadtwerke, der Netzbetreiber, der Braunkohlegewinnung, der Energiedienstleister, der Anlagenhersteller sowie aus dem Wärmebereich mit. Mit den Teilnehmenden wurden Anforderungen und Themen definiert, die für möglichst viele der unterschiedlichen Betriebe, die von der Energiewende berührt sind, einen gemeinsamen Rahmen bilden. So wurden drei Arbeitsschwerpunkte identifiziert: 1) Digitalisierung / Neue Unternehmenskultur / Führung, 2) Netze / Netz-Gesellschaften, 3) Strukturwandel Kohle. Zu diesen Schwerpunkten wurden Expertinnen und Experten in die Gruppensitzungen eingeladen sowie Best-Practice-Beispiele durch Akteure aus Unternehmen präsentiert und innerhalb der Gruppe diskutiert. Die Teilnehmenden haben sich untereinander vernetzt, um sich über erfolgreiche Methoden und Vorgehensweise im Sinne eines Best-Practice-Austausches auszutauschen, aber auch aus Fehlern zu lernen. Ein Handbuch zur Unterstützung der Betriebsratsarbeit in der Energiewende fasst die gewonnen Erkenntnisse aus dem Projekt zusammen und wird online zum Abruf bereitgestellt.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Iris Tuttlies
INEP Institut Oldenburg gGmbH
E-Mail: iris.tuttlies(at)inep-international.de

 

Kontakt:

Dr. Marc Schietinger
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
E-Mail: marc-schietinger(at)boeckler.de

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