Konkurrent und Komplementär

Forschungsschwerpunkt: Mitbestimmung im Wandel

Status: laufend

Projektende: 15.10.2019

Projektnummer: 2017-439-2

Projekttitel: Konkurrent und Komplementär

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Projektziel:

Enterprise Social Software (ESS) wird in immer mehr Unternehmen in Deutschland eingesetzt. Sie kann für mehr Partizipation von Mitarbeiter*innen sorgen, birgt gleichsam aber auch Risiken – besonders unter Gesichtspunkten des Beschäftigtendatenschutzes. Insbesondere das Verhältnis von Betriebsräten zu dieser ESS ist daher ambivalent. Während die Plattformen Aussichten auf eine Unterstützung der Mitbestimmungsvorhaben mit sich bringen, konkurrieren die Software-Lösungen mit herkömmlichen Mitbestimmungsmechanismen um die Aufmerksamkeit und das Engagement der Mitarbeiter*innen. Wir fragen in unserem Forschungsprojekt, wie sich Strukturen und Prozesse der betrieblichen Partizipation durch digitale Unternehmens-Plattformen für Partizipation und Kollaboration gestalten.

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Vor dem Hintergrund der Digitalisierung führen zahlreiche Unternehmen digitale Plattformen ein, welche die Beschäftigtenpartizipation im Allgemeinen und die institutionalisierte Mitbestimmung stärken sowie eine Kultur der Teilhabe ermöglichen sollen (sog. Enterprise Social Software). Vor dem Hintergrund von Globalisierung, Dezentralisierung, neuen Produktionssystemen und Digitalisierung ist dies Teil einer wachsenden Bedeutung betriebsspezifischer Organisationskulturen und heterogener betrieblichen Partizipationspraktiken. Gerade im Kontext von wissensintensiven Unternehmen wird partizipative Entscheidungsfindung hinsichtlich ihrer Reichweite und Wirkungsmächtigkeit schon seit den 1990ern als Konkurrenz oder Komplementär zur betrieblichen Mitbestimmung diskutiert. Dank fortgeschrittener Software haben digitale Partizipationsplattformen nun das Potential in weitere Partizipationsprozesse hineinzuwirken, die bislang der Betriebsrat organisiert hat.


2. Fragestellung

Die zentrale Forschungsfrage des Projektes lautet: Wie gestalten sich Strukturen und Prozesse betrieblicher Mitbestimmung angesichts des zunehmenden Einsatzes von digitalen Unternehmens-Plattformen für Partizipation und Kollaboration, insbesondere für Betriebsräte?

Der Fokus wird auf den Einsatz unternehmensinterner Plattformlösungen für Beschäftigtenpartizipation, sogenannte Enterprise Social Software (ESS), gelegt. Ausgehend von der zentralen Forschungsfrage erarbeitet das Forschungsprojekt Erkenntnisse auf vier Ebenen: (1) Plattformen, (2) Verhältnis zwischen Betriebsrat und ESS-Plattformen, (3) Gesamtorganisation und (4) Gesellschaftspolitik.


3. Untersuchungsmethoden

Wir analysieren in einer strukturierten Literaturrecherche zunächst den Forschungsstand und erweitern diesen in leitfadengestützten Experteninterviews mit Vertreter*innen von Betriebsräten, Unternehmensführung, Gewerkschaften und Verbänden, aber auch IT-Beratungen sowie Anbietern, und Entwicklern von Enterprise Social Software. Die qualitative Analyse dieser Interviews liefert ein erstes Framework, welches sowohl technische, sozio-technische als auch soziale Aspekte der betrieblichen Partizipation auf digitalen Plattformen modelliert. Dieses Framework wird anschließend in mehreren Fallstudien validiert, wobei auch nach den Unternehmensgrößen differenziert wird. Mit diesem Mehr-Methoden-Ansatz identifizieren wir die Potenziale betrieblicher Partizipation auf digitalen Plattformen auf Software- bzw. Feature-Ebene, beleuchten das Verhältnis der Betriebsräte zu diesen Plattformen und leiten davon Handlungsempfehlungen für alle Akteure ab.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Kirsten Gollatz
Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)
E-Mail: kirsten.gollatz(at)hiig.de

Dr. Nico Roedder
FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Ins Stiftung des bürgerlichen Rechts
Information Management & Analytics


Bearbeiter/in:

Thomas Wagenknecht
FZI Forschungszentrum Informatik Außenstelle Berlin
E-Mail: wagenknecht(at)fzi.de

Prof. Dr. Hendrik Send
Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)
E-Mail: hendrik.send(at)hiig.de

Shirley Ogolla
Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)
E-Mail: shirley.ogolla(at)hiig.de

 

Kontakt:

Dr. Stefan Lücking
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
E-Mail: stefan-luecking(at)boeckler.de

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