Partizipative Mitbestimmung in digitalisierter Arbeitswelt

Forschungsschwerpunkt: Mitbestimmung im Wandel

Status: laufend

Projektende: 30.09.2019

Projektnummer: 2017-414-2

Projekttitel: Partizipative Mitbestimmung in digitalisierter Arbeitswelt

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Projektziel:

Im Zuge der Digitalisierung von Arbeit gerät die betriebliche Mitbestimmung unter Druck. Jedoch drängen sich nicht nur neuartige Regulierungsfragen auf, es entstehen zugleich Möglichkeiten, digitale Technologie gewinnbringend für die Mitbestimmungsarbeit selbst einzusetzen – und dabei die Institution des Betriebsrats für eine beteiligungsorientiertere Betriebspolitik zu öffnen. Aus einer interdisziplinären Perspektive der Arbeits- und Organisationssoziologie, des Personalmanagements und der Wirtschaftsinformatik richten wir unseren Fokus auf partizipativ orientierte Mitbestimmungsformen, die auf der Basis digitaler Technik möglich werden.

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Die Digitalisierung von Arbeit stellt nicht nur eine Herausforderung für die Veränderungsfähigkeit der institutionalisierten Mitbestimmungspraxis dar, sondern bietet auch Chancen für stärker partizipatorisch angelegte Mitbestimmungsstrategien. Mit Konzepten des demokratischen Unternehmens etc. zeichnet sich zudem die Gefahr ab, dass der sozio-technische Wandel von Unternehmensseite genutzt wird, um digitale Partizipationsangebote jenseits der institutionalisierten Mitbestimmung zu installieren und das Feld arbeitspolitischer Regulierung künftig exklusiv managerial zu besetzen. Für die heutige Mitbestimmungspraxis ist es daher von entscheidender Bedeutung, sich Digitalisierungstrends nicht zu verschließen oder fatalistisch zu ergeben, sondern diese realistisch einzuschätzen, vor allem hinsichtlich des emanzipatorischen Potenzials auszuloten und sich durch Reorganisation der eigenen Strukturen und Prozesse neue digitale Aktionsräume zu erschließen.


2. Fragestellung

Inwiefern bringt die Digitalisierung von Arbeit im gleichen Zuge neue oder veränderte Formen der Partizipation hervor oder erfordert sie sogar, die im Sinne der betrieblichen Mitbestimmung genutzt werden können? Dazu fragen wir nach der Übertragbarkeit einer Logik, die in partizipativen „Open Innovation“-Ansätzen angelegt ist.

Welche digitalen Technologien setzen Akteure der betrieblichen Mitbestimmung bereits ein? Inwiefern verbindet sich damit eine institutionelle Öffnung im Sinne von „Open Innovation“ sowie einer partizipativeren Ausrichtung der Mitbestimmungspraxis?


3. Untersuchungsmethoden

Das Projekt arbeitet mit einem Fallstudiendesign, das sich an vier zentralen Merkmalen orientiert: Kontextbezug (1), Multiperspektivität (2), Methodenkombination (3) und Offenheit (4). Der Kontextbezug wird über explorative Expert*innenbefragungen hergestellt. Multiperspektivität wird durch die Identifikation und Einbeziehung aller relevanten Stakeholder je Fall gewährleistet. Eine Kombination aus qualitativen Expert*innen- und Fallstudieninterviews, Dokumentenanalyse, Beobachtung- und Analyse von digitalen Interaktionsformaten sind die methodischen Instrumente. Diese werden flankiert von Konstruktionsanalysen partizipationsorientierter digitaler Anwendungen. Offenheit wird schließlich durch qualitative, episodische Interviewformate und alternative Erhebungsverfahren wie etwa Gruppendiskussionen erreicht.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Horan Lee
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Institut für Soziologie
E-Mail: horan.lee(at)fau.de

Ronald Staples
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
E-Mail: ronald.staples(at)fau.de

Prof. Dr. Werner Widuckel
Universität Erlangen-Nürnberg Personalmanagement und Arbeitsorganisation
E-Mail: werner.widuckel(at)wiso.uni-erlangen.de


Bearbeiter/in:

Prof. Dr. Kathrin Möslein
Universität Nürnberg-Erlangen Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Ludwig-Erhard-Gebäude
E-Mail: kathrin.moeslein(at)wiso.uni-erlangen.de

Julia Gamradt
Friedrich-Alexander-Universität Erlnagen-Nürnberg Fachbereich Wirtschaftswisssenschaften
Audi-Lehrprofessur für Personalmanagement
E-Mail: julia.gamradt(at)fau.de

Christofer Daiberl
Friedrich-Alexander-Universität Erlnagen-Nürnberg Fachbereich Wirtschaftswisssenschaften
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik 1
E-Mail: christofer.daiberl(at)fau.de

 

Kontakt:

Dr. Stefan Lücking
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
E-Mail: stefan-luecking(at)boeckler.de

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