Digitale Prozesssteuerung in der "Industrie 4.0"

Forschungsschwerpunkt: Mitbestimmung im Wandel

Status: laufend

Projektende: 31.03.2021

Projektnummer: 2017-368-2

Projekttitel: Digitale Prozesssteuerung in der "Industrie 4.0"

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Projektziel:

Arbeit in der so genannten „Industrie 4.0“ wird durch digitale Prozesssteuerungstechnologien geprägt, die in Umfang und konkreter Ausprägung neu sind. Die zugrundeliegenden Steuerungsprinzipien sind es jedoch keineswegs. Denn sie beruhen auf der klassischen kybernetischen Steuerungstheorie. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt, wie sich eine solche, auf vernetzten cyber-physischen Systemen basierende, digitale Prozesssteuerung auf organisationale Kontrolle und Mitbestimmung in Industrieunternehmen auswirkt.

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Die Produktionssteuerung mittels selbstorganisierenden cyber-physischen Systemen nimmt auf der technischen Ebene ein neues Ausmaß an. Das ihr zugrundeliegende Steuerungskonzept ist jedoch keineswegs so neu, wie dies die „vierte industrielle Revolution“ gerne reklamiert: Es ist das Steuerungskonzept der Kybernetik als „Wissenschaft von Kommunikation und Kontrolle“ (Wiener), die bereits Ende der 1940er Jahre mit dem Ziel antrat, auf der Basis von Feedbackkreisläufen selbstregulierende Systeme zu schaffen. Im Forschungsprojekt wird deshalb die Hypothese aufgestellt, dass die gegenwärtigen Visionen digitaler Prozesssteuerung zu großen Teilen von einer Revitalisierung kybernetischer Ideen geprägt sind, die in neuen (sozio)-technischen Infrastrukturen und Managementpraktiken wirksam werden. Vor diesem Hintergrund der Kybernetisierung lassen sich die ambivalenten Auswirkungen der digitalen Steuerungstechniken auf das Verhältnis von Mitbestimmung und Kontrolle in der „Industrie 4.0“ verstehen.


2. Fragestellung

Das Projekt geht der Frage nach, wie sich die Implementierung digitaler Prozesssteuerung auf Macht- und Mitbestimmungsverhältnisse in industriellen Organisationen auswirkt. Ziel ist es, durch die Beantwortung dieser Frage einerseits einen Analyserahmen und andererseits eine (auf diesem basierende) arbeitspolitische Handlungsgrundlage für den Umgang mit der digitalisierten Industrie auszuarbeiten. Dabei kann unter anderem durch den Blick in die Vergangenheit mittels einer Genealogie kybernetischer Steuerungsprinzipien der Blick für die Potentiale der Gegenwart geschärft werden. In dieser Hinsicht ist das Ziel, die politische Kontingenz der kybernetischen Steuerung aufzuzeigen.


3. Untersuchungsmethoden

Das Projekt wird sowohl empirisch als auch theoretisch vorgehen. Zunächst werden die Konzepte und Visionen kybernetischer Steuerung genealogisch rekonstruiert, um dann empirisch überprüfen zu können, inwiefern diese einerseits in der Rhetorik und den Visionen um „Industrie 4.0“ und andererseits in der betrieblichen Praxis zum Tragen kommen. Dafür werden einerseits Manager*innen und Ingenier*innen in verschiedenen produzierenden Unternehmen der „Industrie 4.0“ nach ihren Visionen digitaler Prozesssteuerung befragt. Andererseits werden mittels Interviews mit Arbeiter*innen und Betriebsrät*innen dieser Betriebe, sowie einer teilnehmenden Beobachtung die Umsetzung dieser Visionen in den Betrieben, sowie ihre Auswirkungen auf organisationale Kontrolle und Mitbestimmung erhoben.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Uli Meyer
Technische Universität München Munich Center for Technology in Society (MCTS)
E-Mail: uli.meyer(at)tum.de


Bearbeiter/in:

Orhan Kemal Yüksel
Technische Universität München Munich Center for Technology in Society (MCTS)
E-Mail: orhan.kemal.yuksel(at)gmail.com

Manuela Thiele
Technische Universität München Munich Center for Technology in Society (MCTS)
E-Mail: manuela.thiele(at)tum.de

 

Kontakt:

Dr. Stefan Lücking
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
E-Mail: stefan-luecking(at)boeckler.de

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