Montagearbeit 4.0?

Forschungsschwerpunkt: Strukturwandel - Innovation und Beschäftigung

Status: laufend

Projektende: 31.03.2018

Projektnummer: 2015-925-1

Projekttitel: Montagearbeit 4.0?

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Projektziel:

Die Zukunft der Arbeit wird gegenwärtig erneut intensiv diskutiert. Mit Blick auf Serienmontagetätigkeiten geht es dabei auch um das Thema "Gute Arbeit". Anhand eines sowohl für die zukünftige Gestaltung von Montagearbeit als auch unter industriepolitischen Gesichtspunkten (Elektromobilität) relevanten Untersuchungsfalles (Betriebsfallstudie) werden in dem Projekt arbeitsbezogene Problemlagen und Gestaltungsperspektiven im Spannungsfeld von Digitalisierung (digitale Werkerführung), Wertstromoptimierung und Flexibilisierung untersucht. Ein besonderes Augenmerk der Analyse wird außerdem auf den Handlungsmöglichkeiten der betrieblichen Interessenvertretung liegen. Die geplante Studie soll Gestaltungshinweise erarbeiten und zugleich die Diskussion um das Thema Digitalisierung versachlichen und auf eine empirische Grundlage stellen.

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Unter den Überschriften "Industrie 4.0" und "Digitalisierung der Arbeitswelt" werden derzeit weitreichende, vor allem technologisch getriebene Veränderungen der industriellen Arbeitswelt diskutiert. Über Arbeitswirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten des sich abzeichnenden technisch-organisatorischen Entwicklungsschubs ist derzeit zwar wenig bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese sich je nach Branche und Tätigkeitsfeld unterschiedlich darstellen werden. Der aktuelle Forschungsstand legt daher empirische Fallstudien zu verschiedenen Tätigkeitsbereichen nahe, in denen den Wirkungen von Digitalisierung im Kontext vorherrschender Organisationskonzepte nachgegangen wird. Betrachtet werden in der Studie Arbeitswirkungen von neuen Technologien im Montagebereich aus Sicht der Beschäftigten, Gestaltungsoptionen sowie arbeitspolitische Strategien und Handlungsbedingungen der verschiedenen betrieblichen Akteure.


2. Fragestellung

Im Mittelpunkt der geplanten Studie steht die Frage, wie sich Arbeitsanforderungen und Arbeitsbedingungen im Zuge der Digitalisierung verändern. Anhand des Untersuchungsfalles Montagearbeit geht es dabei inbesondere um folgende Aspekte:

(1) Mit welchen Anforderungen, Problemlagen und Herausforderungen sind Beschäftigte und Betrieb in den neu entstehenden Arbeitssystemen konfrontiert?

(2) Wie verändert sich (insbesondere aufgrund von digitaler Werkerführung) der Charakter von Montagearbeit in arbeitssituativer Hinsicht sowie mit Blick auf Qualifikationsanforderungen, Leistungs- und Entgeltbedingungen sowie Beteiligungsformen?

(3) Welche Möglichkeiten der Mitgestaltung der Arbeitssysteme bestehen und wie werden diese von den betrieblichen Akteuren genutzt?

(4) Welche arbeits- und interessenpolitischen Konsequenzen ergeben sich für die betriebliche Interessenvertretung?

(5) Welche Gestaltungsoptionen und Perspektiven eröffnen sich für die Zukunft der Montagearbeit?


3. Untersuchungsmethoden

Die Untersuchung ist als Begleitforschungsprojekt angelegt, bei dem im Sinne einer ganzheitlichen Arbeits- und Organisationsanalyse (a) Arbeits- und Organisationsstrukturen, (b) Arbeitssituationen und Arbeitsbedingungen, (c) Wahrnehmungen, Bewertungen, Orientierungen und arbeitsbiografische Perspektiven der Beschäftigten sowie (d) die Handlungsbedingungen, Strategien und Handlungsperspektiven der verschiedenen arbeitspolitischen Akteure (Management, Planer/Experten, betriebliche Interessenvertretung, Beschäftigte) untersucht werden. Vorgesehen sind hierfür Arbeitsplatzbeobachtungen, Beschäftigteninterviews, ggf. Gruppendiskussionen, Expertengespräche und eine schriftliche Befragung (Fragebogenerhebung). Mit dem Ziel einer Möglichkeitsanalyse sowie zur Validierung der Untersuchungsergebnisse werden diese in Form eines Feedback-Workshops an die Beteiligten zurückgespiegelt und mit ihnen betriebsöffentlich diskutiert.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Martin Kuhlmann
Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität
E-Mail: martin.kuhlmann(at)sofi.uni-goettingen.de


Bearbeiter/in:

Sascha Wiegrefe
Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität
E-Mail: sascha.wiegrefe(at)sofi.uni-goettingen.de

 

Kontakt:

Dr. Marc Schietinger
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
E-Mail: marc-schietinger(at)boeckler.de

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