Technikeinsatz in der Pflegearbeit

Forschungsschwerpunkt: Zukunft des Wohlfahrtstaats

Status: abgeschlossen

Projektende: 31.03.2015

Projektnummer: 2012-608-4

Projekttitel: Technikeinsatz in der Pflegearbeit

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Projektziel:

Ein verstärkter Technikeinsatz in der Altenpflege soll dem Anspruch nach zugleich die Lebensqualität der Pflegebedürftigen verbessern und die Arbeit der Pflegekräfte erleichtern. Das Projekt richtet den Blick auf die Pflegearbeit der Zukunft und auf die arbeitspolitischen Chancen, aber auch die Voraussetzungen und Risiken, die in einer verstärkten Rolle der Technik in diesem Bereich liegen.

 

Veröffentlichungen:

Evans, Michaela, Volker Hielscher und Dorothea Voss, 2018. Damit Arbeit 4.0 in der Pflege ankommt. Wie Technik die Pflege stärken kann, Policy Brief Forschungsförderung 4, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 11 Seiten.

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Hielscher, Volker, 2014. Technikeinsatz und Arbeit in der Altenpflege. Ergebnisse einer internationalen Literaturrecherche, iso-Report. Berichte aus Forschung und Praxis 1, Saarbrücken: Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft, 42 Seiten.

Sowinski, Christine, Sabine Kirchen-Peters und Volker Hielscher, 2013. Praxiserfahrungen zum Technikeinsatz in der Altenpflege, Saarbrücken/Köln, 107 Seiten.

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Hielscher, Volker, Sabine Kirchen-Peters und Christine Sowinski, 2015. Technologisierung der Pflegearbeit?. Wissenschaftlicher Diskurs und Praxisentwicklungen in der stationären und ambulanten Langzeitpflege, Pflege & Gesellschaft, 1/2015, S. 1-15.

Hielscher, Volker, Lukas Nock und Sabine Kirchen-Peters, 2015. Technikeinsatz in der Altenpflege. Bericht zum Forschungsprojekt "Technologisierung der Pflegearbeit? Bestandsaufnahme und Perspektiven einer neuen Schlüsselbranche", Saarbrücken, 163 Seiten.

Hielscher, Volker, Lukas Nock und Sabine Kirchen-Peters, 2015. Technikeinsatz in der Altenpflege, Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, edition sigma 178, Baden-Baden: Nomos, 166 Seiten.

Hielscher, Volker, Lukas Nock und Sabine Kirchen-Peters, 2016. Technikvermittlung als Anforderung in der Dienstleistungsinteraktion. Empirische Befunde zum Technikeinsatz in der Altenpflege, ARBEIT, 25(1-2), S. 3-19.

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Weitere Informationen:

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Im Zuge des demografisch bedingten steigenden Pflegebedarfs auf der einen und des im Bereich der Pflege bereits existierenden Fachkräftemangels auf der anderen Seite wird Technik eine herausragende Rolle zur Abfederung des sich abzeichnenden "Pflegenotstands" zugeschrieben. Technik soll dabei im besten Falle zugleich die Lebensqualität der Pflegebedürftigen verbessern und die Arbeit der Pflegekräfte erleichtern. Die "Technologisierung der Pflegearbeit" trifft zudem auf eine Branche, die in den letzten beiden Dekaden einem tief greifenden Strukturwandel und einem hohen Ökonomisierungsdruck ausgesetzt ist. Das Projekt leistet aus der Perspektive der Pflegekräfte, der Einrichtungen wie auch der Technikentwicklung eine Bestandsaufnahme zu den Anforderungen und Grenzen eines sinnvollen Technikeinsatzes. Jenseits technikoptimistischer Szenarien (wie etwa den Robotereinsatz in der Pflege) fokussiert die Studie dabei auf Techniktypen, die bereits heute im Pflegealltag eingesetzt werden.


2. Fragestellung

Mit den empirischen Erhebungen des Projekts soll folgenden Fragestellungen nachgegangen werden:

1. Welche Varianten von Technik und welche Verbreitung des Technikeinsatzes sind in der ambulanten und stationären Pflege in der Praxis bedeutsam?

2. Welche betrieblichen Strategien bestehen für den Einsatz von Technik, wie ist ein solcher Technikeinsatz mit der Arbeitsorganisation verknüpft?

3. Welche Bedarfe und Nutzererwartungen knüpfen die Beschäftigten an Technikunterstützung im Arbeitsprozess?

4. Welche Erfahrungen liegen zu den Implementationsprozessen bei der Einführung neuer Techniken und zur Praxis der Nutzerintegration in die Technikentwicklung vor?

5. Welche Auswirkungen bringt ein verstärkter Technikeinsatz für die Arbeitsanforderungen und den Pflegeprozess mit sich?

6. Welche Anforderungen stellt die Technologisierung der Pflegearbeit an die Qualifikationen und Kompetenzen der Beschäftigten; welche Perspektiven ergeben sich für eine Aufwertung des Berufsfeldes?


3. Untersuchungsmethoden

Das methodische Design umfasst folgende Komponenten:

- International vergleichende Literaturstudie zu Technikentwicklung und Technikeinsatz,

- Praxisfeldanalyse zur Techniknutzung in der Altenpflege in Deutschland,

- Experteninterviews zu den Rahmenbedingungen des Technikeinsatzes,

- Qualitative Fallstudienanalysen zur Praxis des Technikeinsatzes bei Hebe- und Tragehilfen, bei der EDV-gestützten Dokumentation, bei der Personenortung und bei der außerklinischen Intensivpflege,

- Workshopreihe mit Expert/innen und Praktiker/innen zur Reflektion der Ergebnisse sowie der Entwicklung von Transferstrategien.


4. Darstellung der Ergebnisse

Die untersuchten Technologietypen greifen in unterschiedlichem Ausmaß in die Arbeitsorganisation ein: Sehr weitgehend wird die Organisation der außerklinischen Intensivpflege von den medizinisch-technischen Notwendigkeiten her determiniert, während sich bei den anderen Technologieanwendungen weniger starke Wirkungen auf Strukturen und Prozesse zeigen. Auch die Anforderungen an die Qualifikationen und Kompetenzen des Personals variieren.

In allen Anwendungsfeldern jedoch sind die Pflegekräfte vor eine neue Anforderung gestellt: Sie müssen die Nutzung bzw. Anwendung der Technologie gegenüber den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen aktiv "vermitteln", sei es durch Information, sei es durch Herstellung von Vertrauen oder durch das Überzeugen der von der Techniknutzung "Mit"-Betroffenen.

Insgesamt ist der verstärkte Technikeinsatz in der Pflege weder einheitlich positiv noch negativ zu beurteilen. Eine "win-win-win"-Situation, in der die Einrichtungen, die Beschäftigten und die Pflegebedürftigen vom Technikeinsatz gleichermaßen profitieren, ergibt sich nicht von selbst, sondern bedarf einer aktiven Gestaltung der Einsatzbedingungen durch die betrieblichen und politischen Akteure.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Volker Hielscher
Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso)
E-Mail: hielscher(at)iso-institut.de


Bearbeiter/in:

Christine Sowinski
Kuratorium Deutsche Altershilfe Wilhelmine-Lübke-Stiftung e.V.
E-Mail: christine.sowinski(at)kda.de

Dr. Sabine Kirchen-Peters
Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso)
E-Mail: kirchen-peters(at)iso-institut.de

Lukas Nock
Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso)
E-Mail: nock(at)iso-institut.de


Kooperationspartner:

 
Kuratorium Deutsche Altershilfe Wilhelmine-Lübke-Stiftung e.V.
An der Pauluskirche 3, 50677 Köln

 

Kontakt:

Dr. Dorothea Voss
Hans-Böckler-Stiftung
Abt. Forschungsförderung
E-Mail: dorothea-voss(at)boeckler.de

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