Elterngeldnutzung durch Väter

Forschungsschwerpunkt: Erwerbsarbeit

Status: abgeschlossen

Projektende: 31.10.2014

Projektnummer: 2012-572-3

Projekttitel: Elterngeldnutzung durch Väter

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Projektziel:

Die Studie befasst sich mit den langfristigen arbeitsorganisatorischen, kulturellen bzw. gleichstellungspolitischen Effekten der Elterngeldregelung. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und inwiefern die Inanspruchnahme von Elterngeldmonaten (EGM) durch erwerbstätige Väter nachhaltig gleichstellungspolitische Effekte in Betrieben und Familien anstößt.

 

Veröffentlichungen:

Amann, Susanne und Simone Salden, 2014. Die Karriereväter, Der Spiegel, 1/2014, S. 58-60.

Pfahl, Svenja, Stefan Reuyß, Dietmar Hobler und Sonja Weeber, 2014. Nachhaltige Effekte der Elterngeldnutzung durch Väter: Gleichstellungspolitische Auswirkungen der Inanspruchnahme von Elterngeldmonaten durch erwerbstätige Väter auf betrieblicher und partnerschaftlicher Ebene. Gleichstellungspolitische Auswirkungen der Inanspruchnahme von Elterngeldmonaten durch erwerbstätige Väter auf betrieblicher und partnerschaftlicher Ebene, Berlin, 10 Seiten.

Pfahl, Svenja und Sonja Weeber, 2015. Attraktive Teilzeitarbeit für mehr Partnerschaftlichkeit in Beruf und Familie, Geht doch! Das Magazin von "Erfolgsfaktor Familie", 3, S. 34-35.

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Böckler Impuls, 2015. Elterngeld stärkt die Partnerschaft, Böckler Impuls, 04/2015, S. 6-7.

Pfahl, Svenja, Stefan Reuyß, Dietmar Hobler und Sonja Weeber, 2014. Nachhaltige Effekte der Elterngeldnutzung durch Väter: Gleichstellungspolitische Auswirkungen der Inanspruchnahme von Elterngeldmonaten durch erwerbstätige Väter auf betrieblicher und partnerschaftlicher Ebene, Berlin, 328 Seiten.

Pfahl, Svenja und Stefan Reuyß, 2015. Väter in Elterngeldmonaten: Ein Plus für Väter und ihre Partnerinnen, vielfalt familie, 24/2015, S. 6.

Wisdorff, Flora, 2015. Kind oder Karriere: Elternzeit und -geld in Anspruch zu nehmen, kann für Männer zur Job-Bremse werden, Die Welt, .

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, 2015. Väter in Elternzeit: Ein Handlungsfeld für Betriebs- und Personalräte / Berlin, DGB Bundesvorstand (Hrsg.), März 2015, Berlin: DGB Bundesvorstand, 43 Seiten.

 

Weitere Informationen:

Mehr Infos zum Thema auf www.väterzeit.de

Mit dem Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie"
setzt sich das Bundesfamilienministerium zusammen mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft (BDA, DIHK, ZDH) und dem DGB dafür ein, Familienfreundlichkeit zu einem Markenzeichen der deutschen Wirtschaft zu machen.

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Der Wunsch nach mehr Partnerschaftlichkeit im Beruf als auch in der Familie kennzeichnet die politische Diskussion um eine geschlechtergerechte Aufteilung von Erwerbs- und Fürsorgearbeit. Diese Aspekte werden auch als politische Ziele der seit 2007 geltenden Elterngeldregelung genannt, die eine finanziell unterstützte Auszeit vom Beruf ermöglichen soll. Mit der Einführung der sogenannten Partnermonate soll darüber hinaus das Engagement von Vätern in der Familie sowie ein früherer beruflicher Wiedereinstieg von Müttern gefördert werden. Angestrebt werden somit nachhaltige gleichstellungspolitische Veränderungen sowohl in der Arbeitswelt als auch in der privaten Sphäre. Bisherige Erkenntnisse zur Nutzung des Elterngeldes durch erwerbstätige Väter belegen zwar eine wachsende gesellschaftliche Akzeptanz, doch wenig ist bisher über die langfristigen bzw. nachhaltigen arbeitsorganisatorischen, kulturellen und gleichstellungspolitischen Effekte in Betrieb und Familie bekannt.


2. Fragestellung

Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob und inwiefern die Inanspruchnahme von Elterngeldmonaten hilft, durch erwerbstätige Väter nachhaltig gleichstellungspolitische Effekte zu initiieren bzw. abzusichern, in den Betrieben, in den Familien bzw. auf Paarebene? Weitere Fragen nach den gleichstellungspolitischen Effekte in den Betrieben stellen sich, wie unterschiedliche Wünsche bzgl. Nutzungsformen realisiert werden können, wie die beruflichen Folgewirkungen für die Väter aussehen kann (Karriereknick)? Wie sich das Arbeitszeitverhalten der Väter nach den Elterngeldmonaten verändert? Und wie sich die Betriebe verändern? Fragen nach den gleichstellungspolitischen Effekte in den Familien- bzw. auf Paarebene waren: Wie verändert sich die Erwerbskonstellation des Paares? Welchen Einfluss hat die (Nicht-)Inanspruchnahme auf die Erwerbsverläufe beider Partner und Partnerinnen? Wie verändert sich die Aufteilung von Haus- und Sorgearbeit?


3. Untersuchungsmethoden

Methodisch setzt die Studie auf einen Mix aus qualitativen und quantitativen Methoden: Zum einen wurden qualitative Interviews mit Elterngeldvätern und einigen ihrer Partnerinnen geführt, zum anderen wurden weitere Elterngeldväter in einer bundesweiten quantitativen Online-Befragung (Grundgesamtheit=620) um ihre Einschätzungen und Erfahrungen gebeten. Es wurden 94 leitfadengestützte, qualitative Interviews mit Elterngeldvätern, Partnerinnen und betrieblichen Experten und Expertinnen zum Thema Elterngeldnutzung und betriebliche Vereinbarkeitsmöglichkeiten geführt. In der Analyse werden die Ergebnisse beider Erhebungsinstrumente miteinander in Beziehung gesetzt und ermöglichen dadurch in besonderer Weise eine inhaltliche Fundierung der Erkenntnisse. Die Datenerhebung fand von November 2012 bis Juni 2013 statt, wobei die Online-Befragung drei Monate nach dem Beginn der qualitativen Erhebungsphase freigeschaltet wurde, so dass ab diesem Zeitpunkt beide Datenerhebungen parallel liefen.


4. Darstellung der Ergebnisse

Die befragten Väter weisen ein breites Spektrum an Nutzungsvarianten und Aufteilungen der EGM auf.

In den Betrieben sind die direkten Vorgesetzten von zentraler Bedeutung.

Eine längere EGM-Nutzung geht Hand in Hand mit einer stärker ausgeprägten familienorientierten Arbeitszeitgestaltung auch nach den Elterngeldmonaten.

Es zeigen sich positive Effekt der EGM-Nutzung durch Väter auf die Arbeitszeiten und den weiteren Berufsweg der Partnerin.

Die Väter zeigen eine höhere Beteiligung an den Kinderbetreuungsaufgaben. Die EGM führen zu einer Stärkung der Vater-Kind-Beziehung. Der Vater wird zur gleichwertigen Betreuungsperson für das Kind.

Statt vom Karriereende kann eher von einem temporären "Karriereknick" gesprochen werden.

Langfristige Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf betrieblicher Ebene sind eine wesentliche Voraussetzung für das nachhaltige Engagement von Vätern in Kinderbetreuung und Haushalt. Flexible Arbeitszeiten, im Sinne einer beschäftigten-orientierten Flexibilität, spielen für die Väter eine exponierte Rolle bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine ähnlich hohe Bedeutung haben passgenaue Teilzeitmodelle.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Svenja Pfahl
SowiTra - Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer
E-Mail: svenja.pfahl(at)sowitra.de

Stefan Reuyß
SowiTra - Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer
E-Mail: stefan.reuyss(at)sowitra.de

Dietmar Hobler
SowiTra - Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer
E-Mail: dietmar.hobler(at)sowitra.de

 

Kontakt:

Dr. Barbara Fulda
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
E-Mail: barbara-fulda(at)boeckler.de

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