Böckler Impuls Ausgabe 10/2017

Einkommen

Gute Reise mit Tarifvertrag

Ob Unternehmen Urlaubsgeld zahlen, hängt vor allem davon ab, ob sie tarifgebunden sind. Auch die Branche spielt eine wichtige Rolle.

Gute Reise mit Tarifvertrag

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42,6 Prozent der Beschäftigten erhalten von ihrem Arbeitgeber ein Urlaubsgeld. Das zeigt eine Online-Befragung des vom WSI-Tarifarchiv betreuten Portals lohnspiegel.de, an der 2016 rund 6.600 Arbeitnehmer teilgenommen haben. Beschäftigte von tarifgebundenen Unternehmen sind klar im Vorteil: 60,4 Prozent von ihnen dürfen mit einer Extrazahlung rechnen. Ohne Tarifvertrag sind es lediglich 36,9 Prozent.

Männer bekommen mit 50,7 Prozent häufiger ein Urlaubsgeld als Frauen mit 38,7 Prozent. Im Westen fällt der Anteil mit 49,0 Prozent höher aus als im Osten mit 33,2 Prozent. In Kleinbetrieben mit weniger als 100 Mitarbeitern erhalten 34,4 Prozent einen Zuschuss zur Urlaubskasse, während der Anteil in Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten 56,5 Prozent beträgt. Unter den Branchen liegt mit 66,2 Prozent das verarbeitende Gewerbe vorn. In den Bereichen Verkehr und Lagerei, dem Baugewerbe und dem Handel wird etwas mehr als der Hälfte der Beschäftigten ein Urlaubsgeld überwiesen. In den meisten Dienstleistungsbranchen sind die Begünstigten dagegen in der Minderheit.

Auch die Höhe des tarifvertraglich vereinbarten Urlaubsgeldes fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus: Zwischen 156 und 2.316 Euro stehen Beschäftigten in der mittleren Vergütungsgruppe in diesem Jahr laut einer Auswertung des WSI-Tarifarchivs zu. Am wenigsten zahlen Betriebe in der Landwirtschaft, im Steinkohlenbergbau und im Hotel- und Gaststättengewerbe. Am meisten gibt es in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Druckindustrie, der Papier verarbeitenden sowie der Metallindustrie. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das tarifliche Urlaubsgeld in zwölf der 22 untersuchten Branchen erhöht.

Quelle

WSI-Tarifarchiv, Juni 2017

Link zur Studie (pdf)