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29.03.2017

IMK: Austritt wird UK über langen Zeitraum schaden

Großbritannien: Wachstum durch Brexit spürbar gebremst – nur noch 1,3 Prozent in diesem und im kommenden Jahr

Der Brexit-Prozess dämpft in diesem und im kommenden Jahr das Wachstum der britischen Wirtschaft spürbar. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung prognostiziert für 2017 und 2018 im Vereinigten Königreich eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von jeweils lediglich 1,3 Prozent im Jahresdurchschnitt – nach 1,8 Prozent 2016.

Als Hauptursache für die Wachstumsverluste nennen die Konjunkturforscher, dass die britischen Haushalte durch eine höhere Inflation infolge der 15-prozentigen Pfund-Abwertung seit Jahresbeginn 2016 weiter an Kaufkraft verlieren. Gleichzeitig drohe durch die Aufnahme der Austrittsverhandlungen eine Investitionszurückhaltung bei den Unternehmen, die in kontinentaleuropäische Wertschöpfungsketten eingebunden sind.

„In diesem und im kommenden Jahr werden die Briten erkennen müssen, dass der Brexit ihrer Wirtschaft schadet, und zwar über einen langen Zeitraum“, sagt Dr. Andrew Watt, der Europa-Experte des IMK. Hoffnungen, Verluste im Wirtschaftsaustausch mit Europa durch eine stärkere Hinwendung nach Amerika auszugleichen, dürften sich als illusorisch erweisen, „insbesondere, wenn der US-Präsident seine protektionistischen Ankündigungen wahrmacht. Auch wenn Donald Trump die EU nicht mag: Er wird Großbritannien sicherlich keinen Brexit-Bonus einräumen“, so Watt.

Für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa sei der Brexit „einer der zentralen Risikofaktoren“, erklärt IMK-Konjunkturexperte Peter Hohlfeld. Kurzfristig dürften die Auswirkungen allerdings überschaubar sein.

Kontakt:

Dr. Andrew Watt
Abteilungsleiter IMK, Europa-Experte

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

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