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Arbeits- und Gesundheitsschutz hat Konjunktur

Dr. Elke Ahlers (WSI)

Neueste Ergebnisse der WSI-Betriebsrätebefragung zeigen: Der Arbeits- und Gesundheitsschutz ist mittlerweile das am stärksten behandelte Thema in der heutigen Betriebsratsarbeit. Ein wichtiger Grund ist die Zunahme psychischer Arbeitsbelastungen.

In 82 % der über 2000 befragten Betriebe haben sich die Interessenvertreter/innen im Jahr 2014 insbesondere mit Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes befasst. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz hat in den Betrieben Konjunktur wie nie zuvor.

 

Die Befragung gibt auch Hinweise darauf, warum dies so ist. Etwa aufgrund der Tatsache, dass Themen wie Überstunden, Leistungsdruck oder eine zu geringe Personaldecke ebenfalls die Betriebsratsarbeit dominieren. Genau diese Themen werden als wesentliche Ursache psychischer Arbeitsbelastungen diskutiert und können unter anderem über den Arbeitsschutz eingedämmt werden.

Ca. 60 % der Betriebsräte geben an, dass die Arbeit der Beschäftigten stark geprägt ist von Termin- und Zeitdruck sowie hoher Arbeitsintensität. Die Mehrheit dieser Betriebsräte (78 %) ist aus diesem Grunde bereits in Verhandlungen mit dem Arbeitgeber getreten, um für weniger belastende Arbeitsbedingungen einzutreten.

Trotz der belastenden Arbeitsbedingungen ist der Umsetzungsstand von Maßnahmen zum Gesundheitsschutz nach wie vor lückenhaft. Nur die Hälfte der befragten Betriebe verfügt über eine Betriebliche Gesundheitsförderung. 70 % führen Gefährdungsbeurteilungen nach dem Arbeitsschutzgesetz durch, davon berücksichtigen allerdings nur 31 % auch psychische Belastungen – so wie es das Gesetz eigentlich vorsieht. Die Umsetzungsdefizite bei den Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen liegen zum größten Teil darin, dass den Betriebsräten einerseits das Know-how dafür fehlt, und zum anderen, dass das Thema Gesundheit immer wieder hinter anderen betrieblichen Erfordernissen zurückfällt.

 

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